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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1898
der Schiffe der Gefahr des Brechens aussetzt. Aufserdem sind die Strömungen
hier sehr stark, so dafs Schiffe leicht ins Treiben kommen.
Wasser, Das Trinkwasser ist gut und wird in Wasserbooten geliefert
für 3,2 Mk. die Tonne; Kesselwasser kostet 2,4 Mk. die Tonne.
/ Bunkerkohlen sind sofort nach Bestellung zu haben und werden in
Körben oder Säcken an Bord gegeben. Preis 18 sh die Tonne.
Gesundheitspolizei verlangt ständig einen Gesundheitspafßs; der Verkehr
mit dem Lande darf erst nach dem ärztlichen Besuch eröffnet werden.
Zollamtliche Behandlung, Es wird ein Ladungsmanifest, Certifikat des
Konsuls und eine Proviantliste verlangt.
Seemannskrankenhaus, Einrichtungen zur Kompafsregulirung,
zur Untersuchung nautischer und meteorologischer Instrumente sind
vorhanden, Seekarten-Ausrüstung ist zu beschaffen,
Hafen von Quin-Hone (Annam).
„Die Küste von Annam“, Beiheft II „Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie“, 1894, S. 27,
Kapt. H. Meyer, Führer des D. „Pronto“. Rheder M. Struve, Blankenese. Februar 1898.
Die Barre ist im Januar 1898 vom Kapt. H. Meyer ausgelothet; hierbei
wurde die gröfste Wassertiefe gefunden in der Linie: die beiden Kokospalmen
auf der Spitze Gia in Nord mw.; westlich dieser Peilung betrug die Tiefe
0,3m (1°) weniger, auch stand hier bei Nordostwind eine sehr hohe Dünung,
während dieselbe nahe unter South Point wenig bemerkbar war.
Bei Hochwasser am 24. Februar 1898 waren 5,2 m (17), zwei Stunden
vor Hochwasser am 20, Februar 1898 49m (16°) Wasser auf der Barre,
Der Grund war überall harter Sand.
Die Ebbströmung setzte auf der Barre nach SSO.
Ankerplatz. „Pronto“ fand einen sebr guten Ankerplatz in 9 m (5 Faden),
Mudgrund, in den Peilungen: Watch Tree in SW mw. und die Kokospalmen auf
Spitze Gia in Linie mit South Point.
Laden und Löschen. Die Stückgüterladung wurde in Leichter gelöscht,
welche mit Matten abgedeckt waren; die Ladung (Salz) wurde in kleinen Booten
längsseit gebracht. Das Laden konnte nur in den Morgenstunden von 4 bis
12 Uhr betrieben werden, da nachmittags eine frische nördliche Briese herrschte,
die durch den verursachten Seegang das Laden unmöglich machte, Dies tritt
schon bei Windstärke 5 bis 6 ein. Es wurden auf diese Weise täglich 200 t
Ladung genommen.
Gesundheitspolizei. Es wird ständig ein Gesundheitspafls verlangt, und
der Verkehr mit dem Lande darf nicht vor dem ärztlichen Besuch eröffnet werden.
Zollamtliche Behandlung. Es werden nur zwei Ladungsmanifeste verlangt.
Proviänt. Frischproviant ist wohlfeil.
Schiffahrtsunkosten betragen ein- und ausgehend 0,40 Mk. für die Tonne
Ladung.
Lootsen giebt es nicht, ebensowenig sind Bunkerkohlen und Wasser
zu haben.
Ein Deckblatt zu Beiheft II Annalen, Jahrgang 1894, „Die Küste von
Annam“, ist diesem Hefte beigefügt.
Funchal (Madeira).
„Africa Pilot“, part I, 1890 — B. VI, 8 —. Supplement 1896.
„Porto Alegre“, Kapt. A. Barrelet. ‚Januar 1898.
‚Rio“, W, Schweer. Dezember 1897,
Säo Paulo“, . Liepermann, Dezember 1897.
Mendoza“, . Behrmann. Januar 1598,
‚Pernambuco*“, ". Böge. Januar 1898.
Belgrano“, ‚ Schreiner, Februar 15983,
Asnuncion“, . Bruhns. Februar 1898
‚Rosario“, J. Göttsche. Januar 1898,
„San Nicolas“ HA. Langerhangsz. März 1898. J
Peilungen und Kurse mifsweisend.
Ansteuerung (Seite 104). Von Norden kommend, steuert man Porto
Santo an. das bei klarem Wetter 40 Sm weit sichtbar ist: es ist hierbei zu
D.