Knipping: Orkan bei Minikoi im Neun-Grad-Kanal (Arabisches Meer). 163
1. Ueber dem Arabischen Meere entstehende Cyklonen bilden sich, mit
seltenen Ausnahmen, auf der Nordgrenze des Südwestmonsuns, u. s. W,
3. Wenn sich der Nordostmonsun ohne Unterbrechung von Süd-Asien bis
zum Aequator hin erstreckt, d. h. wie gewöhnlich vom Dezember bis März, bilden sich
keine Cyklonen über dem Arabischen Meere; reicht aber seine Südgrenze
nicht so weit, so bilden sich gelegentlich Cyklonen in sehr niedriger
Breite.
8. Die Anfangsstadien einer Cyklone an der Nordgrenze des Süd-
westmonsuns werden oft durch das Auftreten eines abnormen nördlichen
Windes und schönes Wetter, die an der Südgrenze des Nordostmonsuns
durch abnormen südlichen. Wind gekennzeichnet, nicht aber durch lang
anhaltende Windstillen.
14. Eine verworrene Kreuzsee begleitet meistens die Cyklone und ist
300 bis 400 Sm weit vom Sturmcentrum zu verspüren; es kommen aber auch
vereinzelt Cyklone vor ohne Kreuzsee, ja ohne nennenswerthe See
überhaupt trotz Windstärke 12. E. Knipping.
Näherungsweise Konstruktion der Mercator-Projektion.
„ Von Prof. Dr. E. HAMMER in Stuttgart.
Es ist schon mehrfach versucht worden, die Mercator-Projektion näherungs-
weise durch unmittelbare Konstruktion darzustellen. Wenn ich hier einen neuen
derartigen Versuch mache, so geschieht es besonders deshalb, weil die in letzter
Zeit wieder empfohlene Näherung von Braun ihrem Zweck nicht genügend
gerecht wird.
1. P. Braun hat zwei cylindrische Abbildungen vorgeschlagen, beides
Perspektiven auf den die Erde im Aequator berührend umhüllenden Cylinder-
mantel, wobei der Augpunkt in der Aequatorebene einen festen Abstand D vom
Kugelmittelpunkt hat, aber mit der geographischen Länge des abzubildenden
Punktes wechselt, nämlich von .diesem stets 180° absteht. Bei den beiden
Braunschen Entwürfen ist, wenn der Kugelhalbmesser = 1] gesetzt wird, D= 1
(Augpunkte die Punkte des Erdäquators) und D = 0,4 (Augpunkte im Umfang
des mit dem Halbmesser 0,4 in der Ebene des Erdäquators beschriebenen Kreises).
Der erste von beiden Entwürfen kommt hier nicht weiter in Betracht, der zweite
ist „Brauns genäherter Mercator-Entwurf“, wobei aber D nicht ganz zweckmäfsig
angenommen ist. An und für sich ist selbstverständlich D zunächst ganz will-
kürlich, man kann mit D zwischen 0 und co beliebig viele derartige Entwürfe
konstruiren; wichtig davon sind nur solche, die Näherungen an andere cylindrische,
nicht durch Perspektiven auf den Cylindermantel zu Stande kommende, aber
durch irgend eine wichtige besondere Eigenschaft ausgezeichnete Entwürfe bieten.
2. Diese besondere Eigenschaft kann auch bei den cylindrischen Entwürfen
(wie bei azimutalen, konischen u. s. w.) sein: Winkeltreue (Mercator-Projektion);,
Flächentreue (Lamberts „isocylindrische“ Projektion) oder endlich Ver-
mittelung zwischen beiden. Um diese Arten der cylindrischen Abbildung kurz
vorzuführen, mag hier ein flüchtiger Ueberblick über diese ganze Gruppe voraus-
gehen. Bleiben wir bei den cylindrischen Abbildungen mit Aequator-Berührungs-
cylindern (sehen wir also bei den flächentreuen und vermittelnden Entwürfen ab
von dem. in einem bestimmten andern Parallelkreis 9‘ schneidenden Cylinder),
so steht das System der Meridiane der Abbildung vollständig fest; es ist eine
Schaar von parallelen Geraden, wobei, wenn 1:M den Mafsstab der Abbildung
in einem Punkt des Aequators und R den Kugelhalbmesser bedeutet, die Karten-
meridiane 0° und 2° den Abstand
(1) R » 29
M o°
von einander haben. Auch das System der Parallelkreise ist insofern bestimmt,
als es aus ‚einer Schaar paralleler, das Meridiansystem senkrecht schneidender
Geraden besteht. Es ist also nur noch festzusetzen das Abstandsgesetz
’9)
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