accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

MC 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1897. 
welche an der ostafrikanischen Küste stationirt sind, haben die Seychellen 
mehrere Male besucht, um den Mannschaften Erholung zu gönnen, und infolge 
des günstigen Einflusses, welchen das Klima auf die Kranken ausgeübt hat, hat 
man vor mehreren Jahren die Anlage einer dauernden Gesundheitsstation geplant; 
doch ist der Plan leider nicht zur Ausführung gekommen. Die Inseln würden 
sich in dieser Beziehung nicht allein wegen des guten Klimas und wegen der 
Sansibar nahen Lage, sondern auch wegen des billigen und infolge der Fülle 
von landschaftlichen Schönheiten äufserst genufsreichen Aufenthaltes sehr empfehlen. 
Der Hafenbau in Beirut. 
Nach dem Berichte von S, M. S. „Loreley“, Kommandant Kapt.- Lieut. von BREDOW, 
und nach anderen Berichten. 
Durch Grofsherrlichen Firman vom 11. Schewal 1887 (19. Juni 1887) 
erhielt ein Notabler von Beirut, Joseph Mutran, von der türkischen Regierung 
die Koncession zum Bau eines Hafens mit Kaianlagen in Beirut und zur Ver- 
waltung und zum Betrieb desselben auf 99 Jahre. Er übertrug die Koncession 
mit Einwilligung der Regierung auf eine Gruppe französischer Kapitalisten 
(Betriebsgesellschaft der Chaussee Beirut— Damaskus, Ottomanische Bank, Comptoir 
d’Escompte in Paris, Banque de Paris et des Pays-Bas, Dampfschiffahrts-Gesell- 
schaft der Messageries Maritimes, Graf E. de Perthuis u. A.), welche im 
Jahre 1888 unter dem Titel „Compagnie Ottomane du Port, des Quais et 
Entrepöts de Beyrouth“ eine anonyme Aktiengesellschaft mit einem Aktien- 
kapital von 7 Millionen Fres. bildete und den Hafenbau sofort in Angriff nahm, 
Seit dem 12. Juli 1889 ist an dem Bau ununterbrochen gearbeitet worden, und 
der neue Hafen ist, obgleich noch nicht ganz vollendet, im Sommer des Jahres 
1893 dem Verkehr übergeben worden. Die Hafenanlagen sind jetzt vollständig 
fertiggestellt. 
Der Hafen von Beirut ist nach einem schon im Jahre 1863 von dem 
Ingenieur Stoecklin in Marseille entworfenen und späterhin (1879 und 1886) 
von ihm revidirten Plane von dem französischen Ingenieur H. Garreta angelegt. 
Er wird im Wesentlichen aus zwei im rechten Winkel aufeinander stofsende 
Molen gebildet, deren eine, bei der Landspitze Räs-esch-Schämije anhebend, sich 
in nordöstlicher Richtung 820 m weit in das Meer hinaus erstreckt, während die 
zweite Mole von einer anderen, mehr östlich gelegenen Landspitze Räs Medawwar 
aus in nördlicher Richtung nach dem Kopfe der ersten Mole zugeführt wird, so 
dafs der Hafen die Gestalt eines rechtwinkligen Dreiecks hat, dessen Hypothenuse 
durch das Festland und deren Katheten durch die beiden Molen gebildet werden. 
Die Molen bestehen aus lose aufeinander gehäuften Felsblöcken, welche über der 
Wasserlinie mit aufgemauerten Quaderblöcken verkleidet sind. Auf dem Plan 
ist die lange Mole mit „Jetee du large“ und die kürzere östliche mit „Traverse“ 
bezeichnet. An den Kopf der Jetge du large setzt sich im rechten Winkel ein 
50 m langer Querdamm (KEperon) in der Richtung der Traverse an; zwischen 
ihm und dem Kopfe der 360 m langen östlichen Mole (Traverse) liegt die 170 m 
oreite Oeffnung des Hafens. Die Einfahrtbreite auf Wassertiefen von 8 m beträgt 
nur 135m. 
Der Hafen, d. h. die von den beiden Molen und den auf der Landseite 
angelegten Kaien eingeschlossene Wasserfläche, hat einen Flächeninhalt von un- 
veführ 20 Hektaren und soll 15 gröfseren Dampfschiffen Raum gewähren können, 
Die topographischen Verhältnisse ermöglichen im Bedürfnifsfalle eine Erweiterung 
des Hafens nach Osten hin bis zum heutigen Quarantänelazareth, wodurch sein 
Flächeninhalt ungefähr verdreifacht werden würde. Am Ufer sind breite Kaie 
angelegt worden, welche zum gröfsten Theil (50 000 qm) durch Aufschüttung dem 
Meere abgewonnen sind. 
Die Kaientwickelung beträgt 1240 m. Der mittelalterliche 'Thurm, Burdsch 
genannt, welcher, auf einem hohen Landvorsprung gelegen, den alten Beiruter 
Hafen als eine Art Landmarke beherrschte, ist durch Sprengung niedergelegt 
ınd der Raum, den er einnahm, zur Kaianlage verwandt worden. In der Nähe
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.