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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

144 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1898, 
auropa ausgebreitete Hochdruckgebiet, sowie späterhin unter der Wechselwirkung 
eines über Südschweden nach der südöstlichen Ostsee schreitenden Theilminimums 
und des von Südwesteuropa wieder stark vordrängenden Hochdruckgebietes am 
£. bis 3. stürmische Winde aus westlichen Richtungen an der Küste hervor: am 
[i. an der östlichen Ostsee, meist Stärke 8. bis 9., am 2. an der ganzen Küste, 
ostwärts bis zur Oder vielfach Stärke 9 bis 10, im Osten Stärke 8 bis 9, und 
am 3. an der Nordsee und westlichen Ostsee, meist Stärke 9 oder 10. 
Als am 4, eine Depression von der Nordsee her südostwärts nach Ost- 
deutschland schritt, drehten die Winde an der Küste nach Nord bis Ost und 
blieben auch am 5. nördlich, als beim Vordringen hohen Luftdruckes von Westen 
her eine ostwärts gerichtete Verlagerung der am 4. ganz Europa bedeckenden 
Depression erfolgte. Indessen breitete sich eine am 5. im Nordwesten erschienene 
Depression rasch südostwärts aus und entsandte am 6. bis 8. Theilminima nach 
der südlichen Ostsee, Winde aus SW bis NW bedingend. 
Indem das Hochdruckgebiet im Südwesten mit einem anderen über Finn- 
land in Verbindung trat, bildete sich ein von der Biscaya-See bis Finnland ge- 
zstreckter Rücken hoben Druckes, der am 9. bis 11. an den östlichen Küsten- 
theilen Winde aus NE bis SE, an der Nordsee meist aus SE bis Süd zur Folge 
hatte. Dann dehnte die Depression im Nordwesten, ostwärts schreitend, ihren 
Wirkungskreis am 12. bis 14. wieder über Nordeuropa bis Finnland hin aus, 
südwestliche Winde herbeiführend. 
Eine neue der norwegischen Küste im Norden am 15. nahende Depression 
breitete sich rasch südostwärts über der Nordosthälfte Europas aus und rief an 
der Küste am 16. und 17. durch Entwickelung eines Theilminimums über Mittel- 
3kandinavien, das südostwärts fortschritt. bei gleichzeitigem starken Steigen des 
Luftdruckes über dem Südwesten des Erdtheiles stürmische Winde aus westlichen 
Richtungen hervor, am 16. an der ganzen Küste, vielfach Stärke 9 und zum 
Theil auch 10 an der Nordsee und der westlichen Ostsee, meist Stärke 8 an der 
östlichen Ostsee, und am 17. an der Nordsee, westlichen und mittleren Ostsee, 
Stärke 8 und mehrfach auch 9. 
Nachdem der Luftdruck über Südwesteuropa wieder stark abgenommen 
hatte, stellte sich am 18. und 19. über Centraleuropa niedriger und ziemlich 
zleichmäfsig vertheilter Luftdruck ein, und an den folgenden Tagen war fast 
gyanz Europa von einer Depression bedeckt, indem ein über der Nordsee liegendes 
Minimum seinen Einflußs ausdehnte und ein anderes Minimum südlich von Irland 
her nach Frankreich vordrang; da im Osten über Russland hoher Druck lag, so 
wehten die Winde an der Küste an diesen Tagen meist aus Süd bis Südost. In- 
dem dann ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln von Westen her vor- 
drang und sich von Schottland nach Finnland hin ein Gürtel relativ hohen 
Druckes bildete, wurde die Depression nach dem kontinentalen Europa gedrängt, 
30 dafs am 23. und 24. an der Küste Winde aus SE bis NE wehten. 
Doch bereits am 25, drehten die Winde an der Nordsee wieder nach Süd- 
west unter dem Einfluß einer über dem Ozean heranziehenden Depression, die 
sich bis Ende des Monats über Nordeuropa bis zum Ostseegebiet ausbreitete und 
für die ganze Küste milde ozeanische Luft herbeiführte. 
Berichtigung. 
Im Jahrgang 1897 dieser Annalen, Seite 516, Zeile 10 und 9 von unten, Ankerplatz, mufs 
es heifsen: 
SW1/%4S, St. Vincent East Point Sz0140. 
N14A0, Fort 0S03/40. 
anstatt Birds Island 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sochn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
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