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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1897. 
Diese Eisbildung ist selten im Skagerack; Scoresby beobachtete sie. im 
Grönländischen Eismeer, Nordenskjöld etwas Aehnliches an der Lena-Mündung. 
Damit solche „HEisjahre“ im Skagerack eintreffen, ist das Zusammenkommen ver- 
schiedener Umstände in hydrographischer und meteorologischer Hinsicht nothwendig. 
Das Phänomen braucht ziemlich lange Zeit zur vollen Ausbildung und kann 
mehrere Tage, vielleicht eine Woche vor der Eisbildung vorausgesehen werden, 
Dazu sind Beobachtungen auf den äufsersten Punkten der der Küste vorgelagerten 
Inseln nothwendig; findet man, dals dort das Wasser bis zu größerer Tiefe 
(8 bis 15 m) beträchtlich unter 0° abgekühlt ist, und dafs die Temperaturen 
überhaupt mit der Tiefe noch niedriger werden (bis zu — 1,0° €), dann 
ist Gefahr für Eisbildung vorhanden, sonst nicht. 
Im Winter 1895/96 trat eine beirächtliche Eispackurg bei den Inseln 
vor Göteborg ein, man befürchtete ein „Eisjahr“, und mehrere an der Küste ver- 
kehrende Dampfboote legten vorsichtshalber auf. Aber es trat keine weitere 
Eisbildung ein, das wärmere Bankwasser (welches aus der Nordsee und dem 
offenen Ocean stammt) hielt sich nördlich von Pater Noster fest, und die Herings- 
fischerei nahm daher ihren Fortgang. Aus Temperaturmessungen daselbst ergab 
sich, dafs die Wasserwärme noch in 10m Tiefe nicht unter — 0,6° gesunken 
war, und dafs demgemäfs die Furcht vor einer Blockade durch dies sogenannte 
„Grundeis“ nicht begründet war.“ Schott, 
Die Seychellen auf Grund eigener Anschauung.“ 
Von Dr. A, BRAUER. 
Die Reise nach den Seychellen, welche fast ein Jahr dauerte, wurde unter- 
nommen, um die thiergeographische Stellung der Inseln durch die Untersuchung 
der Fauna und Geologie zu bestimmen, weiter um specielle zoologische 
Forschungen und Vorarbeiten für ein genaueres Studium der Korallenriffe zu 
machen. Infolge der Unterstützung, welche ich seitens der englischen Regierung, 
besonders von unserem damaligen Konsul, Herrn Rohde, sowie von den beiden 
Schweizern Herren E. Schulthess und Merian, auf deren Plantage ich die 
freundlichste Aufnahme fand, und von Herren D’Emmerez und Dauban erhielt, 
war es mir möglich, nicht nur die Hauptinsel Mahe, sondern auch die übrigen 
wichtigereu Inseln zu besuchen und genauer zu durchforschen; Allen sei auch hier 
mein bester Dank gesagt. 
Da das Material noch nicht bearbeitet ist, so kann jetzt nur eine kurze, 
allgemeine Beschreibung der Seychellen gegeben werden, — Ueber die Entdeckung 
der Inseln lauten die Angaben sehr verschieden. Sie sollen 1528, nach anderen 
Berichten bereits 1505, von Pedro de Mascarenhas auf der Fahrt von Cochinchina 
nach Mauritius entdeckt und von ihm als Archipel der Mascarenen bezeichnet 
worden sein. Mehr als 200 Jahre sind die Inseln dann unbeachtet geblieben; 
erst 1742 haben französische Ansiedler auf Madagaskar unter der Führung von 
Picault sie wieder neu entdeckt und für Frankreich in Besitz genommen als 
Iles de la Bourdonnais (nach dem Namen des französischen Gouverneurs 
auf Mauritius, Mah6 de la Bourdonnais), 1793 sollen dann französische Kreolen 
von Reunion und Mauritius sich als erste Ansiedler auf den Inseln niedergelassen 
haben, und von ihnen ist der Name wieder nach dem Namen eines französischen 
Officiers in den heutigen, die Seychellen, geändert worden. Am 17. Mai 1794 
wurden sie von den Engländern besetzt, aber erst 1814 offiziell von Frankreich 
an England abgetreten. . 
Die Seychellen, welche zwischen 3° 33‘ und 5° 35’ S-Br und 55° 16‘ und 
56° 10‘ O-Lg von Gr. liegen und etwa ein Areal von 264 qkm einnehmen, um- 
fassen 30 Inseln, von denen aber nur 18 bewohnt sind. Die wichtigsten sind 
Mahe, wo der Sitz der Regierung sich befindet, Silhouette, Praslin (Namen 
französischer Offiziere), La Digue, Curieuse, St. Anne, Aux Cerfs und Aux Fregates, 
5 Aus den „Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin“, XXIIT, 1896, No. 6, 
SS. 300 ff.
	        
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