Strombeobachtungen im Gebiet des Kuro-Siwo. '
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ca 0,8 .Sm in-der Stunde beobachtet, was auf einen. inseestehenden starken
östlichen :Wind schliefsen lief. Von 0ö Sima an setzte der Kuro-Siwo-Strom
nach NOzO mit 2,0 Sm in der Stunde gegenan. Auf dem Kurse SWzW von
Oshima-Feuer (Ostküste von Kiusiu) nach Hisaki wurde eine heftige Versetzung
nach Westen konstatirt. Der Kuro-Siwo setzt mithin an dieser Stelle direkt auf
die Küste zu, es ist daher bei unsichtigem Wetter die gröfste Vorsicht geboten
und. ein. Kurs dicht an der Küste entlang nicht rathsam. Erst von Hisaki an
bis Satano misaki kann unbedenklich ein Kurs nahe der Küste gewählt werden;
es wurde : dabei nicht nur vom Kuro-Siwo nichts gemerkt, sondern sogar. ein
Strom von 0,2 Sm in der Kursrichtung konstatirt. Westlich steuernden Schiffen
kann also bei sichtigem. Wetter der Kurs dicht an der: Küste entlang von
Hisaki an empfohlen werden. S.M.S „Kaiser“ passirte diese Stelle zur Nacht-
zeit auf ca 1 bis 2 Sm von der Küste entfernt. Auf den Kursen von Satano misaki
bis Nagasaki entsprach der Strom den Segelanweisungen.
Auf dieser Reise durchfuhr S. M. S. „Kaiser“ südöstlich des Bungo-
Kanals eine Depression, welche sich nach den japanischen Wetterkarten als eine
schmale Furche niederen Druckes mit etwa 755 mm Barometerstand in süd—nörd-
licher Richtung darstellt, , welche sich am 19., 6’a, zu einem. ostwärts : fort-
schreitenden Minimum ausgebildet hat,
Nachdem seit dem 16. Oktober leichte Winde aus Nord bis NNE und WNW
bei heiterem Wetter geherrscht hatten, . bezog sich am 17. gegen Mittag der
Himmel, und gegen 5" p trat Windstille ein. Am Nachmittag klarte es wieder
auf, gegen. 8"p kam leichter Wind aus SE auf. Der Himmel bezog sich voll-
kommen um 9"p..
Am 18. erreichte der zwischen EzN und SE spielende Wind mit ver-
einzeltem Regen gegen Mittag die Stärke 5, kurz vor 3"p flaute er schnell. fast
bis zu völliger Windstille ab, und um 3*p setzte plötzlich eine starke Regen-
böe aus WSW ein; in welcher der Wind, schnell nach rechts bis NWzN drehend,
kurze. Zeit in.Stärke 8 bis 9 wehte und schnell wieder bis Stärke 3 bis 4 ab-
flaute.. Gegen 6*p drehte der Wind auf Nord und um 12" p auf West, 3, zurück.
Das Barometer war seit dem Verlassen von Yokohama stetig langsam um 7 mm
gefallen bis zum 18., 3" p, und stieg. von diesem Augenblick an wieder.
Im Laufe des 19., an der Westküste Kiusius, drehte der Wind von West
bis NE, zeitweilig mit Böen von Stärke 4 bis 5 und leicht bewölktem Himmel:
‚In der Vandiemens-Strafse, die in der Nacht vom 18. zum 19. durchfahren
wurde, wurde ziemlich hohe Südwestdünung gefunden, welche sich auch, wenn-
schon in geringerem Maße, an der Westküste von Kiusiu zeigte.
Reise der Bark „Anna Schwalbe“ von Port Natal nach Rangun.
Von Kapt. F, NIEJAHR.
. Am 20. Dezember 1895 nachmittags verließen wir Port Natal. Der Wind,
zur Zeit West, frische Kuhlte, . nahm schnell an Stärke ab und ging durch Süd
nach Ost, bevor wir uns noch etwas von der Küste entfernen konnten. Zwischen
8h np und Mitternacht mallte es beständig, und der Wind ging mehrmals rundum,
Nordwärts ‚ausbiegend, schralte er uns, und sobald. sich unser Kurs der Küste
näherte, mufsten wir halsen, da ziemliche Dünung stand, wobei wir viel Raum
verloren. Dann, über St. B.-Bug liegend, raumte er allmählich, so dals wir SO
anliegen konnten. Jedoch eben aufserhalb der Linie von Natal Bluff angekommen,
kam der Wind plötzlich aus Süden, und das Schiff fing eine Eule! Wiederum
schralte er, sobald wir etwas Ost und NO ausgesegelt waren, so dafs wir die
größte Schwierigkeit hatten, uns vom Lande freizuhalten -— Loth in der Hand
und Anker klar zum Fallen! Von Mitternacht bis 2ha den 21. war es still, wir
trieben dabei von 14 in 12 Faden (26 in 22 m) Wassertiefe, als schliefslich Nordost-
wind durchkam, welcher allmählich nördlicher drängte und sich zur steifen Briese
entwickelte, womit wir recht gut vorwärts kamen. Am Weihnachtstage war
381/2° S-Br und 45° O-Lg erreicht, Barometer 769,9 bei 19,4° C, Wind NW 5,
Meereswärme. 171,8° C. Die Strömung wurde bis dahin südwestlich laufend