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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Ann. d. Hydr. ete., XXV. Jahrg. (1897), Heft Il. 
Bemerkungen zur Karte von Swakopmund. 
Auf Grund von Vermessungen durch das Kommando S. M. S. „Hyäne“ im Sommer 1896. 
.. Ansteuerung und Ankerplatz. Als eine gute Marke zum Erkennen 
des Swakop dient schon auf weite Entfernung die Färbung der Dünen; dieselben 
sind südlich vom Swakop röthlich, nördlich davon weiß. Nähert man sich bei 
Tage der Rhede von Norden, so erscheinen die Dünen südlich vom Flufs anfangs 
wie weit vorspringende Inseln. Bei sichtigem Wetter kann der Berg Colquhoun 
zur Ortsbestimmung dienen; dagegen sind der Brandberg und der Mount Dourissa 
in der englischen Karte Tit. VIII, No. 13, nicht richtig eingezeichnet, vielmehr 
sind beide Berge identisch. . 
Beim Näherkommen markirt sich das Haus der Kolonialgesellschaft sehr 
deutlich. Um auf den Ankerplatz zu kommen, bringt man, sobald man 15m 
lothet, zunächst dieses Haus in die Peilung 0S0*,2O und steuert dann auf diesem 
Kurse, bis man die Zollstation SzW!/W peilt. Hier kann man auf 11,5m 
Wasser bei gutem Ankergrund ankern. 
Südlich von diesem Ankerplatz bricht die See zeitweise bis auf 11m 
Tiefe; Boote müssen hier sehr vorsichtig sein, da zwischen den einzelnen Brechern 
manchmal lange Pausen liegen. 
Bei längerem Aufenthalt ist es öfters nöthig, den einen Anker zu lichten 
und den anderen fallen zu lassen, um sich zu überzeugen, ob der Anker klar 
ist; da abends gewöhnlich Stille eintritt, so kommt der Anker leicht unklar. 
2. Landung. Der jetzt gebrauchte Landungsplatz liegt bei dem Schuppen 
von Mertens & Sichel. Die Landung ist fast immer möglich; doch ist eine 
genaue Kenntnifs der Brandungsverhältnisse durchaus nothwendig. Schiffe 
sollten sich daher zuerst der Hülfe von Landbooten oder wenigstens eines Boots- 
steuerers von Land bedienen, ehe sie mit ihren eigenen Bootsbesatzungen landen. 
3. Lebensmittel, Wasser etc. An Land ist Trinkwasser zu bekommen, 
welches im Flufsbett des Swakop ca 1m unter der Oberfläche aufgefangen wird. 
Das Wasser ist nicht rein, sondern etwas brackig und erzeugte in einzelnen 
Fällen bei dem ausgeschifften Theil der Besatzung S. M. S. „Hyäne“ leichten 
Durchfall. Frisches Fleisch ist zu billigen Preisen und in guter Qualität stets 
zu haben. Die bei der Zollstation liegende Lagune ist sehr reich an Fischen. 
4. Veränderungen der Küste. Nach einer mündlichen Mittheilung 
des. Landungsagenten, Herrn Koch, soll in den Jahren, in welchen der Swakop 
fliefßst, sich die Strandlinie sehr verändern, indem dieselbe durch angeschwemmten 
Sand mehrere Hundert Meter herausrückt. Sobald der Fluß wieder versiegt i8:, 
spült die Brandung den angeschwemmten Sand nach und nach wieder weg, bis 
die Steinriffe wieder hervortreten. 
Von 
Nanking nach Hankau. 
Aus dem Reisebericht S. M. S, „Prinzefs Wilhelm“, Kommandant Korv.-Kapt. voN HOLTZENDORFF, 
vom 8. bis 11. Juli 1896. 
Bei dem Ankerlichten um 5*a traten Schwierigkeiten auf, da die Kraft 
des Dampfspills sich als ungenügend erwies, um den Anker zu lichten. Erst um 
12% 35” konnte die Fahrt begonnen werden. 
Nach Aussage des Schiffshändlers sollen ungefähr auf dem Ankerplatze 
S. M. S&. „Prinzefs Wilbelm“ vor etwa zwei Jahren drei mit Steinen beladene 
Dschunken gesunken sein. Es ist anzunehmen, dafs die Ankerkette von diesen 
Dschunken unklar gekommen war. 
i) Erscheint demnächst. 
Ann. d. Hydr. ete., 1897, Heft IL
	        
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