Aus den Fragebogen der Deufschen Seewarte, betreffend Häfen, .
Zollamtliche Behandlung. Es werden verlangt: Drei Ladungsmanifeste,
Certifikat des Konsuls und genaue Proviantliste.
Das deutsche Konsulat liegt No. 2 Bowling Green, Broadway.
Meteorologische und Nautische Instrumente werden. untersucht
im Hydrographie Branch Office, Maritime Exchange. ; ;
Seemannsheim liegt New York, Cherry Street 118. ;
Seemannskrankenhaus New Jersey.
Zeitball (S. 129 a. a. O.) ist nicht von allen Liegeplätzen aus sichtbar.
Mudloch ($S. 138 a. a. 0.). Kapt. A. Prelle hat auf einer früheren Reise
in NO etwa 3 Sm von Sandy Hook-Feuerschiff 15 Faden (27,4 m) Grund Mud
gelothet, nach Aussage der Lootsen soll dort ein in der Karte nicht angegebenes
Mudloch liegen.
Segelanweisung. Man sollte stets Nantucket-Feuerschiff ansteuern. Der
Feuerschein des elektrischen Lichtes ist bei dunkler Nacht schon oft 4 bis 5 Sm
weiter zu sehen, als das Feuer selbst. Von hier setzt man den Kurs am besten
zwischen Fire Island-Thurm und Feuerschiff, etwa auf die Heultonne.
Kapt. J. Ockelmann schreibt: Hauptsächlich bei den Georg shoals bezw.
Nantucket shoals mufs man sich bei starkem Nord- oder Südwind auf starke südliche
bezw. nördliche Versetzung gefalst machen. Das Loth bietet insofern Anhalt, als
man östlich des Nantucket shoal-Feuerschiffes meist weißen Sand, in der Nähe
der Nantucket shoal Steine hat.
Bei Nebel oder unsichtigem Wetter ist der fleifsige Gebrauch des Lothes
geboten; man halte sich, wenn man Nantucket-Feuerschiff nicht gesehen hat,
innerhalb der 30 Faden (55 m), so lange man Mud am Loth hat, und ein Blick in die
Karte zeigt, das Schiff befindet sich querab von der Mündung des Long Island
Sundes; lothet man dann wieder Sand, so ist die Mündung passirt, Man läuft
dann unter fortlaufendem Lothen auf die Küste von Long Island zu, bis man
15 bis 17 Faden (27 bis 31 m) findet, und dann längs der Küste in diesen Tiefen
unter fortgesetztem Lothen, bis man entweder das Nebelsignal von Fire Island-
Feuerschiff oder das von Sandy Hook-Feuerschiff hören wird, welch letzteres
namentlich sehr gut und weit zu hören ist.
Baltimore.
Norddeutscher Lloyd: Dampfer „München“, Kapt, Wilh. Kuhlmann,
„Oldenburg“ „ H. Gathemann.. Januar 1898,
„Dresden“ »„ O. Grofs, 2. bis 9. Februar 1898.
S. „Principal Ports of the East Coast of the United States“, 1882.
Lootsenwesen. Es besteht Lootsenzwang, und das Lootsgeld mufs auch
dann bezahlt werden, wenn kein Lootse genommen wird. Die Lootsendampfer
haben zwei Pfahlmasten, „Maryland“ schwarzen Schornstein mit weißem P,
„Virginia“ gelben Schornstein; sie führen am Tage Flagge P- im Grofstopp,
nachts über der Dampferlaterne ein rothes Licht, und zeigen Flackerfeuer. Ihre
Station ist 5 bis 8 Sm nördlich von Kap Henry am Eingang der Chesapeake Bay;
bei stürmischem Wetter ziehen sie sich in die Bay zurück, Dies ist namentlich
bei. stürmischen Ost- und Nordostwinden der Fall, so dafs man unter Umständen
ohne Lootsen einlaufen mufßs. Auch das Absetzen der Lootsen, welche beim Aus-
gehen das Schiff bis durch den rothen Sektor des Feuers von Kap Henry bringen,
macht unter solchen Umständen Schwierigkeiten. So mußte „Oldenburg“ am
23. September 1897 bei leichtem südlichen Wind und ziemlich hoher Nordost-
dünung, nachdem sie bei Kap Henry zwei Stunden vergeblich auf den Lootsen-
dampfer gewartet hatte, der.trotz wiederholter Signale zum Abholen des Lootsen
nicht herauskam, die Reise fortsetzen und den Lootsen mit dem Schiffsboot an
Bord des Kap Charles-Feuerschiffes absetzen. . Das Lootsengeld beträgt für
1 Fuß Tiefgang:
5 Doll. für Schiffe über 15’ (4,6 m),
3 » ® „ von 12' bis 15’ (3,7 bis 4,6 m),
3,50 „" „unter 12’ (3,7 m).
Schleppdampfer. Für Segelschiffe ist die Annahme eines Schleppers im
Kanal zwischen Sandy Point und Baltimore empfehlenswerth. Es bestehen feste