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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Südwestküste von Celebes und Fahrwasser von Makassar, 
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Der Unterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Wasserstande war 
ungefähr 1,9 m. Eine Hafenzeit kann selbstverständlich nicht angegeben 
werden, doch lassen sich vielleicht aus den beobachteten Gezeitenerscheinungen 
— falls sie, was wahrscheinlich ist, sich jedes Jahr wiederholen — die ungefähren 
Zeiten der Hoch- und Niedrigwasser ermitteln, 
Aus den in der Malasoro-Bai vom 26. April bis 20. Mai 1895 angestellten 
Pegelbeobachtungen ergiebt sich, dafs in dieser Bai Springzeit ungefähr ein Tag 
nach dem Maximum der Monddeklination und Nippzeit ungefähr ein Tag nach 
dem Durchgang des Mondes durch den Aequator eintreten. Ferner, dafs die 
halbtägigen Tiden häufiger stattfinden als auf der Rhede von Makassar. Während 
sich das Niedrigwasser ungefähr gleichzeitig mit dem auf der Rhede oder bis zu 
einer Stunde früher einstellt, ist der Zeitunterschied zwischen den Hochwassern 
beider Orte beträchtlich, namentlich wenn an dem einen Orte eintägige Tiden 
and auf dem anderen halbtägige Tiden vorherrschen. In der Bai war das Maximum 
des Fluthwechsels 1,4 m, das Minimum 0,52 m und der gröfste Unterschied zwischen 
dem höchsten und niedrigsten Wasserstande 1.49 m. 
Die während der Vermessungen bei Dajang Dajangan bis zu einer Ge- 
nauigkeit von 0,15 m gemachten Wasserstandsbeobachtungen ergaben, dafs zwar 
hier die Gezeitenerscheinungen vielfach mit denen bei Makassar übereinstimmen, 
aber die halbtägigen Tiden längere Zeit vorherrschen als bei diesem Orte. Ein 
ständiger Zeitunterschied der Hoch- und Niedrigwasser bei Dajang Dajangan und 
Makassar läfst sich nicht nachweisen. Die Hoch- und Niedrigwasser der Spring- 
Authen fanden meistens gleichzeitig statt. Bei den übrigen Tiden wurden sowohl 
positive als auch negative Zeitunterschiede bis zu einem Maximum von zwei 
Stunden beobachtet. 
Auch bei Langkai waren die halbtägigen Tiden häufiger wahrnehmbar 
als bei Makassar und verschwanden nur zur Springzeit. Der gröfste Fluthwechsel 
betrug hier 1,37 m, der kleinste 0,55 m und der Unterschied zwischen höchstem 
ınd niedrigstem Wasserstande 1,62 m. 
Winde. Im Jahre '1895 kam der Ostmonsun am 10. Mai entschieden 
durch und herrschte ununterbrochen bis zum 14. November. Während des Ost- 
monsuns wird die Richtung des Seewindes von der Lage der Küste und der 
Bodengestaltung des Küstenlandes sehr beeinflußt, 
Auf der Rhede von Makassar weht der Seewind aus SSW bis West, 
selten nördlicher als West, kommt im Mittel gegen 10 Uhr morgens durch und 
ist öfters sehr kräftig. Die Richtung des in der Regel schwächeren Landwindes 
ist SSO bis Ost, selten nördlich von Ost. Er stellt sich ungefähr zwischen 6 und 
7 Uhr abends ein. 
Während des Westmonsuns, der im Jahre 1895 am 13. Dezember, be- 
gleitet von Regenfällen, kräftig zu wehen begann, ist die Richtung des See- 
windes West bis NNW. Die heftigsten Böen kommen im Januar vor, und der 
Landwind bleibt in diesem Monate wiederholt aus. Er weht selten aus einer 
Richtung südlich von Ost. 
Auch auf dem Rücken von Langkai weht während der Zeit des Ost- 
monsun der Seewind am Tage aus Süd bis SW, behält aber diese Richtung 
kürzere Zeit und läuft wieder nach SSO und Ost zurück. 
In der Nähe von Dajang Dajangan wurden diese westlichen Richtungen 
selten bemerkt und blieben auch an der Südküste während des Ostmonsuns aus, 
Der Wind wechselt dann nur zwischen 0SO am Tage und ONO des Nachts. 
Je dunstiger die Kimm im Süden ist, desto kräftigerer südöstlicher 
Wind lälst sich erwarten. Die Eingeborenen nennen diese Erscheinung „Tun- 
gara“, Sehr diesige Luft im Norden deutet an, dafs im Norden ein kräftiger 
östlicher Wind („Burubu“) weht. Dieser wird jedoch mehr im nördlichen Theile 
des Spermünde Archipels angetroffen. 
Strömungen. Der nach West längs der Südküste von Celebes laufende 
Strom hat bis südlich von Dajang Dajangan eine westnordwestliche Richtung, 
dann bieet er um den Rand der Bank und wendet sich nach NNW, längs Langkai
	        
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