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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1897, 
(Traverse) und dem Meridian der Gasanstalt ankernden Schiffe, auch wenn sie 
die dort von der Hafengesellschaft gelegten Bojen nicht benutzen, die Hälfte 
der Hafengebühren entrichten sollen. Bis jetzt haben sich die fremden Schiffe 
yeweigert, dieser Forderung der Hafengesellschaft nachzukommen. Schiffe, die 
im Schutze der Hafendämme ankern, ohne die Festmachetonnen der Hafen- 
gesellschaft zu benutzen, dürfen nicht im Norden von der Tonnenlinie ankern 
und müssen ihren Ankerplatz so wählen, dafs sie von jeder Tonne 180m und 
von der Hafeneinfahrt 300 m weit entfernt bleiben (bei jeder Lage des Schiffes). 
Verstöße gegen die Hafenordnung werden mit Geldstrafen von 1 bis 7 türkischen 
Pfunden geahndet. Schiffe, die wegen Havarie genöthigt sind, wieder in den 
Hafen zurückzulaufen, sind von den Hafengebühren während der Dauer der Aus- 
besserungsarbeiten frei. Kriegsschiffe können im Hafenbecken an den für ihren 
Tiefgang passenden Festmachetonnen liegen. Handelsschiffe, die Pulver, Spreng- 
stoffe, Petroleum, Benzin und ähnliche Stoffe geladen haben, dürfen nicht in 
den Hafen einlaufen, sondern müssen sich vom Hafenmeister den Ankerplatz 
anweisen lassen. 
Die Häfen von Texas. 
Auf der Grenze zwischen den Staaten Louisiana und Texas ist durch die 
Wasser des Sabine- und des Neches-Flusses ein Binnensee entstanden, zu dem 
der Sabine-Pafs Schiffen Eingang gewährt; an dem östlichen Ufer dieses Wassers 
liegt der von Osten ausgehend zuerst zu erreichende Hafenplatz des Staates 
Texas, Sabine-Pafs. 
Die Regierung der Vereinigten Staaten hat Gelder bewilligt, um die 
Einfahrt zu diesem Hafen zu vertiefen; man darf die heutige Durchschnittstiefe 
der Einfahrt mit ungefähr 20 bis 24 Fufs (6,1 bis 7,3 m) angeben und hofft nach 
and nach einen Tiefgang von mindestens 26 Fufßs (7,9 m) zu. erreichen. Von der 
Einfahrt über die Barre, deren Bestandtheile schlammartig sind, bis zum Hafen 
ist die Tiefe 11 bis 15 Fufßs (3,4 bis 4,6 m). Infolge besonderer Wind- und 
Strömungsveränderungen hat sich bisher eine zeitweise geringere Tiefe als 20 Fuß 
(6,1 m) ergeben, es ist aber auch wohl eiue größere Tiefe als 23 Fuß (7,0 m) 
zeitweise bemerkt worden, doch darf darauf noch nicht dauernd gerechnet werden. 
Der Hafen selbst bietet Schiffen nur geringe Vorkehrungen für Landen und Ein- 
nehmen der Ladung. 
Der Küstenstrich von Sabine-Pafs bis nach Galveston bietet keine Gelegenheit 
zu irgend welchen anderen Hafenbildungen. 
Die Ausflüsse des Trinity-Flusses und des San Jacinto-Flusses, nebst denen 
zahlreicher kleiner Gewässer, bilden die binnenseeartige Galveston-Bai, deren 
Wasser seinen Ausflufs in den Golf dort findet: 1. wo es die Insel Galveston 
von der Halbinsel Bolivar abschneidet, und 2. westlich davon, ungefähr in einer 
Distanz von 34 engl. Meilen, wo durch Ausflufs einer geringeren Wassermenge 
sich der San Luis-Pafs gebildet hat, der die Insel Galveston an ihrer Westseite 
von der Halbinsel San Luis abschneidet. Die Wasserscheide zwischen der Halb- 
insel Bolivar und der Insel Galveston hildet die Hafeneinfahrt zum Hafen 
Galveston. 
Für die Vertiefung desselben hat die Regierung der Vereinigten Staaten 
von Nordamerika die Summe von 6'/2 Millionen Dollar bewilligt, wovon die gröfsere 
Hälfte bis heute verausgabt worden ist. Ueber das bis jetzt erzielte Resultat der 
Arbeiten der Regierungs-Ingenieure äufserte sich kürzlich der diese Arbeiten 
leitende Herr Alexander M. Miller, Major des Ingenieurkorps der Armee der 
Vereinigten Staaten von Nordamerika, im Wesentlichen, wie folgt: 
„Als wir mit den Hafenvertiefungsarbeiten anfıngen, befand sich auf der 
Aufsenbarre eine Tiefe von 12 Fufs (3,7 m) Wasser, Zunächst wurde auf der 
Südseite auf Pfählen ein Schienengleis errichtet, aus dem, durch Ausfüllung in 
der Mitte mit rohen Felssteinen, ein Hafendamm hergestellt wurde, dessen Haupt- 
widerstandskraft durch grofse Felsblöcke geschaffen wurde, die, zu beiden Seiten 
gestürzt, einen mächtigen Damm bildeten, dessen Mitte das Schienengleis ist. 
Nachdem dieser Hafendamm eine Länge von 32 000 Fuß (9754 m) erreicht hatte,
	        
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