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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Annalen der Hydrographie und Marititen Meteorologie, Mai 1898, 
Augenblick zur Aufnahme unbenutzt vorüber gehen läfst und das denkbar un- 
günstigste Resultat erzielt, ein Fehler, den auch die chemischen Belichtungsmesser 
an sich haben. 
Nachdenkende Leser des vorigen Artikels könnten sich für die einzelnen 
Sonnenhöhen, Abblendungen und Witterungsverhältnisse Tabellen herstellen, aber 
da bei Berücksichtigung aller Fälle aus einer kleinen Tabelle, welche man leicht 
übersehen kann, ein dickes Buch werden würde, halte ich es für gerathener, sich 
selbst nach meinen Angaben einen Belichtungsmesser anzufertigen.!) Die dazu 
nöthigen Tabellen und Skalen sind in einer besonderen Tafel im Anhange ge- 
geben und zwar in der Gröfse, in welcher sie zur Verwendung kommen sollen, 
Die Anleitung zur Anfertigung der einzelnen Schieber ist in verkleinertem Mafs- 
stabe gegeben, und müssen die Schieber der Gröfse der Gesichtsfläche des 
Rechenschiebers entsprechend angefertigt werden. 
Als Material zu den Schiebern kann Satinirpappe oder dünnes Blech Ver- 
wendung finden. Die Gesichtsfläche und die Halter des Rechenschiebers sollten, 
um widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit zu werden, mit einer Schellacklösung 
überzogen sein. Den Rechenschieber zu verbessern, soweit er verbesserungsfähig 
ist, stelle ich in Jedermanns Belieben. Es würde zu weit führen, wenn ich hier 
angeben wollte, auf welcher Voraussetzung das Instrument begründet ist. Das 
herauszußnden, überlasse ich dem Nachdenken des Amateurs, nur so viel diene 
zur Erklärung, dafs, um die Belichtungstabelle aufstellen zu können, einige Auf- 
nahmeobjekte, welche im vorigen Artikel aufgeführt sind, wegbleiben mufsten; 
man’ hat für diese Gegenstände das Mittel aus den ihnen zunächst liegenden zwei 
Belichtungszeiten zu nehmen. Für Gruppen-Portraits im Zimmer „und Atelier, 
helle und dunkle Interieurs, habe ich die Mittel aus den längsten und kürzesten 
Belichtungszeiten gebildet. 
Die auf der Gesichtsfläche des Schiebers stehende Gebrauchsanweisung ent- 
bindet mich von allen weiteren Erklärungen. 
Ausführung. Auf starker Pappe oder dünnem Holz, oben und unten 
mit Führungsleisten versehen (Form Fig. 1), läuft ein Schieber (Fig. 2), welcher 
genau zwischen die Leisten hineinpafst. Das untere Anhängsel wird übergeklappt 
und dient als Träger der Beleuchtungsskala. Genau in der Mitte dieses Schiebers 
ist ein Ausschnitt a angebracht, durch welchen die Zugbänder des Höhenschiebers 
hindurchgeführt werden. Unter dem Ganzen liegt die Gesichtsfläche des Rechen- 
schiebers. Die Zugbänder des Höhenschiebers kehren durch die Schlitze b, © 
und d auf die Oberfläche des Beleuchtungsschiebers zurück. Der Höhenschieber 
ist mit zwei Schlitzen zu versehen, durch welche die Belichtungstabelle hindurch 
geht. Beit ist die Höhenskala zu befestigen. Ueber dem Ganzen liegt die Ge- 
sichtsfläche des Rechenschiebers. Fig. 4 zeigt die Anordnung sämmtlicher Schieber 
übereinander. Für die Anfertigung des Schiebers (Fig. 3) ist noch zu bemerken, 
dafs Zugband g bei g,, h bei h,, am Schieber befestigt sein mufs. Am unteren 
Theile des Schiebergesichts ist auf der Rückseite ein Streifen festes Pergament- 
papier so anzukleben, dafs es den Beleuchtungsschieber schützt und die Bewegung 
des Höhenschiebers nicht hindert. In der Gebrauchsanweisung bezeichnet A den 
Höhenschieber, C den Beleuchtungsschieber, B den Belichtungsschieber. 
Die Angaben des Instrumentes genügen vollständig für den Gebrauch des 
Amateurs und eine geringe Unter- oder Ueberbelichtung kann ja leicht bei der 
Entwickelung ausgeglichen werden. 
Ich wünsche den Benutzern des nach obigen Angaben hergestellten In- 
strumentes besten Kıfolg und hoffe, dafs recht viel Gebrauch davon zum Nutz 
und Frommen der Seefahrt gemacht wird. 
Hamburg, den 9. März 1898. 
Paul Matthieu. 
1) Herr Chr. Harbers in Leipzig bringt neuerdings einen von mir konstruirten Belichtungs- 
messer in den Handel, welcher gestattet, auf jeder beliebigen Breite für einen gegebenen Augenblick 
lie Sonnenhöhe abzulesen, sich also für solche seefahrenden Liebhaberphotographen eignet, welche 
nicht die nöthige Uebung im Schätzen der Somnenhöühe haben oder dieselbe weder berechnen noch 
messen können. Der Preis ist ein mäfsiger (etwa 3 bis 4 Mark) im Vergleich mit den übrigen im 
Handel betindlichen Belichtungsmessern.
	        
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