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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Reise der Bark „Anna Schwalbe“ von Port Natal nach Rangun. 
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NzE 4, Meereswärme 27,9° C, Strom im letzten Etmal N 20° W, 23,2 Sm, Der 
Nordwind war nun ziemlich beständig geworden; wir hatten im folgenden Etmal 
grofsartige Stromkabbelungen. Am Mittage des 5. regnete es, weshalb wir 
wendeten, um nicht den Inseln an der Nordspitze Sumatras zu nahe zu kommen, 
auch war der Wind etwas östlicher gegangen. Am nächsten Tage, den 6., 
mittags, in 6°42‘ N-Br und 93° 18‘ O-Lg, . Barometer 762,8 bei 27,8° C, Wind 
Ost 3, Meereswärme 27,8° C, fanden wir uns in den letzten beiden. Etmalen 126 Sm 
nach S 73° W versetzt, worauf uns schon eine einzelne Beobachtung um 5 Uhr 
abends am vorhergehenden Tage vorbereitet hatte; wir waren demnach, als wir 
wendeten, noch weit von Sumatras Nordspitze entfernt gewesen. Es ist leider 
oft so mit den astronomischen Beobachtungen: wenn. sie am nöthigsten sind, 
kann man sie nicht bekommen. Südostwind in der Malakka Strafse, frischer 
Nord im Golf von Martaban und längs. der Tenasserim-Küste sind wahrscheinlich 
die Ursache dieser bedeutenden Strömung gewesen. Der Wind ging nun am 
Nachmittage des 6. bei uns auch SE, und mit frischer Briese segelten wir die 
Nikobaren an, westlich daran vorbei und während der Nacht durch den Sombrero- 
Kanal in den Golf von Martaban hinein. 
Am 7. Februar nachmittags wurde der Wind still und ging dann nord- 
östlich, womit wir unsere Kreuztour wieder anfıngen. Die Strömung war nun 
beständig südwestlich, besonders stark vor dem 10 Grad-Kanal, bis zu 30 Sm im 
Etmal, womit man, wenn man 3.Sm voraussegelt, 2 wieder zurückgetrieben wurde, 
Nördlich vom 10 Grad-Kanal wurde der Wind schwach und die Strömung geringer, 
so dafs wir Barren-Eiland drei Tage hindurch in Sicht hatten. :Hierüber im 
Journal die Bemerkung: „Barren-Eiland in Sicht. Dieses besteht aus dem Rand- 
gebirge eines grofsen Kraters, welches im Süden und Südosten am höchsten und 
am besten bewaldet ist, nach Norden sanft zu geringerer Höhe abfällt, während 
es im Westen ganz durchbrochen ist, so dafs etwa !/ı0 des Randes fehlt. In der 
Mitte dieses grofsen Kraters hat sich ein sehr regelmäfsiger Kegel mit einem 
kleinen Krater gebildet. Wenn die Insel Ost peilt, sieht man diesen Kegel 
deutlich. Bei 6 bis 7Sm Entfernung deckt sich dessen Höhe mit dem Rande 
des grofsen Kraters im Osten. Die Seitenabdachungen des kleinen Kraters 
betragen 45°, da beide, in einer Spitze verlängert gedacht, ziemlich genau einen 
rechten Winkel: bilden.“ 
Den 17. Februar in 13° 7' N-Br und 95° 18’ O-Lg, Barometer 764,2 bei 
28,0° C, Wind NEzE 2, Meereswärme 28,1° C, viele Stromkabbelungen und 
Stromscheiden, hatten wir in zwei Tagen 28,4 Sm Strom nach N72°O zu verzeichnen. 
Der Wind drehte nun langsam von Ost durch SE nach SSW, Strömung nord- 
westlich, 30 Sn im Etmal, womit. wir am 20. unweit Krishna Shoal gelangten 
und einen Schleppdampfer erhielten, der uns, nachdem er 40 Sm getaut, um 9 Uhr 
abends dieses Tages zur Lootsenbrigg brachte, wo ein Lootse an Bord genommen 
und während der Nacht geankert wurde. Reisedauer 62 Tage, 24 von der Linie ab. 
Bei Ansegelung von Rangun ist das Feuer von China Bakir von grofsem 
Nutzen, auch wird die Gefahr der Ansegelung durch die seicht anlaufende 
Küstenbank, wo man überall ankern kann, bedeutend gemindert. Immerhin mag 
dies im Südwestmonsun kein bequemer Ankerplatz sein, ich habe ja keine Er- 
fahrung darüber, doch wird schliefslich nichts Anderes übrig bleiben, als zu 
ankern, wenn man nichts sehen kann und die Lothungen anzeigen, dafs man 
nicht mehr weit vom Lande oder von der Flufemündung entfernt ist.‘ Liegt 
man dann im Fahrwasser, was so einigermafsen durch vorsichtige Anlothung 
bestimmt werden kann, so sieht man auch wohl gelegentlich einen Dampfer aus 
der Flufsmündung kommen oder darauf zusteuern — andere Fahrzeuge. giebt es 
hier sehr wenig —; sonst mufs man Aufklarung abwarten, denn es werden auch 
im Südwestmonsun Schönwetterpausen eintreten. Im Nordostmonsun ist es immer 
sichtig, wenn auch oft etwas diesig über dem Lande, 
Die Lootsen wohnen an Bord einer vom Gouvernement unterhaltenen 
Brigg, die jedoch keine festgelegte Station aufserhalb der Flufsmündung hat, 
denn sie befindet sich bald 5, bald 10 Sm aufserhalb derselben, da fast jedesmal 
deren Anker gelichtet werden mufs, wenn ein Lootse abgesetzt oder. an Bord 
geholt wird, weil bei starken Gezeiten das schwere Ruderboot den Strom nicht 
zu überwinden vermag, so dafs der Befehlshaber seinen Anker. aufnehmen und
	        
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