Aus den Reiseberichten Seiner Majestät Schiffe.
letzterer Insel bis zur Spitze Breaker von 0,3 Sm in der Stunde und dann bis
Pedro Blanco von 0,9 Sm stündlicher Geschwindigkeit ebenfalls parallel der
Küste. Dieselben Beobachtungen über Strömungsversetzung machte S. M. 8.
„Kaiserin Augusta“, Kapt. z. S. Koellner, am 26. bis 28. Dezember 1897, doch
hatte sie zwischen Breaker Point und Lammock 2 Sm stündlichen Strom, nördlich
dieser Insel dicht unter Land 1 Sm. Nordöstlich von Turnabout-Insel fand „Irene“
im Formosa-Kanal entgegen der unter den gegebenen Verhältnissen — frischer
Nordostmonsun, Stärke 7, mit entsprechendem Seegang — erwarteten südwestlichen
keine Versetzung. Auf „Kaiserin Augusta“ äufßserte sich im Formosa-Kanal der
Einflufs der Gezeiten dadurch, dafs das Schiff von der Küste ab oder auf dieselbe
zu gesetzt wurde.
Zwischen Hongkong und dem Tshusan-Archipel beobachtete S, M. 8.
„Prinzefs Wilhelm“, Kapt. z. S. Adolf Thiele, zwischen dem 28, November und
2. Dezember 1897 folgende Strömungsverhältnisse: Auf der Strecke von Hong-
kong bis Hieshan setzte der Strom in südwestlicher Richtung parallel zur
Küste mit 1,4 bis 2,2 Sm stündlicher Geschwindigkeit. Unter Land war er be-
trächtlich schwächer. Seine größte Stärke erreichte er zeitweilig zwischen den
Inseln Turnabout und Tung-yung mit 2,2 Sm in der Stunde. Von Hieshan
bis Video wurde kein Strom beobachtet.
Der Nordostmonsun wehte aus NO bis ONO mit durchschnittlicher Stärke 5,
die sich zeitweilig bis auf Stärke 7 steigerte, so namentlich im nördlichen Theil
der Formosa-Strafse, wo der Wind eine grobe, steile See aufwühlte, die auch
im südlichen Theil verhältnilsmäfsig hoch gewesen war.
Auf etwa 30° N-Br am 2. Dezember 1897 vor dem Tshusan-Archipel hörte
das Gebiet des Nordostmonsuns auf, die Temperatur fiel von 13°C auf 6,7°C,
Fischerzeichen an der chinesischen Küste.
S. M. S. „Prinzeßs Wilhelm“, Kapt. z. S. Adolf Thiele, traf am 29. No-
vember 1897 zwischen den Inseln Brothers nnd Chapel zahlreiche Fischer-
fahrzeuge und Netze. Letztere machten sich durch grofse schwimmende Knüppel
bemerkbar und erforderten ein sehr aufmerksames Steuern, ;
Auch vor dem Tshusan-Archipel am 2. Dezember 1897 würde eine grofse
Fischerflotte passirt.
Ansteuerungsmarke für die Kiautschou-Bucht,
„China Sea Directory“, vol. III —- B. XI, 5 —, S. 523,
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Am 3. Dezember 1897 bei Nordwestwind war die Luft aufserordentlich
sichtig, so dafs S, M. S. „Prinzels Wilhelm“, Kapt. z. S. Adolf Thiele, den
Berg So Shan östlich der Kiautschou-Bucht bereits auf 75 Sm Entfernung in
Sicht bekam.
Wassertiefe von 83 Faden ostnordöstlich von Tung-yung. ;
S. M. S. „Irene“ lothete in der Nacht vom 18. zum 19. Oktober 1897 beim
Ansteuern der chinesischen: Küste von Nagasaki her mit dem Tiefloth, welches
gebraucht wurde, um rechtzeitig die Annäherung an Tung-yung bezw. die Insel
Alligator zu bemerken. Hierbei wurde auf etwa 26° 35‘ N-Br und 121° 6‘ O-Lg
mit dem Bambergschen Loth eine Tiefe von 152 m (83 Faden), Grund: grober
Sand, gefunden, obgleich nach den englischen Admiralitätskarten (Br. Ad. 1262
— Tit. XI, 23 — und 2412 — Tit. XI, 121 —) dieses Gebiet bis auf
120 Sm von der Küste keine Tiefen über 60 Faden (110 m) und die nächste Um-
gebung sogar nur 40 bis 50 Faden (73 bis 91 m) aufweist. Die späteren Lothungen
stimmten mit den Angaben der Karten überein.
Strömung an der Südküste von Korea,
„China Sea Directory“, vol. IV — B. XI, 6 —, S. 33.
S. M. S. „Prinzeß Wilhelm“, Kapt. z. S. Adolf Thiele, fand am 3. No-
vember 1897 bei leichtem östlichen Wind an der Südküste Koreas bis zur Bate-
Gruppe nördlichen Strom von etwa 1 Sm stündlicher Geschwindigkeit, und west-
lich dieser Gruppe südlichen Strom von etwa 2 Sm in der Stunde.