Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1897,
Dieser Ankerplatz, welcher im Uebrigen sehr günstig war, dürfte daher
von Schiffen zu vermeiden sein. Seine Lage ist: Fung Gate 0SO'/sO, Pagode
am linken Ufer NzW.
Um 12" 35” p wurde die Fahrt Yangtse aufwärts mit einer Geschwindigkeit
von 13 Sm begonnen und durchgeführt. Diese Geschwindigkeit war von dem
an Bord befindlichen deutschen Lootsen Kröger, dessen Zuverlässigkeit und
Ortskenntnifs bereits auf der Fahrt von Wusung nach Nanking erprobt war,
speciell gewünscht worden, um gegen den starken Strom von 3 bis 4!/2 Knoten
genügend vorwärts zu kommen.
Die an Bord befindlichen, von dem Kommando S. M. S. „Arcona“ ent-
liehenen Yangtse - Admiralitätskarten aus dem Jahre 1859, mit Verbesserungen
bis zum Mai 1889 versehen, stimmen mit den augenblicklichen Fahrwasser-
verhältnissen nicht überein, so dafs sie zwar einen allgemeinen Anhalt bieten,
aber für die Navigirung unbrauchbar sind, Im Besonderen gelten die in den-
selben angegebenen Tiefen nur für die. niedrigsten im Winter vorkommenden
Wasserstände, während der Unterschied der Wasserstände im Sommer und Winter
bis zu 45 Fuß (13,7 m) beträgt. Die Fahrt von Nanking bis Wuhu bot keine
grofsen Schwierigkeiten, da das linke steilere Ufer noch nicht überschwemmt
war und daher einen guten Anhalt gewährte. Auch erreichte hier der Strom
höchstens eine Geschwindigkeit von 3 Knoten.
Wuhu wurde 6 6" p passirt. Es macht, obwohl Vertragshafen, einen
ziemlich todten Eindruck, Nur nach der Reisernte soll dort ein sehr starker
Verkehr herrschen, doch finden höchstens 15 Dampfer auf der Rhede Platz. Im
Allgemeinen kommen aufser den Flufsdampfern nur durchschnittlich vier bis fünf
Dampfer monatlich nach Wuhu. ;
Etwa 13 Sm oberhalb von Wuhu, 1 Sm von Hains Point - Leuchtbake ab,
auf 7,12 m wurde geankert.
Gerade hier hat sich das Fahrwasser in den letzten Jahren bedeutend
geändert. Während am linken Ufer das Land zwischen Shansi Point und
Phi-ma-tsui sehr stark ausgewaschen ist, hat sich die Hains-Bank nach Nordost
bedeutend ausgedehnt, so dafs von Shansi Point jetzt zunächst Nordkurs gesteuert
werden muls.
Am anderen Morgen, 5 Uhr, wurde die Reise fortgesetzt. Bei Osborn
Island theilt sich das Fahrwasser in drei Arme. Das nördlichste, das frühere
Hauptfahrwasser, wird jetzt nur noch selten befahren. Den südlichen Arm, den
Williamette Channel, benutzen die Flufsdampfer, da er am meisten abschneidet,
doch hat er viele Windungen und ist daher für lange Schiffe ungeeignet. Der
mittelste Arm, Funglingschis oder gewöhnlich 2 Faden-Creek genannt, weil er
bis vor einigen Jahren im Winter nur 2 Faden (3,7 m) Wasser hatte, wird jetzt
hauptsächlich benutzt und hat zu allen Jahreszeiten genügende Tiefe. Das
nördliche Ufer ist neuerdings durch eine Bake markirt.
Von der Mündung dieses Kanals bis nach Tatung verläuft das Fahrwasser
in südlicher Richtung, und muß das linke Flufsufer gehalten werden, da die dem
rechten Flufsufer angelagerten Sände, besonders bei Buckminster Island, immer
weiter anwachsen.
Dasselbe ist auch der Fall zwischen Tatung und Tai-tsu-tshi; besonders
bei der Fitz Roy-Insel hat sich das Fahrwasser, welches hier in westsüdwestlicher
Richtung verläuft, aus diesem Grunde sehr geändert,
Ktwas oberhalb von Tai-tesu-tshi bei Lang-kyang-ki oder Hen Point wendet
sich das Fahrwasser mit einer scharfen Biegung nach Südost. Diese Ecke ist
der vielen dort liegenden Felsen und der dort im Fahrwasser vorkommenden
Wirbel wegen gefährlich. Vom Tai-tsu-tshi-Feuer, welches auf einem kleinen
Tempel brennt, mufßs Südwest und Südsüdwest gesteuert werden, bis das gegen-
über von Hen Point liegende, ein rothes Licht zeigende Feuerschiff mit der Bake,
welche ein weilses Licht zeigt, in Linie ist.
Die in der Karte angegebene Wrackboje liegt nicht, sondern an ihrer
Stelle das vorerwähnte Feuerschiff. Bei Jocelyn Island wendet sich der Fluß
beinahe rechtwinklig nach West, welche Richtung der Fluß ungefähr bis zur
Eagle Island - Bake beibehält, Die Insel selbst existirt nicht mehr, sie ist seit
etwa sechs Jahren gänzlich fortgewaschen, und ist deshalb die früher auf ihr
vorhanden gewesene Bake auf das rechte Flufsufer versetzt, Von der letzteren