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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen ‚Meteorologie, Mai 1898, 
In der Figur ist danach die Bahnrichtung zu NW angenommen, die Ge- 
schwindigkeit zu 7 Knoten. Die erste heftige Böe wird um 7"p_ verzeichnet, 
gleichzeitig der erste Blitz in SW und Donner; der Donner bleibt übrigens stets 
schwach und wird von 11"p an nicht mehr gehört; das Blitzen dagegen wird 
um 8p in allen Richtungen bemerkt, ausgenommen in NW. Besonders auf- 
fallend war der geringe Seegang. Es heifst nämlich darüber: Von 7'/ Uhr an 
nahm er plötzlich schnell ab, trotz des zunehmenden Windes; um 9* p merkwürdig 
ruhige See; um 11 Uhr merkwürdig ruhige See. Gleich nach 12 Uhr fing es 
"ärchterlich an zu wehen. Die See blieb dabei merkwürdig schlicht. Um 3ha, 
Wind nimmt allmählich ab, See bleibt fortwährend ruhig. 6*a, Die See bleibt 
ruhig, keine Dünung vorhanden. 
Da dieser Orkan in mehr als einer Beziehung wichtig ist, verdient er im 
Anschlufs an die gründlichste Untersuchung der Cyklonen des Arabischen Meeres, 
die wir besitzen: „Cyklone Memoirs“, part IV. Arabian Sea. Von Dallas, eine 
etwas genauere Besprechung. Die 17 Hauptergebnisse des Werkes von Dallas 
findet der Leser auch in dem „Segelhandbuch der Seewarte über den Indischen 
Dzean“, Seite 252, 
Dallas stützt sich im Ganzen auf 54 Fälle (vom Jahre 1648 bis 1889), 
also eine sehr mäfsige Zahl, von denen drei auf den Januar kommen. Er selber 
schenkt allen diesen drei Januarfällen kein besonderes Vertrauen, denn er sagt 
Mem. IV, S. 403, unten: „Man kann diesen unsicheren Sturmnachrichten kaum 
viel Werth beimessen. Sicherlich hätten wir bei den beiden Januarstürmen aus 
der Neuzeit, nämlich denen von 1863 und 1871, viel genauere Angaben erhalten 
zönnen, wenn es schwere Stürme gewesen wären. Höchst wahrscheinlich waren 
die beiden Fälle von Tellicherry (1805) und Ratnagiri (1871) nichts Anderes als 
örtliche Böen, und der viertägige Sturm in 23° N-Br und 60,5° O-Lg (1863) war eins 
von den auf dem Lande entstandenen Unwettern, die zu Zeiten von Südarabien, 
dem Persischen Golf oder der Mekran-Küste aus auf den nördlichen Theil des 
Arabischen Meeres übergehen.“ 
Tafel LV von Dallas für Januar giebt unter der Ueberschrift: „Oerter 
ünd muthmafliche Bahnen von Stürmen, über die keine sichere Auskunft 
erhältlich“ Folgendes an: 
No. 8. 1805. Ende in 9° N, 74° O; Bahnrichtung von Nord-Ceylon aus 
in 81/2° N, 80° O nach WzN. 
No. 33. 1863. Von 25° N, 57'2° O nach 23° N, 60'/° O0; Bahnrichtung 
im Golf von Oman nach SOzO. 
No. 37. 1871. Von 16° N, 712° O nach 18° N, 74’ 2° O0; Bahnrichtung 
über die Malabar-Küste nach NO. 
Unser Orkan vom 15. und 16. Januar 1898 ist hiernach überhaupt 
der erste genau beobachtete Januar-Orkan im Arabischen Meere. 
Ueber No. 8 sagt Dallas (Mem. IV, S. 406) „Am 7. Januar 1805 trat 
ein Orkan in Tellicherry auf, aber aufser der nackten 'Thatsache findet sich 
keine weitere Angabe und nichts, was die weitere Bahn andeuten könnte, obwohl 
der Cyklon über Ceylon oder die äufserste Südspitze Vorderindiens gegangen 
zu sein scheint.“ 
„Der einzig sichere Schluls aus diesen drei Fällen ist der, dafs das 
Arabische Meer während dieses Monats besonders frei von Störungen ist, aber 
Jafßs eine sehr schwache Möglichkeit des Auftretens cyklonischer Stürme ungefähr 
in der Breite von Ceylon vorhanden ist und des Auftretens schwerer örtlicher 
Stürme oder Böen an den äufsersten nördlichen Küsten.“ Um auch noch die 
benachbarten Monate zu berücksichtigen, entnehmen wir über den Februar: „In 
diesem Monate giebt es keine Cyklonen“. Im December (Mem. IV, 8. 412) 
iraten zwei Cyklonen auf, der eine im Norden in 22° N, 67° O0. „Der zweite, 
No. 17 entstand Ende November im südlichen Theil des Bengalischen Meerbusens, 
ging über Ceylon und Kap Komorin und erschien im Arabischen Meere am 
3. Dezember 1845“. "Tafel LIV bei Dallas giebt als Bahn 8'/2° N, 80° O; 
10° N, 74° O; Ende in 13° N, 71° O0. Der Bahnanfang von dieser No. 17 
stimmt fast ganz überein mit der Bahn von No. 8. 
Die Ergebnisse von Dallas könnten hiernach vielleicht in einigen Punkten 
noch etwas genauer gefafst werden. (Die empfohlenen Zusätze sind gesperrt 
gedruckt, die Streichungen klein gedruckt.)
	        
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