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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1897.
mehr, falls 8 nicht beobachtet wurde) auftrat; einerlei ob die Sturmrichtung sich
nachher änderte oder nicht.
Anfangsrichtungen. Von Nordoststürmen traten 5 auf, Südost- 3, Süd-
west- 5 und von Nordweststürmen 8.
Die mittlere Windänderung im Sturme — d.h. von der ersten bis
letzten Beobachtung mit den Windstärken 8 — betrug bei den Nordoststürmen
$ Strich, immer links herum, im Sinne NE— NW etc., bei Südost Null, Süd-
west 1, Nordwest 1’/2 Strich. Drei Südost- und zwei Südweststürme könnte man
füglich noch zu den Passatstürmen der vorhergehenden Zone rechnen, dem ein-
mal stimmt die Richtung überein, zweitens ist die Windänderung im Sturme klein
oder Null, und endlich wird Windstärke 10 nur in 2 von diesen 5 Fällen erreicht.
Der einzige aufgezeichnete Fall einer schnellen Windänderung im Sturme,')
8 Strich in wenigen Minuten, links herum, trat auch bei einem Nordoststurme
auf, Siehe Tabelle 3 „Undine“.
Die Dauer betrug bei den Nordoststürmen 31 Stunden, bei den anderen
nur 12 bis 15, nicht einmal die Hälfte,
Der Luftdruck war bei den Nordoststürmen im Mittel 757 mm, Südost 759,
Südwest 765 und Nordwest 760 nm. Der tiefste bei einem Sturme beobachtete
Werth, 751 mın, trat im Mai bei einem Nordoststurm ein, der höchste, 767 mm,
im April bei einem Südweststurm. In der Mitte des Oceans, etwas aufserhalb
unseres Gebietes in 29° $-Br, 18° W-Lg, wurde im Oktober kurz nach einem
südweststurme 776 mm beobachtet. Diese Zahlen liegen 14 mm unter und 11 mm
über dem Mittel. Siehe Tabelle 3 „Undine“ und „Rajah“.
Die Oststürme wurden immer durch ein fallendes Barometer eingeleitet;
bei den Weststürmen trat der Höhepunkt des Sturmes erst bei steigendem
Barometer ein.
3. Stürme zwischen 30° und 40° S-Br, auf der Höhe des La Plata.
66 Fälle auf 40 Ausreisen, 26 Heimreisen. Von 30° S-Br an wurden nur orkan-
artige Stürme ausgezogen. Obwohl der jährliche Gang (Tab. 2) noch deutlich
hervortritt, ist von hier au nach Süden doch kein Monat mehr sturmfrei. Ver-
gleicht man die Ost- uud Weststürme in den einzelnen Monaten, so findet man,
dafs auf die 9 Monate September bis Mai einschliefslich ebensoviel Ost- wie
Weststürme kommen, nämlich 17, während auf 4 Oststürme im südlichen Winter,
Juni bis August, nicht weniger als 28 Weststürme kommen.
Demnach sind die Oststürme ziemlich gleichmäfsig über das ganze Jahr
vertheilt, während die Weststürme im Winter heträchtlich über die anderen
Jahreszeiten überwiegen.
Anfangsrichtungen. Von den 66 Stürmen waren 17 Nordost-, 4 Süd-
ost-, 16 Südwest- und 20 Nordweststürme.
Die mittlere Windänderung von Anfang bis zu Ende des Sturmes
betrug bei den Nordoststürmen 9 Strich, fast ausnahmslos links herum, bei Süd-
ost 7 Strich, rechts herum (ESE nach S), bei Südwest fast Null (in 2 Fällen
4 Strich links, in 2 anderen 4 Strich rechts herum), bei Nordwest 6 Strich links
herum. — Schnelle Windänderungen bis zu 14 Strich in 15 Minuten kamen nur
bei Nordoststürmen vor, und zwar siebenmal, darunter sechsmal links herum;
einmal war der Sinn der Drehung nicht festzustellen.
Die Dauer betrug bei Nordost 20, Südost 32, Südwest 36, Nordwest
40 Stunden. Bemerkenswerth ist, daß die Nordoststürme in dieser Zone, zwischen
30° und 40° S-Br, bei Weitem die kürzeste Dauer aufweisen, etwa halb soviel
wie die Südwest- und Nordweststürme, während in der vorher hesprochenen
Zone, zwischen 20° und 30° S-Br, umgekehrt die Nordoststürme bei Weitem die
längste Dauer aufwiesen, reichlich doppelt soviel wie die Südost-, Südwest- und
Nordweststürme.
Der Luftdruck war durchschnittlich bei den Nordoststürmen 748 mm,
bei Südwest 752, Nordwest 751 mm. Die tiefsten beobachteten Werthe waren
entsprechend 737, 738 und 737 mm. Hoher Luftdruck wurde nur viermal beob-
achtet, dreimal bei Südwest, einmal bei Südost. Das Barometer steigt dann
+) Als schnelle Windänderungen im Sturme sind alle Fälle von 4 Strich in 1 Stunde oder
aclhr betrachtet.