Ann. d. Hydr. ete., XXVI. Jahrg. (1898), Heft 1.
Strömung zwischen Terschelling und der Insel Wight.
Aus dem Reisebericht der II. Division des Kreuzergeschwaders, Divisionschef Kontre-Admiral
PRInz HEINRICH VON PREUSSEN, Königliche Hoheit,
Es wurde vom 18. zum 19. Dezember 1897 ein. aufßsergewöhnlicher Strom,
von Terschelling-Feuerschiff ab in den Kanal setzend, vorgefunden. Die Witterungs-
verhältnisse waren folgende gewesen: Am 17. und 18. südwestliche bis nord-
westliche Winde‘ von mäfiger Stärke, welche von Terschelling - Feuerschiff ab
starken Nebel begleiteten. Am Morgen des 19, setzten frische östliche Winde ein,
Es wurde insgesammt ein Strom von 35 Sm in den Kanal hineinsetzend
von 9% 20%"a des 18. bis Sta des 19. aufser den Gezeitenströmungen beobachtet,
im Durchschnitt also 1,7 Sm in der Stunde.
Auf der Fahrt von Varne bis Spithead wurde am 19. gleichfalls ein west-
licher Strom von durchschnittlich 1,2 Sm stündlich vorgefunden, trotzdem, ‚ent-
sprechend der Gezeitenstromkarte, auf einen Gegenestrom von 2 bis 2,5 Sm zeit
weise zu rechnen gewesen wäre,
Von Hakodate nach Yokohama.
Aus dem Bericht des Kommandos der Kreuzerdivision, Divisionschef Kontre-Admiral VON DIEDERICHS.
August 1897.
S. M. SS. „Kaiser“ und „Prinzefs Wilhelm“ .verliefsen den Hafen von
Hakodate am 14. August um 11* 55” a und ankerten in Yokohama am
17. August um 6* 5° a, ” . ,
1. Wind und Wetter. Das Wetter war am 14. August in Hakodate
und in der Teugar- Straße klar und sichtig, es wehte in Stärke 2 bis 3
aus WNW. ;
Am nächsten Tage ging der Wind, rechts drehend, auf NE herum, gegen
Mittag auffrischend auf 5. Gleichzeitig bezog‘ sich der Himmel, und die Luft
wurde diesig. .
Am 16. wehte es an der japanischen Ostküste aus derselben Richtung in
Stärke 4, im. Uebrigen war das Wetter schön und klar, Gegen Abend bezog es
sich wieder, und in der Nacht flaute der Wind, auf Nord drehend, im Uraga-
Kanal bis auf Stärke 1 bis 2 ab. Während der ganzen Ueberfahrt herrschte an
der Ostküste Japans eine nordöstliche Dünung, Stärke 2, die bei Melahead auf
Stärke 3 wuchs. Das Barometer stand bei der Abfahrt noch unter dem Einflufs
eines westlich von Hakodate vorbeigegangenen Taifuns. Vom niedrigsten Stand,
759,1 mm, stieg es stetig bis auf 766,6 mm am 16. und fiel bis zum 17, früh
wieder bis auf 764,0 mm. ,
2. Stromverhältnisse.!) Der Strom setzte in der Tsugar - Straße den
Angaben der Karten u. s. w. entsprechend. Er wurde zeitweise bis zu 5 Sm in der
Stunde gemessen. Von Shiriya Saki an wurde an der ganzen Ostküste Nipons
entlang der Oya-Siwo in wechselnder Stärke konstatirt;, Bis Yamada-Bucht lief
er in Richtung SSW 1Sm in der Stunde —- am stärksten zwischen Yamada und
Kinkasan (Kinkuwasan) SW 1,4 Sm in der Stunde -—, schwächer wieder zwischen
Kinkasan und Inuboye Saki SSW 0,6 Sm, zwischen letzterem Vorgebirge und
Katsuura WSW 1 Sm in der Stunde. a .
Durchschnittlich setzte er also unter den derzeitigen Windverhältnissen
etwas auf die Küste. Im Falle unsichtigen Wetters ist deshalb Vorsicht geboten,
da das Loth keine Warnung bei zu grofser Annäherung giebt, und da aufßserdem
ı) „China Sea Directory“, IV, S, 32, 33.
Ann. d. Hydr. ete., 1898, Heft I,