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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Die Witterung an der deutschen Küste im März 1898 
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durch große Stärke, 9 bis 10 (auch 11)'aus, so dal er zu den schwersten Öst- 
stürmen, die die Küste betroffen haben, zählt. 
_ Die Morgentemperaturen lagen an der Nordsee und westlichen Ostsee 
am 2. bis 14. und 24, bis 29., an der mittleren und östlichen Ostsee am 10., 11,, 
13., 14., 24. und 26. bis 28. meist unter der Normalen, sonst vorwiegend über 
der Normalen und besonders am 16. bis 20, fast durchweg an der ganzen Küste, 
Mit Ausnahme von Memel zeigten die Morgentemperaturen in ihrem Gange von 
Tag zu Tag bis zum 14, nur wenig Aenderung, dann erfolgte rasches Steigen 
bis zum 18. oder 19., den wärmsten Tagen des Monats für den gröfsten Theil 
der Küste; nach einem stärkeren Fallen der Morgentemperaturen vom 19. zum 
20. folgte an der Nordsee zunächst wenig Aenderung und nach einem weiteren 
stärkeren Temperaturrückgang vom 23. zum 24. langsames Steigen bis Monats- 
schluß, während an der Östsee vom 20. bis 28. meist wenig Aenderung eintrat 
und die letzten Morgen etwas wärmeres Wetter. brachten. In Memel lag die 
Temperatur morgens am 9. bis 11., 23. und 24. besonders niedrig, während die 
Morgen des 19. bis 22. und des 31. die höchsten und nur wenig verschiedene 
Temperaturen hatten; an den übrigen Tagen lagen die: Morgentemperaturen hier 
durchweg nahe dem Gefrierpunkt. Die Veränderlichkeit der Temperatur von 
Tag zu Tag lag im Westen meist unter 1!/2°, im Osten meist darüber und hatte 
für die drei Beobachtungstermine fast die gleichen Werthe. ' 
Niederschläge fielen besonders zu Anfang und während der zweiten Hälfte 
des Monats; frei von Niederschlägen über gröfseren Gebieten, den Niederschlags- 
tag vom Morgen des laufenden bis zum Morgen (8a Ortszeit) des folgenden 
Tages gerechnet, waren meist der 4. ostwärts bis zur Oder, der 7. an der Nordsee, 
der 8. an der Nordsee und östlichen Ostsee, der 9. bis 13. an der ganzen Küste, 
der 29. an der Ostsee, der 30. an der Nordsee und östlichen Ostsee und der 31. 
au der ganzen Küste, Sehr ergiebige, 20 mm in 24 Stunden übersteigende 
Niederschläge fielen am 17. in Hamburg (21) und am 7. in Greifswalder Oie 
(22 mm). Gewitter wurden beobachtet am Abend des 1. vereinzelt an der 
Nordsee und am 28. an mittleren Theilen der Ostsee. Nebel trat über größerem 
Gebiete auf am 3. an der Nordsee, am 9. an der Nordsee, am 10. und 11. ost- 
wärts bis zur Oder, am 12, an der mittleren Ostsee, am 13. ostwärts bis zur 
Oder, am 14. an der mittleren Ostsee, am 16, ostwärts bis zur Oder, am 17. an 
der mittleren Ostsee, am 18. an der westlichen und mittleren Ostsee und am 31. 
an der mittleren Ostsee, 
Heiteres Wetter herrschte in gröfserer Verbreitung am 5. an der Nordsee, 
am 13. an der östlichen Ostsee und am 20, vielfach an der Nordsee und west- 
lichen Ostsee. In der Nacht vom 15. zum 16. wurde an der Nordsee und Ostsee 
mehrfach Nordlicht beobachtet. . 
Die monatlichen Niederschlagsmengen zeigten theilweise grofse Ver- 
schiedenheit auf benachbarten Stationen; so Neuwerk 33 mm gegen 81 mm in 
Cuxhaven, Brunshausen 52 mm gegen 113 mm in Hamburg; am wenigsten Nieder- 
schlag, 30 bis 40 mm, fiel auf den nördlichen Nordseeinseln und meist unter 
30 an der ostpreufßischen Küste, in Pillau nur 17 mm, während die größten 
Niederschlagsmengen, 100 mm übersteigend, in Hamburg, Friedrichsort (107) und 
Greifswalder Oie (110) fielen. ; 
“ Von den Windrichtungen wurden zur Zeit der Terminbeobachtungen am 
häufigsten beobachtet an der Nordsee die Richtungen aus Nord — NE, an. der 
Ostsee die aus Ost—Süd, während dort die Richtungen aus ESE—SSW und hier 
die aus NW —NE gelten auftraten. 
Während sich am 1. bis 3. eine Depression von Nordwesten her nach 
Centraleuropa, dieses zeitweise ganz verdeckend, verlagerte, wehten die Winde, 
bei der Wanderung des Minimums durch die Nordsee über Jütland nach der 
südlichen Ostsee, an der Nordsee aus SW bis NW, an der Ostsee aus SW bis 
SE. An den folgenden Tagen, am 4. und 5., verschwand dieses Minimum rasch 
nordwärts, hoher Luftdruck breitete sich von Russland her über Skandinavien 
und bedingte, in Wechselwirkung mit einer sich vom Mittelmeer über dem 
kontinentalen Europa ausbreitenden Depression, Winde aus östlichen Richtungen 
an der deutschen Küste. 
Als am 6. und 7. ein Theilminimum von Süddeutschland über die Oder- 
Mündung nach Mittelskandinavien schritt, drehten die Winde an der westlichen
	        
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