JS. Hann, Handbuch der Klimatologie,
erhielt, die es nicht nur für Meteorologen, sondern auch für weitere Kreise an-
ziehend machen muß. Man vergleiche z. B. die Beschreibungen des Verlaufs
eines Tropentages von Wallace (II., S. 38) und Bates (II., S. 362), jene von
J. A. Broun über die Monsunregen in Südindien, vom erhabenen Standpunkt
des Augustia-Peaks beobachtet, die von Jumghuhn über das Klima von
Java u. s. w. Diese Schilderungen finden sich denn auch in dieser Auflage wieder,
vermehrt durch manche seitdem veröffentlichte.
In den Bänden II und II] des Werkes findet der Seemann das Klima
aller Küstengegenden der Erde in gedrängter aber scharfer Charakteristik be-
sprochen; über das Klima der hohen See ist nur wenig gesagt, aber dieses
Wenig ist richtig und stützt sich zum Theil auf die neuesten Quellen. Wieder-
holt sind hierbei die Segelhandbücher der Seewarte sowie diese Annalen heran-
gezogen. Eine Bemerkung auf Seite 53 des II. Bandes (Fußnote 1) beruht in-
dessen auf Irrthum: die angeführten Zahlen für die „Regenwahrscheinlichkeit“
beziehen sich wirklich auf den Tag, sind also im strengen Sinne zu verstehen,
da sie aus den Schiffstagebüchern der Seewarte von Sprung und mir direkt ge-
wonnen sind; die Bemerkung von Hann trifft erst für die darauf folgenden An-
gaben aus der Arbeit des „Meteorological Office“ zu, Fufsnote 1 sollte also mit
den Noten 2 und 3 verschmolzen werden, Die Wahrscheinlichkeit einer Wache
mit Regen ist natürlich immer viel kleiner als die eines Tages mit Regen;
Um einen Begriff von der Reichhaltigkeit des Gegebenen zu erhalten,
möge hier eine Anzahl der Küsten und Inseln angeführt sein, für die sich
nicht nur Zahlenwerthe und deren fachmännische Diskussion, sondern anschau-
liche Schilderungen des Witterungslaufes und seiner Wirkung auf den Menschen
im vorliegenden Werke finden; in Klammern ist die Quelle beigefügt:
Band II, Tropenzone: St. Helena (Webster), Senegal (Borius), Gold-
küste (Schänker), Kamerun (Preufs), Unt. Kongo (Danckelman, Pechuel
Loesche), Deutsch Südwest-Afrika (Büttner, Schenk, K. Dove), Madagaskar
(Grandidier), Sansibar, Somaliland (Haggenmacher), Sokotra (Balfour),
Indien (Blanford), Ceylon (Houghton), N. Borneo (Walker), Philippinen
(Semper), Bangkok (Friedel), Kanton (Meyen), Java (Junghuhn), Keelings
(Guppy), Neu-Guinea (Warburg), Pt. Darwin (Little), K. York (Rottray),
Hawali (Dutton, Bechtinger), Samoa (Gräffe), Fidji, Noumea (Aber-
cromby), Sinaloa (Weidner), Tehuantepec (Schufeldt), Mosquito-Terr. (Bell),
Costarica (Frantzius), Jamaica (Maxwell Hall), Haiti, Virgin Isl. (Palgrave),
Porto Rico (Latimer), Barbados (Rawson), Venezuela (Sievers), Peru, Gala-
pagos (Wolf), Surinam (Kappler), Para (Wallace, Bates), Rio Janeiro.
_ Band III, Gemäfsigte und kalte Zonen. Mittelmeer: Mistral (Fischer),
Bora’ (Wrangell), Leveche (Hellmann), Kanar. Ins. (Christ), , K. Juby,
Spanien und Port. (Willkomm); Okhotskisches Meer (Krman), Japan; Labrador,
Texas; Alaska (Dall, Boer), Kalifornien (Whitney); Kapkolonie (Johnston);
Melbourne (Neumayer), N. S. Wales (Russel, Lendenfeld), Südaustralien
(Todd), Neuseeland (Hursthouse, Barker); La Plata, Süd-Chili, Santiago
(Gillis), Serena, Copiapo; Spitzbergen (Martins), Westgrönland (Rink).
Der erste Band ist dagegen der allgemeinen Klimatologie gewidmet, und
zwar werden nacheinander zuerst die einzelnen klimatischen „Faktoren“!) — Tem-
peratur, Bewölkung, Winde, Luftdruck, Verdunstung — behandelt, alsdann das
solare Klima, Land- und Seeklima, Höhenklima und Klimaänderungen. Dafs der
Abschnitt „Höhenklima“ vortrefflich, ist selbstverständlich: ist doch Hann hier
auf seinem eigensten Gebiet. Allein auch die Auseinandersetzungen über Land-
und Seeklima, welche für die meisten Leser dieser Annalen noch mehr Interesse
haben werden, lassen an Auswahl und Behandlung des Stoffs nichts zu wünschen
übrig. Dem, was über die täglichen Land- und Seewinde auf S. 156—161
gesagt ist, kann ich nur vollständig zustimmen, was bei dem entsprechenden
Äbschnitt der ersten Auflage nicht der Fall war (vgl. Oest. Meteor. Zeitschr.,
1884, S. 39), Auch die Bedenken, die Hann gegen die Annahme von Blan-
ford und Seemann äußert, wonach die im Tageslaufe sich erhitzende Luft auf
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1) Vielleicht wäre es besser, nach De Marchis Vorgang diesen Ausdruck für die das
Klima beeinflussenden astronomischen und geographischen Bedingungen zu reserviren, an dieser
Qtalle aber den Ausdruck _klimstische Elemente“ anzuwenden.