Südwestküste von Celebes und Fahrwasser von Makassar.
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Grenze erreicht. Sie bildet hier eine reichlich 6 Sm nach West vorspringende
Spitze und läuft dann nördlich bis nordnordwestlich, dicht längs der Inseln
Langkai und Lanjukang. Auf einigen Stellen der von dieser Tiefenlinie be-
grenzten grofsen Bank, namentlich in SW und West von Dajang Dajangan
und an der Süd- und Nordseite von Langkai erhebt sich ein Korallenrücken, auf
dem sich einige Gefahren befinden, die später beschrieben werden sollen. Hat
man diesen Rücken passirt, so nehmen die Tiefen wieder beträchtlich zu und
werden nur vereinzelt liegende Gefahren angetroffen.
Leuchtfeuer. Auf dem südwestlichen Theile der Küste und den dabei
liegenden Inseln befinden sich die folgenden Leuchtfeuer.
1. Auf der Insel Dajang Dajangan ein festes, weifses Bakenfeuer
19,3 m über Wasser, das bei klarem Wetter und reichlich 4,5 m Augeshöhe
14 Sm sichtbar ist. Das Feuer befindet sich auf einem weißen Gerüste aus Eisen,
das auf der Ostseite der Insel, ungefähr 25m vom Strande errichtet ist. Das
Feuer wird in der Tana Keke-Strafse zwischen den Peilungen N 54°W und N 30°W
von den hohen Bäumen ‚der Insel verdeckt. Die Position des Feuers ist
5° 24‘ 2" S-Br und 119° 11‘ 39“ O-Lg.
2. Bei Makassar, auf 5° 8‘ 10“ S-Br und 119° 24‘ 15” O-Lg, ein festes
weifses Küstenfeuer, 14 m über Wasser. Der aus Stein erbaute Leuchtthurm
steht westlich vom Fort Rotterdam auf Udjung Pandang. Er ist weiß
mit rothem Bande. In seiner Nähe befindet sich ein Wohnhaus für die Leucht-
wärter. Die Sichtweite des Feuers beträgt ungefähr 12 Sm.
3. Ein festes Feuer mit weiflsem und rothem Sektor in der Nähe
von Mariso, südlich von Makassar, auf 5° 9‘ 29“ S-Br und 119° 24‘ 37“ O-Lg.
Es ist roth in S76°O bis N 73° O0, durch Ost gerechnet, und in den übrigen
Peilungen weiß. Das rothe Feuer ist 5 Sm und das weifse 10 Sm weit sicht-
bar. Zwischen der Peilung N 43° O0 und der Küste von Celebes wird das Feuer
ab und zu von den hohen Bäumen auf Tandjung Bunga verdeckt und erscheint
einem in Fahrt begriffenen Schiffe als ein weifses Feuer mit unregel-
mäfsigen Blinken. Das Leuchtfeuergerüst ist ein weifßser, eiserner Rahmen.
In der Nähe desselben steht die weiß angestrichene Leuchtwärterwohnung.
Gezeiten. In Makassar wurden vom 1. April 1895 bis 1. April 1896
regelmäßige Pegelbeobachtungen von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends gemacht.
Nachts fanden keine regelmäfsigen Beobachtungen statt. Das Resultat der Beob-
achtungen ist im Nachstehenden zusammengefafst.
Vom April bis einschliefslich Januar traten die Springfluthen ungefähr
14 Tag nach dem Maximum der Monddeklination auf und die Nippfluthen ungefähr
1 Tag, ‚nachdem der Mond den Aequator passirt hatte. Im Februar und März
wurde diese Regelmäfsigkeit nicht bemerkt. Im Februar fand, soweit als sich
dies ermitteln ließ, die Springfluth 2 bis 3 Tage nach dem Maximum der Mond-
deklination und die Nippfluth 4 bis 5 Tage nach dem Durchgange des Mondes
durch den Aequator statt. Im März wurde nur eine Springfluth, 4 bis 5 Tage,
nachdem die Monddeklination das erste Mal ihr Maximum erreicht hatte, bemerkt,
Ein weiteres Ergebnifs der Pegelbeobachtungen war das Vorherrschen der
eintägigen Tiden. Auf 215 Beobachtungen von eintägigen Tiden kamen 71 halb-
tägige, und 80 mal wurde nur eine geringe steigende oder fallende Bewegung
des Wassers wahrgenommen.
Die Gezeitenerscheinungen waren in den verschiedenen Monaten des
Jahres die folgenden:
In der ersten Hälfte des April herrschten die halbtägigen Tiden vor und
waren auch während Springzeit bemerkbar. Es war dann ungefähr gegen 8 Uhr
morgens Hochwasser und gegen 12 Uhr nachts Niedrigwasser, während die zweite
Tide mit geringem Fluthwechsel Niedrigwasser gegen 2 Uhr nachmittags und
Hochwasser gegen 6 Uhr abends. hatte. Vor Springzeit war das Morgenhoch-
wasser höher als das Abendhochwasser. Nach dieser Zeit bis Nippzeit trat das
letztere in den Vordergrund, und das Morgenhochwasser verspätete sich allmählich,
jedoch nicht mehr als etwa zwei Stunden. Der Fluthwechsel dieser Tide war
gering bis er zur Nippzeit mit dem wieder .um 6 Uhr morgens eintretenden Hoch-
wasser gleich dem Fluthwechsel der Abendtide wurde,
Ann. d. Hryäar. etc, 1898, Heft II.