Reise. der .Bark „Elisabetlı“ von Newcastle nach Manila.
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Zeit des Südostmonsuns, gewifs viel mehr von Segelschiffen benutzt werden.
Die Betonnung des Prince of Wales Channel läfst auch Einiges zu wünschen
übrig. Im Grofsen und Ganzen habe ich die Durchsegelung der Strafe nicht
30 gefährlich gefunden, als allgemein angenommen wird. Ich würde diese Passage
in der passenden Jahreszeit vorkommendenfalls wieder benutzen.
Bahia de Caraquez an der Küste von Ecuador.”
Von Kapt. A. SCHEEPSMA, Führer der Bark „Eden“,
„Eden“ segelte am 6, Februar 1889 von Guayaquil, um zunächst eine
Theilladung Steinnüsse in Cayo einzunehmen und dieselbe dann in dem wenig
bekannten P’latze Bahia de Caraquez, nördlich von Manta, zu vervollständigen.
Bis zum 9. Mai war die ganze, aus 750 Tonnen Steinnüssen bestehende Ladung
an Bord geschafft. Mit dieser lag das Schiff 15 Fufs 8 Zoll bezw. 15 Faufs 4 Zoll
tief. Während des Stillliegens bei Cayo und vor der Mündung des Flusses
Caraquez oder Caracas war das Schiff stark angewachsen. In der Nacht vom 9.
zum 10. Mai 1889 sollte die Reise von Bahia de Caraquez nach Falmouth für
Order angetreten werden, doch blieb die erwartete Landbriese aus, Am 10. Mai
war eine starke Seebriese mit entsprechendem Seegange vorhanden, aber auf
dem Ankerplatze zwischen der Sta. Marta-Bank und der Spitze Bellacas ist nicht
Raum genug, um unter diesen Umständen unter Segel kommen zu können. Die
Seebriese hörte auch in der folgenden Nacht nicht auf, zu wehen, und so wurde
am 12. beim Eintritt der Ebbe der Versuch gemacht, auszukreuzen. Allein das
Schiff versagte die Wendung und mufste wieder zu Anker gebracht werden,
Am 13. setzte ein leiser Zug vom Lande ein, mit dessen Hülfe, unterstützt durch
Bugsiren mit dem Grofsboote, es gelang, das Schiff aufserhalb der Sta. Marta-
Bank zu bringen... An diesem Tage blieb die gewöhnliche Seebriese fast ganz
aus, wodurch es uns möglich wurde, am Abend einen Ankerplatz etwa-l Sm
südlich von der Spitze Bellacas zu erreichen. Mit Tagesanbruch am 14, kam
gine leichte Landbriese durch, bei der wieder unter Segel gegangen wurde, Da
diese Briese ‚im Laufe des Tages in die Seebriese überging, so konnte nunmehr
die Reise olı.'te weitere Unterbrechung fortgesetzt werden.
Bahia ist für die Verhältnisse von Ecuador ein bedeutender Ort und führt
namentlich viel Kakao aus. Es liegt hart am Eingange ‘auf dem linken Ufer
des Caraquez-Flusses, welcher hier eine für grofse Schiffe genügende Wassertiefe
hat. Der südliche Mündungsarm des Flusses, der fast ausschliefslich ‚benutzt
wird, erlaubt Schiffen mit einem Tiefgange von 3,6 bis 4,2 m (12 bis 14 Fuls)
das Einlaufen. Aber das Fahrwasser ist ein sehr gefährliches, weil es gerade
an seiner flachsten Stelle eine scharfe Biegung macht. Besonders nachtheilig ist
dieser Umstand für die ausgehenden Schiffe, welche ganz allein auf die leichte
Landbriese angewiesen sind. Das nördliche Fahrwasser hat einen fast geraden
Lauf und eine Wassertiefe von 7,2 m (24 Fufs)., Dennoch kann es von den
Segelschiffen nicht zum Auslaufen benutzt werden (für die Einsegelung kommt
nur das südliche Fahrwasser in Frage), weil wegen seiner beträchtlichen Länge
die gewöhnlich schwache Landbriese nicht hinreichen würde, das Schiff sicher in
See zu bringen. Schleppdampfer sind nicht vorhanden. In neuerer Zeit wird
dieses Fahrwasser vielfach von den Dampfern der „Pacific Steam Navigation
Company“ benutzt; der schiffahrttreibenden Bevölkerung in Bahia ist es wenig
bekannt.
Der beste Ankerplatz vor der Mündung des Caraquez-Flusses befindet sich
etwa !/s Sm innerhalb der Spitze Bellacas, ungefähr in der Mitte zwischen dieser,
der Bank Sta. Marta und der Bank dicht vor der Mündung, auf der Verbindungs-
linie der ersteren mit der Spitze Gorda. Hier beträgt die Wassertiefe über
Lehmgrund 9m (5 Faden). Nahe der Spitze Bellacas und der Bank Sta. Marta
ist Steingrund vorhanden, welche Oertlichkeiten daher‘ zum Ankern zu ver-
meiden sind.
4) Siche diese Annalen 1886, S. 164
Ann. d. Hydr. ete.. 1897. Haft II.