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Full text: 26, 1898

Pomortisef: Richtung und Geschwindigkeit der Luftströmungen. 183 
sich im Laufe weniger Stunden um 90 und mehr Grad drehte; infolgedessen bot 
das Vergleichen selbst schon wenig Sicherheit. Die auf diese Weise bestätigte 
Allgemeinheit der erwähnten Abhängigkeit zwischen den vertikalen Aenderungen 
von Windrichtung und Geschwindigkeit verleiht die Möglichkeit, die gefundene 
Gesetzmäfßigkeit zu benutzen, um die Größe der Luftreibung zu bestimmen, 
Bestimmung der Gröfse der Luftreibung, Stellen. wir uns vor, dafs 
Lufttheilchen sich in einer gewissen Richtung AB, welche den Winkel @ mit der 
Richtung der Isobare CD auf Erden (siehe Fig. 2) bildet, bewegen. Bezeichnen wir 
die Kraft, welche die Lufttheilchen 
in der Richtung des Gradienten AM 
in Bewegung setzt, durch P. Die 
ablenkende Wirkung der Erdrotation 
auf die beweglichen Lufttheilchen ist 
der Bewegung derselben stets per- 
pendikulär, d, j. in unserem Falle mul 
diese Kraft nach AN, perpendikulär 
zu AB, gerichtet sein. Bekanntlich 
wird die Kraft AB durch 2w - v + sin @ 
ausgedrückt, wo w® die Winkelge- 
schwindigkeit der Drehung des Erd- 
balles um seine Axe, v die Linien- 
geschwindigkeit der Bewegung der 
Lufttheilchen, # den Breitegrad be- 
zeichnen, ; 
Auf die Lufttheilchen, welche sich in der Richtung von A nach B bewegen, 
wirkt die Reibung, welche der Luftbewegung stets entgegengesetzt, sich folglich 
von A nach K richtet. Benennen wird letztere Kraft durch K. Nimmt man an, 
dafs die Lufttheilchen sich für eine Zeit lang gleichmäfsig bewegen, so werden 
sich alle Kräfte im Gleichgewicht befinden, und wir werden berechtigt sein, 
folgende Bedingungen niederzuschreiben: 
3) P cos « = 2w-v-s8in% 
(4) Psinae = K 
Differenzirt man die Gleichung (4) nach bh, da wir gesehen haben, dafs 
die Windrichtung oder der Winkel « mit der Höhe sich ändert, so erhält man: 
P cos & se ==> aK 
dh dh 
% 
& da dK 
2wsinp Y ah ar 
Aus der oben abgeleiteten Abhängigkeit wissen wir, dafs 
de de dv 
— dr = 3,508 oder ah => 3,508 . an 
Setzt man diesen Ausdruck in die letzte Gleichung, so findet man: 
2-3,508 + w.singp + Vr 5 = Sn 
Beide Theile der Gleichung mit dh multiplicirend und sie integrirend, 
erhält man: 
5) . 3,508-w-v?.sinp = K 
Da @ — 0,000073, so ist der Ausdruck für Reibung: 
K = 0,000256 « v® «+ sin ıp 
Wie ersichtlich, ist die Reibung dem Quadrate der Geschwindigkeit der 
Luftbewegung proportional und ist dabei die für Reibung gefundene Größe viel 
bedeutender als diejenige, welche Guldberg und Mohn für die Küstenstationen 
Europas auf Grund der Beobachtungen über Ablenkung des Windes von der 
Richtung der Gradienten annahmen.‘*) 
der 
\ Der scheinbare Kinflufs der Breite @# auf K würde wohl wegfallen, wenn .der Quotient
	        
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