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Annalen der Hydrographie und Marntimen Meteorologie, Februar 1897.
Morgans Point angelegt, an der Bai, in welche der San Jacinto-Flufs sich ergiefst.
Bei hoher Fluth wird dort soweit ein Tiefgang von ungefähr 9 Fuß (2,7 m)
Wasser bemerkt. Erwähnenswerth ist, dafs auf der östlichen Spitze der Insel
Galveston eine Rettungsstation nahe dem Fort Point sich befindet und dafs
anweit davon ein Torpedo-Fort errichtet wird. Auf Fort Point befindet sich
jetzt auch ein kleiner Leuchtthurm; es ist die Absicht, am Knde des nördlichen
oder südlichen Hafendammes, nach dessen Vollendung nach Osten, einen grofßsen
Leuchtthurm zu errichten.
Nahe dem Westende der Insel Galveston, unweit vom Pals San Lmis, wurde
vor Jahren die erste Rettungsstation auf der Insel Galveston gebaut. Merk-
würdigerweise sind die Strömungen entlang der Insel Galveston derart, dafs
sie Schiffen (Gefahr bringen, auf dem mehr westlich belegenen Theile der Insel
zu stranden. Einer Unterhaltung mit Herrn Kapt. Victor Pietsch, welcher
dieser Tage mit dem Dampfer „Galicia“ der Hamburg-— Amerika-Linie von
New Orleans hier ankam, entnahm ich die Mittheilung, dafs die Fahrt über
New Orleans nach Galveston für Dampfer grofse Vorsicht erfordert wegen der
unregelmäfsigen Strömungen, welche längs der Küste vorkommen; ferner wegen
des flachen Wassers entlang der Golfküste, wodurch sich dem Schiffer Gefahr
bietet. Schiffe sollten sich 50 Meilen aufserhalb des Festlandes halten, denn
innerhalb 50 Meilen vom KFestlande läuft die Strömung von Ost nach West,
anstatt umgekehrt, wie die Karten angeben und wie allgemein angenommen wird,
In der Galveston-Bai weisen Ebbe und Fluth einen Unterschied von 1'/a
bis 2 Fuß (0,5 bis 0,6 m) auf. Die Bolivar Roads gehören zum Gebiet des
Hafens von Galveston.
Heute, den 22, Mai 1896, geben die Lootsen die Wassertiefe auf der
Durchfahrt in den Hafen Galveston wegen herrschender Springfluth mit
22'/ Fuls (6,8 m) an, ihrer Ansicht nach kann bei gewöhnlicher Fluth auf 22 Fufs
(6,7 m) Tiefe gerechnet werden,
Die Bojen am KEingange des Hafens von Galveston sind manchen Aende-
rungen in ihrer Lage unterworfen, und ist eine Angabe der gegenwärtigen Lagen
deshalb von keinem Werthe. Die Leuchtthürme auf Fort Point und auf Bolivar
Point und das Leuchtschiff am Eingange des Hafens dienen heutzutage als Weg-
weiser in den Hafen, Der Erfolg der Arbeiten für Vertiefung des Hafeneinganges
tritt noch schärfer hervor, wenn berücksichtigt wird, dafs, ehe mit diesen Arbeiten
begonnen wurde, aufser der erwähnten Aufseubarre innerhalb der Durchfahrt
eine Innenbarre existirte, welche ganz weggeschafft ist. Die Durchschnittstiefe
des darauf befindlichen Wassers wurde mit 11 Fuß (3,4 m) angegeben, ehe mit
den Vertiefungsarbeiten der Anfang gemacht war, jetzt giebt man dieselbe mit
23% Faufs (7,1 m) an, so daß die Tiefe des Wassers daselbst um 12'/2 Fufs (3,8 ın)
vermehrt ist. Die Unkosten, welche Schiffe zu tragen haben, die den Hafen
Galveston benutzen, bestehen in:
1 1. Lootsengebühr: 4 Doll. per Fufßs eingehend, 4 Doll, per Fufßs aus-
gehend,
2, Hafengebühren (tonnage dues): 6 Cents per Netto Registertonne.
Seit der bei Weitem größte Theil des Kais überdacht worden ist, müssen
Schiffe, welche von dem überdachten Kairaume Gebrauch machen, dafür der
Wharf Company eine unerhebliche Vergütung zahlen.
Wendet man sich westlich vom San Luis-Pafs die Golfküste entlang, so
erreicht man in einer Entfernung von ungefähr 12 nautischen Meilen vom San
Luis-Pafßs die Mündung des Flusses Brazos.
Nahe der Mündung dieses Flusses hatte sich in früheren Jahren ein kleiner
Ort Quintana gebildet. Die aufserhalb der Mündung des Brazos befindliche Barre
gestattete aber nicht die Entwickelung jenes Ortes zu einem Hafen. Seit einigen
Jahren haben sich indessen unternehmende Kapitalisten für Benutzung des Aus-
flusses des Brazos zur Herstellung eines größeren Hafens interessirt, indem sie
höher den Flufs hinauf den Hafen Velasco gründeten und daselbst Hafen-
bauten errichteten, für Regulirung des Fahrwassers von Velasco hinunter bis an
die Mündung des Brazos sorgten und durch Einengung der Mündung dieses
Flusses in den Golf eine Vertiefung der Barre herstellten, so dafs grofse Dampfer
in Velasco Ladung an Bord nehmen können. Die Widerstandskraft dieser Bauten
jet indessen nicht über jeden Zweifel erhaben, eine Tiefe von 21 bis 24 Fuß