accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1898. 
In Luzon, am Eingange in der Manila - Bai, ist ein Ankerplatz nördlich 
von der 
Corregidor-Insel, 14° 25', 120° 33’, an der Südküste von Mindoro in 
Garza-Bai, 12° 13‘, 121° 11°. 
Einige Proben der täglichen Luftdruckschwankung auf See nach 
Barographen-Aufzeichnungen an Bord S. M. S. „Deutschland“ und 
des Segelschiffes „Preufsen“‘. 
Der in diesen Annalen wiederholt, z. B. auf Seite 427 des Jahrganges 1896, 
ausgesprochene Wunsch nach Aufzeichnungen von selbstregistrirenden Barometern 
an Bord deutscher Schiffe beginnt in Erfüllung zu gehen. Im Märzheft der Annalen 
sind bereits einige interessante Barogramme von deutschen Kriegsschiffen aus 
einem grofsen Sturme wiedergegeben. An dieser Stelle wollen wir dagegen 
einige Aufzeichnungen über die tägliche Barometerschwankung bei ruhigem 
Wetter vorführen. 
Kürzlich sind der Seewarte die Aufzeichnungen zugekommen, die an Bord 
S. M. S. „Deutschland“, Kommandant Korv.-Kapt. Placht, auf der Reise von 
Kiel über Portsmouth—6Gibraltar-- Port Said und Aden nach Sokotra an einem 
Registrir-Barometer Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preufsen 
gewonnen worden sind. 
Auf dem Segelschiff „Preufsen“, Kapt. Schmidt, ist auf der Reise von 
Hamburg nach Iquique und zurück eine zusammenfassende Reihe von Auf- 
zeichnungen eines ebensolchen Richardschen, im Besitz der Seewarte befindlichen 
Barographen gewonnen worden, die zwar an vielen Tagen durch starke künstliche 
Zackenbildung!) entstellt ist, aber doch für den täglichen Gang des Luftdruckes 
interessante Vergleiche mit den Aufzeichnungen auf S. M. S. „Deutschland“ liefert. 
Das Einsetzen des Papierstreifens erfolgte jeden Montag um Mittag nach 
Ortszeit. Der Zeitfehler wegen der Aenderung der Länge war in den unten an- 
geführten Beispielen geringfügig, nur bei den Kurven I und IV mufs die Uhr 
aus diesem Grunde der Örtszeit um etwa 10 Minuten voraus gewesen sein. 
Dennoch fielen auf der „Preufsen“ die Extreine auf der Ausreise durchweg auf- 
fallend spät, die Maxima meist erst nach 11°, die Minima meist nach 5", während 
auf der Rückreise sie bei 9 bis 10* und 3 bis 4" liegen. Leider ist auf diese 
Zeitangaben kein Gewicht zu legen, da keine Zeitmarken gemacht worden sind 
und bei der Kleinheit der Zeitskala ein erheblicher systematischer Fehler beim 
Einsetzen des Papiers möglich ist. Der Gangfehler der Uhr war nach Kapitän 
Schmidts Angabe unbedeutend. 
In der Nähe des Aequators zeigte der Barograph auf der „Preufsen“ auf 
der Hin- und Rückreise zwei fast gleich grofse Druckwellen täglich. Folgende 
Kopie des Barogramms von 4° N bis zum Aequator auf der Ausreise (Kımve I, 
1. bis 4. Juni 1597) und von 2° bis 8° N auf der Rückreise (Kurve II, 18. bis 
21, Oktober 1897) zeigt dieses Verhältnifs. Der Mafsstab ist der des Originals, 
| mm an der Kurve entspricht 1 mm im Barometerstand. Die Senkung vom 
Maximum bis zum Minimum betrug im Durchschnitt der drei Tage: 
bei Nacht bei Tage 
Ausreise ... . 1,3 mm 1,5 mm 
Rückreise . . 14 24 
In der Nähe von 18° N war sogar, wie die Kurve I1I (20. bis 23. Mai 1897) 
zeigt, an mehreren Tagen auf der Ausreise die Schwankung in der Nacht etwas 
zröfser als am Tage, nämlich durchschnittlich jene 1,2, diese nur 1,0 mm, 
1) Die Ursache des Fehlers, der nicht mit dem Oscilliren des Schreibstiftes bei Seegang zu 
veıwechseln ist und unzweifelhaft von zu grofser Reibung des Schreibhebels her ührt, konnte nicht 
mit Bestimmtheit festgestellt weıden. Nach seiner Rückkehr funktionirte der Barograph auf der 
Seewarte tadellos. Vielleicht lag der Fehler darin, dafe die Arretir-Vorkehrung aus Mifsverständnifs 
nicht vollständig ausgeschaltet vewesen ist,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.