Der gegenwärtige Stand des französischen Leuchtfeuerwesens.
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Mehrheit haben. Dieser Ausschufs begutachtet alle Anträge und legt die Gut-
achten zur weiteren Veranlassung dem Ministerium vor.
Die Leuchtfeuer-Verwaltung umfafst:
1.‘ Den Service central in Paris, welcher alle einschlägigen theoretischen
and praktischen Untersuchungen zur Fortentwickelung des Leuchtfeuerwesens
auszuführen hat und dessen Arbeiten dadurch wesentliche Unterstützung finden,
dafs er stets mit den am Ort befindlichen bedeutendsten Firmen, Sautter,
Harle & Cie., Barbier & Cie., Henry Leponte, in direkter Verbindung steht.
Von ihm werden auch sämmtliche Apparate bestellt und vor Abnahme geprüft,
die reparaturbedürftigen gehen an ihn und werden nach der Reparatur geprüft.
2. Den Service local in den Departements, welchem die Ueberwachung
des lokalen Leuchtfeuerdienstes zufällt, |
In den folgenden Abschnitten behandelt der Verfasser aufs Eingehendste
die geschichtliche, systematische und konstruktive Entwickelung des französischen
Leuchtfeuerwesens zunächst bis zum Jahre 1886, dann den Typ und die kon-
struktive Eutwickelung und Ausgestaltung der neuen feux-€clairs während der
Jahre 1886 bis 1596.
Diese Theile können wir füglich übergehen, da ihr wesentlicher Inhalt
unseren Lesern durch die vorerwähnte Darmersche Arbeit schon bekannt ist,
verfehlen jedoch nicht, auf die grofßse Menge von Holzschnitten hinzuweisen,
welche die Einrichtungen der Optik erläutern, sowie auf die eingehende Behandlung
der technischen Fragen. Hervorheben wollen wir noch, dafs das auch in der
Darmerschen Arbeit (Annalen 1896, S. 183) angeführte Ergebnifs der photo-
metrischen Untersuchungen von der französischen Leuchtfeuer-Verwaltung bereits
in die That umgesetzt wird, indem die Pläne in Ausarbeitung begriffen waren,
um in den zur Zeit mit einem Blitzfeuerapparat ausgestatteten Leuchtihürmen
„de Penmarch“, la Crauche, Gris-Nez und Creach (Ouessant), die bisher mit ein-
fachem Apparat bei 50 bezw. 100 Ampere Stromverbrauch erzielten Lichtstärken von
1.800.000 bezw. 2 300 000 Becs Carcel unter Anwendung zweier gleichen Apparate,
auf gemeinschaftlicher Drehscheibe montirt und einmal in 20° rotirend, bei Auf-
wendung derselben elektrischen Gesammtenergie, d. h. 2>< 25 Ampere bezw.
2 >50 Ampere, auf 2 200 000 bezw. 3 500000 Becs Carcel zu steigern.
Beachtung verdient der hierzu gemachte Vorschlag des Verfassers, in
diesem Falle an Stelle der gebräuchlichen Apparate zwei Scheinwerfer unseres
Marinetypes von kleineren Abmessungen — 400 bis 600 mm Spiegeldurchmesser —
zu verwenden. ;
. Die folgenden Abschnitte über Nebelsignale, Betonnungswesen und Feuer-
schiffe. glauben wir eingehender behandeln zu sollen.
A. Nebelschallsignale. Grundsätzlich sind mit den elektrischen Blitz-
feuern Nebelschallsignaleinrichtungen verbunden, um den bei Nebel stark ver-
minderten Werth der elektrischen Feuer durch Schallsignale zu unterstützen.
Beispielsweise soll nach der Betriebsordnung für das Blitzfeuer von Ile d’Yeu
nur bei etwas diesigem oder unsichtigem Wetter die stärkste Leuchtkraft mit
beiden Dynamos erzeugt werden, während bei Nebel nur die geringste Leucht-
kraft von einem Dynamo geleistet werden soll, der andere dagegen die Nebel-
sirene in Thätigkeit versetzt.
. Diese Bestimmung beruht auf den unseres Erachtens wohlbegründeten
Sätzen aus dem Bericht der Kommission, welche seiner Zeit.zur Prüfung: des
Allandschen Planes eingesetzt war (s. a. a. O.), der hier in der Uebersetzung
des Verfassers folgen möge:
„Das instinktive Sicherheitsgefühl, welches der Anblick eines schnell und
zweifellos auszumachenden charakteristischen Leuchtfeuers dem Seemann ver-
leiht, ist so stark und von so hohem Werthe, dafs die Frage des anerkannten
Minderwerthes des elektrischen Lichtes gegenüber dem Oelfeuer bei Nebel bei
Beurtheilung des, Werthes des elektrischen Feuers als solchen ganz in den Hinter-
grund tritt. * “x
.. Das moralische Element des elektrischen Blitzfeuers kann nicht genug
betont werden. ‘
Diejenigen, welche die nervöse Unruhe und aufregende Ungewifsheit zu
beurtheilen wissen, welche der Seemann beim Ansteuern eines bestimmten Punktes
bis zu dem Augenblick empfindet, wo er ein Feuer mit Bestimmtheit erkennt,