Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1898.
Eine Hauptsache hierbei ist, daß man genau darauf achtet, wenn der
Wind schiftet, und dafs man den Kurs sofort ändert, sonst geht der Vortheil
verloren, und man hat doppelten Schaden, nämlich ausweichenden Kurs und
weniger Fahrt. Ich meine also z. B., wenn bei Nordnordwestkurs der Wind
von SE auf SSE geht, dann bummelt man mit einem falschen Kurse platt vor
dem Winde.
2, Die Verwendbarkeit von Luftballons zu Forschungszwecken
in unseren Schutzgebieten bespricht in No. 3 der „Deutschen Kolonialzeitung“
1898 Herr O0. Baschin. Er empfiehlt, um schnell zu einer ersten kartographischen
Darstellung mancher Gebietstheile, Inseln und Küstenstrecken zu gelangen, die
man vom Schiffe aus nicht übersehen kann, die Verwendung von Fesseldrachen-
ballons nach von Parseval und von Siegsfeld, vom Ballon aus die der
Prismen-Doppelfernrohre von Zeiss in Jena, der ähnlichen neueren Entfernungs-
messer nebst photographischen Aufnahmen und Fernaufnahmen, womit sich schnell
genügende Grundlagen beschaffen liefsen, um eine in großen Zügen richtige Karte
herzustellen. Als besonders wünschenzswerth stellt er die KErfindung einer
leistungsfähigen Montgolfiere hin zur Füllung des Ballons mit erwärmter Luft
statt des Wasserstoffgases, was an Bord eines Dampfers besser und billiger wäre
als das Mitführen des Gases in Stahlflaschen. Die empfohlenen Ballons sind schon
auf kleinen Schiffen (Torpedobooten) und bei stärkerem Winde erprobt worden,
3. Faisy. (Annalen 1897, Heft VIII, S. 321.) Zu der Ansteuerung von
Faisy bemerkt das Kommando von S, M. S. „Falke“, dafs im Gegensatz zu einem
früheren Bericht, ebenfalls aus dem Jahre 1897, im dortigen Hafen klares Wasser
angetroffen wurde, so dal die in der Bucht liegenden Untiefen vom Mars aus
auf mehrere Hundert Meter gesichtet wurden.
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat Januar 1898.
1. Von Schiffen der Kaiserlichen Marine.
S. M. Schiffe und Fahrzeuge:
„Hyäne“, Kommandanten Kapt,-Lieuts. Deubel und Becker. Geführt auf
der Westafrikanischen Station.
2. Von Kauffahrteischiffen.
a. Segelschiffe:
1. Bremer Bark „Richard Rickmers“, Kapt. D. Krüger. 50° N-Br —
Java Head, 5/4—8/7 1897, 94 Tage. Java Head—Singapore, 8/7—15/7 1897,
7 Tage. Dauer der ganzen Reise 50° N-Br — Singapore 707 Tage. Bassein —
0° Breite in 94° O-Lg, 10/9—22/9 1897, 12 Tage. 0° Breite in 94° 0-Lg—Kap
Agulhas, 22/9—31/10 1897, 39 Tage. Kap Agulhas— Lizard, 31/10—24/12 1897,
54 Tage. Dauer der ganzen Reise Bassein—Lizard 105 Tage.
2. Bremer Vollschiff „Fritz“, Kapt. D. Hashagen. Lizard—New York,
2,8—20/9 1897, 49 Tage. New York—Lizard, 3/11—29/11 1897, 26 Tage.
3. Elsflether Bark „Zitania“, Kapt. D. Schierloh. 50° N-Br—Brisbane,
15/2—18,6 1897, 123 Tage. Brisbane—Kap Horn, 14/8—3/10 1597, 57 Tage.
Kap Horn-—Lizard, 3/10—9/12 1897, 67 Tage. Dauer der ganzen Reise Brisbane—
Lizard 7118 Tage,
4. Bremer Bark „Marie Siedenburg“, Kapt. J. Menkens, Lizard— New
York 16/9 — 6/11 1897, 51 "Tage. New York — Tuskar, 2/12 — 28/12 1897,
Tavre.