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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Die Witterung an der deutschen Küste im November 1897. ..‘ 
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Niederschlägen und vielen Stürmen, zumal in der Ostsee. Besonders schwere 
Stürme tralen aus westlichen Richtungen am 15. an der mittleren und östlichen 
Ostseeküste, am 19. und.20. an der östlichen Ostsee, am 23. an der mittleren 
und östlichen Ostsee und am 26. an der schleswig-holsteinschen Küste, sowie von 
Südwest nach Nord und Nordost umlaufend am 28. und 29. an der Nordsee und 
westlichen Ostsee und aus Südwest am 30. an der Nordsee auf, ; 
Die Morgentemperaturen erfuhren in ihrem Verlaufe viele kurze Schwan- 
kungen. Bis zum 11. blieben ozeanische Winde ausgeschlossen; bei leichten, 
meist vom Binnenlande wehenden Winden zeigten die Morgentemperaturen ein 
langsames Sinken, abgesehen von einer Zunahme an der Nordsee am 6, und 7. 
und an der Ostsee meist am 6. bis 9. infolge der Einwirkung der Ostsee. Als 
sich am 12. eine Depression vom Ozean her über der Nordwesthälfte Europas 
ausbreitete, traten Südwestwinde ein, die eine rasche, ostwärts fortschreitende 
Steigerung der Temperatur herbeiführten. An der Nordsee herrschte schon am 
13. sehr mildes Wetter, und die Morgentemperaturen blieben hier ziemlich gleich- 
mäfsig hoch bis zum 23., mit Ausnahme des 16. und 17., die mehrfach vorüber- 
gehende Abkühlung zumal in Hamburg (wie auch in Kiel) brachten. An der 
Ostseeküste trat ebenfalls am 13. (Memel 14.) ein Steigen der Morgentempera- 
turen ein, doch nahmen diese meist bis zum 20. noch weiter zu, zumal beträcht- 
lich im Osten, Nördliche Winde führten dann am 24. und 25. und tiheilweise 
noch am 26. einen Temperatursturz herbei, auf den aber wieder. beim Zurück- 
gehen der Winde nach West und Südwest Erwärmung folgte. An den letzten 
Morgen trat wenig. Aenderung oder etwas Sinken der Temperatur ein. 
Am 1. bis 6. und 8. bis 12, lagen die Morgentemperaturen ‘meist 
unter den normalen Werthen, ausgenommen am 1. bis 3. an der Ostsee. Dann 
folgten am 13, bis 15. an der Nordsee und westlichen Ostsee relativ milde und 
am 16. und 17. meist kühle Morgen. Während der mildesten Periode des 
Monats lagen sodann vom 18. bis 24. die Temperaturen am Morgen fast durch- 
weg und vielfach sehr erheblich über den normalen, Nach kurzer Unterbrechung 
am 25. bis 27. wurden diese wieder erreicht, doch am 28. und 29. nur wenig 
überschritten, und der letzte Tag führte abermals theilweis relativ kühle Morgen 
herbei. 
-Die Veränderlichkeit der Temperatur von Tag zu Tag erreichte mehr- 
fach 3°, in Memel sogar 4°. Durchweg nahm die Veränderlichkeit um Mittag 
ihren kleinsten und meist am Morgen ihren gröfsten Werth an. 
Die Niederschläge fielen wesentlich am 14, (Nordsee), 15. bis 17., 23., 
24., 25. (östliche Ostsee), 26., 27. (Nordsee) und 28. bis 30., während die übrigen 
Tage meist keine oder nur geringe Niederschläge brachten. Sehr ergiebige 
(20 mm in 24 Stunden übersteigende) Niederschläge fanden statt am 28. in 
Flensburg (26), am 29. in Cuxhaven (24) und am 30. in Keitum (21), Munk- 
marsch (24) und in Flensburg (21). Gewitter wurden beobachtet in der Nacht 
vom 28. zum 29. an der Nordseeküste. Nebel trat in größerer Ausdehnung auf 
am 1. bis 3. an der Nordsee, am 5. ostwärts bis zur Oder, am 6. an der ganzen 
Küste, am 12. an der Nordsee und westlichen Ostsee, am 21. und 22. an der 
Nordsee und am 27. ostwärts bis zur pommerschen Küste. Heiteres Wetter 
(Mittel aus den dreimal täglichen Beobachtungen der Bewölkung kleiner als 2) 
herrschte in größerer Ausdehnung am 5. an der preufsischen Küste, am 8, ost- 
wärts bis zur Oder, am 9. an der Nordsee, am 10., 1l. und 14. am gröfsten 
Theil der Küste, am 20. und 21, an der mittleren und östlichen Ostsee und am 
25. an der Nordsee, . 
Von den relativ ziemlich gleichmäfsig auf die Windrose vertheilten, drei- 
mal täglich beobachteten Windrichtungen traten durch gröfsere Häufigkeit meist 
solche mit südlicher oder westlicher Komponente hervor. 
Bis zum 11. lag die Küste anhaltend im Bereich von Hochdruckgebieten; 
nachdem ein solches, über. Mitteleuropa NW — SE gestreckt, am 1. bis 4. fast 
ganz Europa bedeckt hatte und sein Kern. langsam nach Südosteuropa fort- 
geschritten war, erschien ein neues Hochdruckgebiet im Nordwesten, dessen 
Kern am 6. bis 11. über Skandinavien und südliche Ostsee ebenfalls nach Süd- 
asten wanderte. ; 
Als sich am 12. und 13. eine Depression vom Ozean her über der Nord- 
westhälfte des Erdtheils ausgebreitet hatte, nahte ein Hochdruckgebiet vom
	        
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