mensetzung aufwiesen, wie die in der Deutschen
Bucht Vorgefundenen. Wenn man voraussetzt,
daß das Ausbreitungsverhalten der Substanz mit
dem Modell näherungsweise richtig beschrieben
wird, deutet dies darauf hin, daß es sich um unter
schiedliche Einleitungen gehandelt haben muß.
Ein Unfall als Ursache für die beobachteten
Verschmutzungen, z. B. der Verlust von Schiffsla
dung, ist damit weniger wahrscheinlich. Ursache
der Verschmutzungen könnte eine illegale Ab
fallentsorgung auf See gewesen sein. Ermittlun
gen der Staatsanwaltschaft sind angelaufen.
Das vorliegende Beispiel zeigt, daß eine re
gelmäßige Überwachung notwendig ist: Ein ra
sches Auffinden der Verschmutzungen und ge
naue Kenntnisse über deren Ausmaße und
Verteilungen erhöhen die Chance, die Ursachen
für diese Verschmutzungen heraus zu finden. Die
beschriebene Verschmutzung durch tert. Butyl-
phenole ist kein Einzelfall: Außer z.T. massiven
Verschmutzungen durch Mineralöl wurden an den
Stränden der Niederlande, Dänemarks und
Deutschlands in den letzten Jahren weitere, ge
fährliche Chemikalien, wie Nonylphenol und Do-
decylphenol, vorgefunden. Auch in diesen Fällen
besteht der Verdacht, daß Chemikalienabfälle auf
See illegal entsorgt worden sind.
Da derartige Produkte nur bei auflandigen
Winden an die Küste gelangen und somit ent
deckt werden, besteht der Verdacht, daß die
Nordsee stärker durch illegale Einleitungen ver
schmutzt wird, als bisher angenommen worden
ist. Außerdem handelte es sich bei den festge
stellten Produkten um Stoffe, die an der Meeres
oberfläche schwimmen. Es ist nicht unwahr
scheinlich, daß auch andere Stoffe eingeleitet,
Alkylierte Phenole
aber nicht entdeckt werden, weil sie sich im Was
ser lösen oder auf den Meeresboden absinken.
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