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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1898.
Ansteuerung der Peiho-Mündung.
S, M. 8. „Prinzeß Wilhelm“, Kapt. z. S. Adolf Thiele. Oktober 1897,
„China Sea Directory“, Vol. III — B. XIL,5 —, 8. 609.
Man thut gut, besonders bei nördlichen Winden, den Kurs auf Taku-
Feuerschiff so zu wählen, dafs unbedingt erst Sha-lui-tien-Feuer angesteuert und
bei Tage der Thurm, welcher sich bei klarem Wetter gut markirt, gesichtet
wird. Erst wenn der Abstand von demselben bestimmt ist, ist Kurs auf Taku-
Feuerschiff zu nehmen. Letzteres ist nicht gut auszumachen, jedoch bieten die
meistens dort zu Anker liegenden Handelsschiffe gute Ansteuerungsmarken,
Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen.
New York.
Norddeutscher Lloyd: Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Grofse“, Kapt. H. Engelbart.
Dampfer „Stuttgart“ , . 8 D. Köhlenbeck.,
® „Weimar“ . 0.0.0.0... Fr. Mentz.
Deutsch-amerikanische Petroleum-Gesellschaft: Dampfer „Elise Marie“ J. Reiners.
„Mannheim“ , ı J. Ockelmann,
„Minister Maybach“ A. Prelle,
» „Brilliant“, . . G. Keller.
Januar 1898,
S. „Principal Ports of the East Coast of the United States“, 1882.
Lootsenwesen (S. 129 a. a. O.). Es ist ein Lootsendampfer und. mehrere
Segelschuner vorhanden; sie führen am Tage eine blaue Flagge, nachts weifse,
ringsum sichtbare Topplaterne und zeigen weiße Flackerfeuer, bei Nebel feuern sie
Kanonenschüsse. Der weils gemalte Lootsendampfer hat seine Station eben vor
der Barre, die Schuner, welche an beiden Masten Stengen und die Nummer im
Gaffelsegel führen, zwischen Fire Island- und Sandy Hook-Feuerschiff. Es besteht
eine Lootsentaxe. Lootsenwechsel findet nicht statt. „Stuttgart“ bezahlte ein-
laufend mit 6,2 m Tiefgang 366,53 M., auslaufend mit 7,7 m Tiefgang 392,09 M,
Lootsengeld. Der Lootse bringt das Schiff an die Ladebrücke, er geht außer-
halb der Barre bei der Mündung des Gedney-Kanals von Bord.
Schleppdampfer. Die Annahme von Schleppdampfern ist für Segelschiffe
nothwendig, für Dampfer empfehlenswerth. Nach Kapt. A. Prelle haben fast
alle Führer von Schleppdampfern Berechtigung als Hafen- und Revierlootse.
Die Bezahlung erfolgt nach Akkord.
Wassertiefen. Mit 8,5 m Tiefgang kann man die Barre nur von 2" vor
bis 2° nach Hochwasser passiren. Bei steifen östlichen Winden ist wegen der
dann hohen östlichen Dünung Vorsicht geboten, und mit diesem Tiefgang möglichst
nur bei Hochwasser die Barre zu befahren.
Wasser. In New York erhält man Frischwasser durch Wasserboote, an
einigen Ladebrücken in Brooklyn von der städtischen Leitung. Ist diese nicht
vorhanden, durch Dampfwasserboote. Das Trinkwasser ist gut.
Bunkerkohlen sind stets vorräthig und sofort nach Bestellung zu haben.
Die Kohlenarbeiter arbeiten mit eigenem Geräth, nur hat das Schiff den Läufer
und die Dampfwinde zu stellen.
Gesundheitspolizei (S. 129 a. a. 0.). Es wird ständig ein Gesundheits-
pafs verlangt und der ärztliche Besuch muß abgewartet werden, bevor der Ver-
kehr mit dem Lande eröffnet werden darf. Kommt man nach Sonnenuntergang
an, so muß man bei der Quarantänestation auf Staaten Island ankern. Auf „Kaiser
Wilhelm der Grofse“ wurde, während die Zwischendecksfahrgäste durch den
Quarantänearzt untersucht wurden, durch einen Unterbeamten das Zwischendeck
ausgeräuchert. Quarantänearzt kommt auf einem Dampfer längsseits vor Sonnen-
aufgang an,
Der Ankergrund ist gut, blauer Schlick auf 11 bis 13 m Wasser.