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Full text: 26, 1898

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1898. 
geführt, und ihr wird dasselbe Gewicht wie den anderen Bestimmungen verliehen, 
während infolge der geringen Anzahl von Beobachtungen des Windes an der 
Erdoberfläche auf der vom Luftschiff durchlaufenen Bahn Letztere gerade am 
wenigsten Sicherheit bieten. . 
Es wäre daher zweckmäfiger, bei genügender Anzahl von Bestimmungen 
der Lage des Ballons während seines Fluges, die vorhandenen Beobachtungen 
derart zu bearbeiten, dafs der Wechsel der Windgeschwindigkeit für jede, 
einander zwischen zwei Nachbarhöhen folgenden, 100 m bestimmt werde, In 
ganz gleicher Weise können auch die Resultate der Beobachtungen von Azimuten 
der Luftschiffbewegung bearbeitet werden. 
in Anwendung auf das oben angeführte Beispiel, wäre letzterenfalls der 
Gang der Beobachtungen folgender: 
Dicke der Luft- 
schicht in Metern 
0—1670 
1670—2420 
34.90— 92680 
Mittelhöhe 
S 
des Ballons SZ 
in Metern‘ = 
Aenderung 
der Wind- 5 Er 
geschwindig- zB 5 
keit in Metern! 3 E SR 
p. SS. “ 
835 
2045 
9550 
1670 +7,4 
750 —1,2 
260 — 0,1 
| + 25° 
— 0° 
ı 
| 
Acnderung der 
Windyeschwin- 
digkeit mit 
100 m Höhe 
Aenderung der 
Windrichtung 
mit 100 m Höhe 
+0,44 +1° 
—0,16 | —0° 
— 0,04 — 0° 
Das Zeichen + bei Aenderung des Azimuts der Windgeschwindigkeit 
deutet an, dafs sich mit der Höhe der Wind nach rechts dreht. 
Die angeführten Aenderungen des Windes sind auf die in der zweiten 
Spalte aufgezeichnete Mittelhöhe des Luftschiffes bezogen. 
Bearbeitung gegebener Ballonfahrten. Alle in Russland bis 1891 
gemachten Uebungen wurden von mir gesammelt und nach Möglichkeit rechtzeitig 
bearbeitet. Obwohl das gesammelte Material!) für allgemeine Schlüsse irgend 
welcher Art bei Weitem nicht zureichend war, konnte man daraus doch ersehen, 
daß ein bestimmter Zusammenhang zwischen dem Kreislauf der Luft und der 
Vertheilung des Luftdruckes am Erdboden bestehe. 
Im gegenwärtigen Werke ist reicheres Material vereinigt und bearbeitet; 
es enthält die Resultate von 83 in Russland gemachten Aufstiegen und an 300 
Bestimmungen von Windgeschwindigkeit und -richtung in verschiedenen Höhen. 
Die darauf bezüglichen Daten sind in der unten angeführten Tabelle ver- 
zeichnet,*) in welcher alle Aufstiege in chronologischer Ordnung aufgeführt sind. 
In den ersten Spalten befinden sich die Mittel für Geschwindigkeit und Richtung 
des Windes, die den Mittelhöhen des Ballons in dem betreffenden Fahrtabschnitt 
entsprechen. In den darauf folgenden Spalten?) ist die Aenderung von Wind- 
richtung und Geschwindigkeit für jede 100 m gegeben. Diese Aenderung ist auf 
die Mittelhöhe zweier Nachbarhöhen mit bestimmter Windrichtung und Ge- 
schwindigkeit bezogen, eine Annahme, die keinen bedeutenden Fehler bewirken 
konnte, da alle während der Fahrten gemachten Beobachtungen darauf hindeuten, 
dafs die Aenderung der Windrichtung und Geschwindigkeit mit der Höhe nur 
langsam und allmählich vor sich geht. Schroffer Wechsel in diesen Gröfsen ist 
entweder nur bestimmten Typen von Luftdruck eigen oder mit raschen Aende- 
rungen in denselben verbunden. In den letzten Spalten sind gegeben: Luftdruck 
an der Meeresoberfläche am Orte des Aufstiegs, Form des Luftdruckes und 
Familienname der an der Fahrt betheiligten Luftschiffer. Alle Luftfahrten, 
bei denen der Ort des Aufstiegs nicht angegeben ist, wurden von Petersburg 
aus unternommen. Novogeorgiefsk liegt unterhalb, Ivangorod oberhalb Warschau 
an der Weichsel. 
i) Siehe Pumortsef: „Wissenschaftliche Resultate von 40 Luftfahrten“, St, Petersburg 1891. 
2) Im Original der Tabelle fehlt von der 40. Fahrt un die Rubrik für die Höhe, auf die 
sich die Richtung des Ballons bezieht; wahrscheinlich ist es von da an dieselbe, die für die Ge- 
schwinrdigkeit gilt. In einigen Fällen ist im Original die Stunde der Fahrt nicht angegeben. In 
der Rubrik „Luftdruck“ giebt die Zahl den Barometerstand im Meeresniveau bein Aufstieg an. 
Wo kein Ort genannt ist, fand der Aufstieg in St, Petersburg statt. 
3) Hier fortgelassen.
	        
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