Wittinge, Ro: Zur Kenntnis des vom Winde erzeugten Öberflächenstromes,
HE:
Nach Verwandlung der Windstärke in m/see finden wir:
Werte von K. Werte von I.
Windgeschw, mısee, 2 2 4 SS 10 | Windgeschw, m/sec. 1 2 4 6 10
Gruppe I... 0. 54 53 47 48 48 ; Gruppe I... 54 37 24 21 15
(Gruppe IT... 0. 54 51 45 45 48 Gruppe HI, . 0. 0. 54 30 23 20 15
Ein Übergang zur relativen Geschwindigkeit des Windes, also zu der um
die Stromgeschwindigkeit verminderten Windgeschwindigkeit, würde die hier
mögliche Genauigkeit sehr wenig vergrößern.
Wie wir sehen, ist die Formel, in welche die Quadratwurzel der Wind-
vyeschwindigkeit eingeht, vorzuziehen. Sie gibt, wenn wir die m/sec-Werte ver-
wenden und als mittleren Konstantenwert % = 4.8 nehmen, die Stromgeschwindig-
keiten der Gruppe II mit 4.8, 6.8, 9.6, 11.7 und 15,2 cm/sec wieder, also mit
Fehlern um —0.6, -—0.4, +0.5, 0.6 und 0,2 cm/sec,
Ich sondere die theoretischen Darlezungen zu einem späteren Aufsatz ab,
so viel möchte ich jedoch äußern, daß, wenn man das Prinzip der lebendigen Kräfte
hinzuzieht, eine Folgerung die wird, daß die Mächtigkeit des Triftstromes der
Windgeschwindigkeit proportional oder noch größer ist. Mit Ekmans Triftstrom-
theorie sind. diese Ergebnisse nicht unvereinbar,
Mit den Ergebnissen betreffs des Windstaues, bei denen ich früher ge-
funden habe,’) daß die mittlere Differenz des Wasserstandes zweier Orte der
Windgeschwindigkeit, nicht deren Quadrat proportional ist, sind diese Resultate
vielleicht zu verknüpfen, Der. geläufigen Auffassung gemäß ist ja der Windstrom
auch der Windgeschwindigkeit, nicht deren Quadratwurzel proportional?)
Exzentrizität und Windstärke. Eine Mittelbildung der vorher nicht
zitierten Werte der Exzentrizität führt zu: .
Kxzentrizität der Stromellipse.
Windstärke, Beaufort 1 2 3 4 G
Gruppe I... . 083 080 078 079 0.87
Gruppe II... 085 081 0.76 077 083
Die Mittel ergeben also für die beiden Gruppen die kleinste Exzentrizität
bei 3 Beaufort, Es darf dies vielleicht so gedeutet werden, daß bei größeren
Winden die Bedingungen für die Bewegungen der Wassermassen, z. B. wegen der
Mächtigkeit der Strömung, andere werden, Hiermit würde sodann die schon er-
wähnte Anomalie körrespondieren,
Zusammenfassung. Der von dem Winde erzeugte Oberflächenstrom wird
durch die naheliegende Küste oder die Form des Meeres derart umgeformt, daß
die Strömungen längs der Küste begünstigt, diejenigen gegen die
Küste oder die diesen entgegengesetzten abgeschwächt werden; jene
betragen in den untersuchten Fällen beinahe doppelt (1.7) soviel wie diese.
Die Ablenkung des Stromes von der Windrichtung beträgt bei
den hier betrachteten, im freien Meere gelegenen Stationen im Mittel etwa 19°
rechts und nimmt mit der Windstärke ab, Die Ablenkung wird bei ver-
schiedener Stromrichtung vergrößert oder vermindert, so daß dadurch die
Bewegung der Küste entlang begünstigt wird.
Die Stärke des Stromes nimnıt ziemlich genau mit der Quadrat-
wurzel der Windgeschwindigkeit zu. Im Mittel entspricht einer Einheit in
der Quadratwurzel der Windgeschwindigkeit in m/sec. etwa 5 em/sec,
Zwischen den Windstärken 3 und 4 Beaufort hat die Erscheinung einen
kritischen Punkt, indem eine Störung in dem regelmäßigen Verhalten der ver-
schiedenen Erscheinungen wahrzunehmen ist.
Helsingfors, März 1909, ;
Finnländische hydrographisch-bioloyische Untersuchungen, Nr, 2, 5. 2411.
) Ich möchte hier kurz bemerken, . daß die heobachteten Ströme, wie auch in der Meteorologie
die Winde, nicht immer als gerichtete Größen behandelt werden, was sie ja doch sind.