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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1897, 
werden um so weniger das Sicherheitsgefühl unterschätzen, welches die Hin- 
führung dieser Feuer mit sich bringt, Der erhebliche Zuwachs an reeller Sicht- 
weite, weit über die rechnungsmäfsige Sichtweite des Feuers hinaus, ist nicht zu 
verachten, selbstverständlich unter der Voraussetzung, dafs die Charakteristik 
jes Feuers auf jede Entfernung gewahrt bleibt, 
Bei den so veräuderlichen atmosphärischen Verhältnissen unserer Küsten, 
und namentlich derjenigen des Kanals, ist es keineswegs ohne Bedeutung, ob ein 
Feuer bereits auf 44 Sm Entfernung ausgemacht werden kann; denn in den zwei 
Stunden, welche man zur Annäherung auf eine Kntfernung brauchen würde, 
welche zur Ausmachung eines Oelfeuers nach seiner optischen und geographischen 
Sichtweite erforderlich sein würde, können leicht Regenböen und Nebelbänke 
entstehen; mit kurzen Worten: man verdoppelt die Zeit, welche man 
behufs Ausmachung eines Feuers bei ungewisser Witterung zur 
Verfügung hat. 
Dieser Vortheil allein hebt die allfallsigen Nachtheile auf.“ 
Bei Einrichtung der Nebelsignale sind dieselben Grundsätze mafsgebend 
yewesen wie bei den elektrischen Feucrn: Einfachheit, Klarheit und schnelle 
Erkennbarkeit der Charakteristik des Signals. Auf Grund des un- 
bestreitbaren Versuchsergebnisses, dafs im Nebel bei gleichem Energieaufwand 
tiefe Töne eine gröfsere Schallweite besitzen als hohe Töne, hat man 
allgemein einen Ton von 326 vollen Schwingungen angenommen. Die Dauer 
jedes Tones ist auf 3° festgesetzt. Man verwendet: 
Einzeltöne (alle Miuute ein Ton). 
Gruppen von Tönen (alle 2 Minuten eine Gruppe von zwei Tönen 
mit 3° Intervall zwischen den einzelnen Tönen). 
Einzeltöne, verbunden mit Gruppen von Tönen (alle 90° ein Ton, ab- 
wechselnd mit Gruppen von zwei Tönen mit 3* Intervall). 
Die Schallquelle ist so hoch wie angängig über dem Meeresspiegel, 
möglichst auf der Galerie des Leuchtthurmes, untergebracht, was ja nach den 
Mohnschen Studien auch richtig ist (s. Annalen 1892, Seite 124, Zeile 34 ff.). 
Liegt der Leuchtthurm zu weit von der Küste entfernt und von ihr durch hügeliges 
Vorland getrennt, so ist die Nebelsignaleinrichtung möglichst dicht an den Strand 
verlegt, wird aber vom Leuchtthurm aus betrieben. So liegt beispielsweise die 
Nebelsignaleinrichtung auf Ile d’Yeu etwa 1800 m, auf Belle Ile 1300 m vom 
Maschinenhaus des Leuchtthurmes entfernt. 
Die auch in Frankreich wohlbekannte und voll gewürdigte Erkenntnifs, 
dafs der Werth von Nebelschallsignalen äufserst zweifelhaft und wandelbar ist, 
dafs die Hörweite nach den Mohnschen Untersuchungen unter Umständen auf 
| bis 2 Sm sinkt, daß es ferner unmöglich ist, nach dem Gehör auf See Richtung 
oder Abstand des Schallsignals zu schätzen, wird dort dahin verwendet, die 
Schiffsführer unausgesetzt durch Wort und Schrift darauf hinzuweisen, dafs der 
Zweck der Nebelsignale nicht darin besteht, den zu verfolgenden Weg zu be- 
zeichnen, sondern darin, ihn vor der Nähe der Gefahr zu warnen und an 
den Gebrauch des Lothes und die Verringerung der Schiffsgeschwin- 
digkeit zu erinnern, falls er diese für Nebel unerläfslichen Sicherheitsmaf(s- 
regeln noch nicht getroffen haben sollte. 
Bei allen elektrischen Hauptorientirungsfeuern (feux de grand attErage) 
sind Sirenen (Nebelhörner) in Gebrauch, Die neuen Anlagen dieser Art haben 
folgende maschinelle Einrichtungen (z. B, Ile d’Yeu): 
l. Zwei Dampfmotoren (horizontaler Röhrenkessel mit auf dem Kessel 
montirter eincylindriger liegender Dampfmaschine, 6,5 Atmosphären 
Betriebsspannung). 
Zwei Dynamowechselstrom-Lichtmaschinen. 
Eine Luftkompressionsmaschine. 
Eine Hülfsdynamomaschine (Gleichstrommaschine) für Sirenen - Fern- 
oetrieb. 
Ein Luftmotor (System Megy) zum Antrieb der vor angeführten 
Dynamomaschine. 
den Grundsatz: jederzeitige augenblickliche Betriebsbereitschaft 
praktisch durchzuführen, sind folgende Anordnungen getroffen:
	        
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