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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Pomortsef: Richtung und Geschwindigkeit der Luftströmungen. 
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parallel, welcher der Verbindungslinie der Centren hohen .und niederen Luft- 
druckes benachbart ist.“ . 
Weitere Beobachtungen in dieser Richtung bestärkten noch mehr den Zu- 
sammenhang zwischen der Bewegung der Cirren und der Entstehung von 
Cyklonen; der Luftschiffer Lieut. Yablotshkof, welcher im Sommer 1895 
mit dem erwähnten Theodoliten arbeitete, bemerkte, dafs, je gröfser die Winkel- 
geschwindigkeit der Cirren sei, um so rascher das Barometer sinke. Die oben- 
erwähnten Beobachtungen der Luftschiffer-Abtheilung ergaben in dieser Beziehung 
ebenfalls reiches Material, dessen Bearbeitung zu Schlüssen führt, die ich hier in 
Kürze darlegen will, 
Uebersteigt die Winkelgeschwindigkeit der Cirruswolken 7 Bogenminuten 
in 1 Sekunde, so beginnt darauf das Barometer zu sinken. Dieses Sinken geht 
um so rascher vor sich, je gröfser die Winkelgeschwindigkeit der Wolkenbewegung 
ist, wobei jeder Minute des Wachsens der Winkelgeschwindigkeit ein Sinken des 
Barometers um */s mm (für welchen Zeitraum ?) entspricht. Beträgt die Winkelgeschwin- 
digkeit weniger als 7 Bogenminuten, so fängt das Barometer im Verhältnifs zu steigen 
an. Der tiefste Stand des Barometers verspätet sich um 24 Stunden und mehr 
gegen die Zeit, wann die Bewegung der Cirruswolken die höchste Geschwindigkeit 
erreicht. Erreicht die Winkelgeschwindigkeit der Cirren die Geschwindigkeit 
von 9 Bogenminuten in 1 Sekunde, so kann man mit grofser Wahrscheinlichkeit 
im Laufe der folgenden 24 Stunden Niederschlag erwarten. Diese Wahrschein- 
lichkeit wird um so größer, je größer die Geschwindigkeit der Cirren ist. 
. Vom Sommer zum Winter nimmt die Winkelgeschwindigkeit der Cirren 
im Ganzen zu. 
Man darf nicht vergessen, dafs alle Resultate auch hier sich auf Mittel 
beziehen. Die einzelnen Beobachtungsziffern sind mehr oder minder voneinander 
verschieden, doch ist dieses hauptsächlich dem Höhenunterschied der beobachteten 
Cirren zuzuschreiben. 
Was die Richtung der Cirruswolken im Allgemeinen anbelangt, so wurden 
die Resultate meiner früheren Forschungen bestätigt. ; 
Die Bewegung der ersten Cumuli fällt mit der Richtung der Isobare an 
der Erdoberfläche zusammen, wie immer der Typus des Luftdruckes auch sein 
mag. Die Cirren wurden meistens als zwei mächtige, miteinander einen mehr 
oder weniger grofsen Winkel bildende Ströme beobachtet. Am Orte, wo diese 
Ströme sich kreuzten, zeigten die Wetterkarten „sattelförmige Isobaren“,!) 
Notizen. 
Ueber den Gebrauch des Tiefenmelders („Submarine Sentry“) 
berichtet der Kommandant S. M. S. „Prinzefßs Wilhelm“ Folgendes: 
Auf der Reise von Kobe nach Tshifu wurde am 4. Oktober 1897 4*a der 
Tiefenmelder ausgebracht und auf 36 m eingestellt, um die Bank bei dem Vor- 
gebirge von Shantung anzulothen. Der Tiefenmelder meldete 5" 40" a die Tiefe, 
und bald darauf wurde NO-Shantung-Feuer gesichtet. 
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen 
Seewarte im Monat März 1898. 
Von Kauffahrteischiffen. 
a. Segelschiffe: 
1. Hamburger Bark „Artemis“, Kapt. R. Mehring. 50° N-Br—Montevideo, 
14/5—6/7 1897, 53 Tage. Montevideo—58,5° S-Br in 67° W-Lg, 11/8—4/9 1897, 
1) Im Weiteren führt der Verfasser einige Beispiele verschiedener Richtung der Luftströmung 
in verschiedenen Höhen an (z. B. No. 40 der Tabelle) und geht dann auf einige Betrachtungen über 
die mechanische Entstehung von Cyklonen und Antficyklonen durch die Wirkung oberer Ströme 
ein, ohne eine nähere Begründung seiner Anschauungen zu geben, 
Ann, d. Hydr, ete., 1898, Heft V.
	        
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