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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1898.
ihre eigenen Dampfwinden, sowie Kohlengeschirr haben und etwa 25 bis 30t in
der Stunde in die Bunker werfen, „Armenia“ nahm 600% in 20 Stunden. Preis
für 1t 14 Mk.
Proviant. Frisches Fleisch ist wohlfeil.
Gesundheitspolizei, Es wird ständig ein Gesundheitspafs verlangt, und
der ärztliche Besuch mufs abgewartet werden, ehe der Verkehr mit dem Lande
eröffnet werden darf.
Zollamtliche Behandlung. Es wurden vier Ladungsmanifeste und eine
genaue Proviantliste verlangt. i
Das deutsche Konsulat liegt State Street Boston.
Seemannsheim und Seemannskrankenhaus ist am Ort vorhanden.
Einrichtungen zum Kompensiren von Kompassen, Untersuchung
nautischer Instrumente sind vorhanden, nautische Bücher und Seekarten
zu haben.
Docks und Ausbesserungswerkstätten. „Armenia“ wurde im Trocken-
dock mit 4,25 m Tiefgang eingedockt, das Standgeld betrug 10 cents für die
Registertonne brutto und den "Tag. Die Arbeiten wurden von der Schiff- und
Maschinenbaufabrik Atlantic Work gut, doch ziemlich theuer, ausgeführt.
Die Strömungen längs der Küste richten sich sehr nach den vor-
herrschenden Winden und setzen mit südöstlichen Winden stark in die Bucht
von Casco hinauf,
Segelanweisung. Für nach Boston bestimmte Dampfer ist es em-
pfehlenswerth, Kap Cod anzulaufen, da man mit Sicherheit darauf rechnen kann,
hier einen Lootsen anzutreffen,
Naranjo (Costa Rica).
Juli 1897.
Die Direktion veröffentlicht die folgende, ihr von dem Schifferschüler
Leonhard Karow-Altona eingesandte Beschreibung des wenig bekannten Lade-
platzes Naranjo (Costa Rica) mit folgenden Bemerkungen:
Die Mündung des Naranjo-Flusses liegt in etwa 9° 22’ N-Br und 84°
6’ W-Lg. Die amerikanische Admiralitätskarte No. 1017 „West Coast of Central
America, Indes Point to Burica Point“ — "Tit. XI, 377 — zeigt östlich von der
Flußs-Mündung zwei Gebäude, ebenso die englische Admiralitätskarte No. 2145
— "it. XI, 374 —. Die Gebäude sind thatsächlich offene Hütten, welche den
Holzschleppern als Unterkunft während der Beladung des Schiffes dienen, wie
Herr Karow mündlich mittheilte. Erstere Karte ist ihres größeren Mafsstabes
wegen vorzuziehen und kann die nicht vorhandene Specialkarte bei vorsichtigem
Ansegeln ersetzen, umsomehr, als die von der englischen Admiralität heraus-
gegebene Segelanweisung „Sailing Directions for the West Coast of Central America
and the United States“, 1896, auf Seite 48 bemerkt, dafs in der Nachbarschaft
der Quepos-Inseln keine verborgenen Gefahren gefunden sind. Die Tiefen-
angaben in der Karte erscheinen verläfslich, sie sind im Jahre 1885 einer Prüfung
durch Offiziere der Vereinigten Staaten-Marine unterzogen. Die Lage von Naranjo
ist leicht auszumachen, da sich das Vorgebirge, dessen äufserste westliche Spitze
als Quepos Point bezeichnet ist, gut von dem östlich und westlich davon
liegenden niedrigen flachen Strand abhebt, dadurch, dafs es steil aus dem Meere
aufsteigt und aus verschiedenen dicht bewaldeten buckelförmigen Anhöhen besteht.
Der östlichste Vorsprung des Vorgebirges wird in der angezogenen Segel-
anweisung Naranjo Point genannt, er kann auch bei dickem Wetter gut aus-
gemacht werden, südlich ist ihm ein Felsen vorgelagert, dessen Oberfläche zum
gröfsten Theil röthliche Färbung zeigt. .
Herr Karow hat gelegentlich seines Aufenthaltes vor Naranjo auf der
Hamburger Bark „Dione“, Kapt, J. Christiansen, Juni—August 1897, folgende
Beobachtungen gesammelt bezw. durch mündliche Mittheilungen ergänzt:
Von Punta Arenas (Costa Rica) aus wurde „Dione“ nach Naranjo bestimmt,
um einen Theil der Ladung einzunehmen. Da der Ort wenig bekannt ist, so