accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

1 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1897. 
gefunden. Am 27. Dezember in 39° 38‘ S-Br und 51° 22‘ O-Lg, Barometer 766,5 
bei 20,0° C sprang der Wind von WNW auf einmal auf ESE, uns nun wieder 
etwas nördlicher drängend, doch bald krimpend, so dafs er am 28. schon wieder 
aus WNW, Stärke 5, kam, Barometer 763,1 bei 18,1° C, mit Regen. Am 
Nachmittage dieses Tages kam der Wind plötzlich mit steifer Böe aus SE, ohne 
dals vorher besondere Merkzeichen auf dem Meere oder in der Wolkenbildung 
beobachtet wurden, es regnete zur Zeit und es schien, als wenn der Wind 
schräg von oben einfiel. Leider brach unsere Grofsbramstänge dabei, veran- 
lafst durch den Druck der Stagsegel, da das Schiff abfiel und die Raasegel 
füllend den Gegendruck nicht mehr leisteten. Diese Böe war sonst lange nicht 
so schwer wie diejenige, welche wir auf der vorigen Reise im Kalmengürtel des 
Nordatlantic hatten. Wir mufsten nun nördlich abhalten, um die Takelung auf- 
zuklaren, und kamen somit im Ganzen nördlicher weg, als es sonst meine Ab- 
sicht war. Ich dachte südlich von Amsterdam-KEiland zu gehen, nun war es 
jedoch nicht mehr werth, noch höhere Breiten aufzusuchen. Die Strömungen 
wurden hier westlich setzend gefunden, doch mag es an der Besteckrechnung 
gelegen haben, da wir einen neuen Flügel der Patentlogge benutzten, dessen 
Koefficienten noch nicht genügend bestimmt waren. Am 10. Januar 1896 wurde 
30° S-Br in 86'4° O-Lg geschnitten, Barometer 770,3 bei 23,5° C, Meereswärme 
22° C, Wind westlich flau, welcher jedoch bald durch Süd nach SE drehte und 
sich am folgenden Tage zum frischen Passat entwickelte. Reisedauer 21 Tage. 
Der Südostpassat hielt bis 14° S-Br ununterbrochen an, wurde dann zeit- 
weilig flau und veränderlich, frischte jedoch noch einmal wieder auf, Am 18, 
mittags in 10° 5‘ S-Br und 87° 40’ O-Lg, Barometer 763,0 bei 28,9°C, Wind 
Ost 3, Meereswärme 28,0° C, verspürten wir kabbelige Dünung aus WNW. Wind 
am Abend ganz nördlich mit zunehmender Dünung aus NWzW. Am 19. morgens 
Regen, um 3 Uhr abends dieses Tages ein einzelner Blitz im Westen, Seegang 
von dort aber kaum mehr bemerkbar. Um 0* morgens den 21. Januar dunkle, 
niedrig hängende Haufenwolken mit entferntem Blitzen im Westen. Vom 18., 
8 Uhr abends, bis zum 20. mittags in 5° 37‘ S-Br und 88° 1’ O-Lg, Barometer 
762,5 bei 30,0° C, Meereswärme 28,7° C, war der Wind ziemlich beständig 
südöstlich, Stärke 4, gewesen; nun war jedoch der frische Passat zu Ende, und 
die Mallungen fingen an. Die Strömung war im Passatgebiet schwach nördlich 
gefunden, mit Ausnahme zwischen 16° S-Br und 12° S-Br, wo an einem Tage 
S 67° W, 12,5 Sm, und am nächsten S 42° W, 18,9 Sm, zur Verzeichnung kamen. 
Am 24. mittags in 3° 55‘ S-Br und 90° 4’ O-Lg, Barometer 763,4 bei 284° C, 
Wind Süd 1, welcher jedoch während der Dauer dieses Ktimals meistens nord- 
westlich, Stärke 2 bis 1, gewesen, Meereswärme 28,2° C, fanden wir die Strömung 
S 72° O0, 48 Sm; da wird wohl in weiterem Abstande, entweder westlich oder 
östlich von uns, ein kräftiger Nordwestmonsun geweht haben. In den folgenden 
Tagen war die Strömung meistens nördlich, vom 26, bis 28. sogar 65 Sm nach 
N 42° W, so dafs wir am 27. mittags in 0° 2‘ N-Br und 91° 45' O-Lg standen, 
Barometer 763,6 bei 29,8° C, Wind NEzE 4 (dies war gerade eine Böe und 
verhinderte die Breitenbeobachtung); sonst war der Wind in letzter Zeit süd- 
östlich, Stärke 2 bis 3, gewesen, Meereswärme 28,9° C. Es ist also keine 
besondere Temperaturdifferenz zwischen Monsun und Passatströmung. Reisedauer 
38 Tage, wovon 17 seit Passirung von 30° S-Br. 
Mit flauen nordwestlichen Winden ging es nun langsam weiter, Strom 
vom 28, bis 29. noch wieder N 11° W, 265 Sm, bis am Nachmittage des 30,, 
mittags in 3°22‘N-Br und 94° 10‘ O-Lg, Barometer 762,4 bei 28,3° C, Wind 
Nord 2, Meereswärme 29,0° C, der Wind still wurde und wir im letzten Etmal 
schon S 53° O0, 25 Sm, versetzt waren. Da waren wir der Küste Sumatras zu 
nahe gekommen und einen Tag zu spät gewendet, wovor in den Segelanweisungen 
der Seewarte noch besonders gewarnt wird. Am 31. kam jedoch wieder auf- 
frischende Nordnordostbriese durch, doch waren wir vom 29. Januar bis 1. Februar, 
in drei Tagen, etwa 70 Sm nach SOzS versetzt und hatten in den beiden folgenden 
Etmalen noch bezw. S 11° W, 15,3 Sm, und S 69° W, 17,0 Sm, Strom zu verzeichnen. 
Letzteres war am Mittage des 3. in 5° 33‘ N-Br und 91° 54‘ O-Lg, Barometer 
762,9 bei 28,2° C, Wind NzE 3, Meereswärme 28,1° C. Wir waren um Mitter- 
nacht vorher gewendet und standen nun wieder ostwärts, so dafs wir uns am 4. 
in 6° 13‘ N-Br und 93° 30‘ O-Lgy befanden, Barometer 764,0 bei 27,7° C, Wind
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.