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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Westküste von. Salvador, Centralamerika, Jiquilisco-Bai (Puerto el Yriunfo). 551 
bei der Barre angeben, damit sie der Dampfer einbringt. Dampfschiffe. können 
auch bei der Barre vor Anker gehen und ihre Ankunft mittelst der Dampfpfeife, 
die man im Hafen hören kann, anzeigen. Segelschiffe würden ein Boot abzu- 
senden .haben. Mit guter Seebriese ‚und der Fluth würde ein Segelschiff ohne 
Schwierigkeit einlaufen können. 
Verbesserung der Barre. Das Passiren der Barre ist mit Hülfe eines 
erfahrenen Lootsen nicht schwierig. In El Triunfo ist man der Ansicht, daß 
sich die Tiefe auf der Barre ohne grofse Kosten mittelst eines Saugebaggers 
und mit Benutzung des Ebbestroms, der den losgelösten Sand nach See abführen 
würde, um mehrere Fufß vergröfsern lasse. Ein geeignetes System von Tonnen, 
wie es die El Triunfo-Kompagnie in Vorschlag gebracht hat, würde es dann er- 
möglichen, ohne Lootsen einzulaufen. Für die Fahrt über die Barre und das 
Auslaufen aus dem Kanal könnte eine Reihe Baken auf der Untiefe im Süden 
der Pajarito-Insel errichtet werden. Eine dieser Baken könnte ein Leucht- 
feuer tragen. 
Ankerplätze. In der Bai ist überall der Grund für den Anker haltbar, 
und man kann daher überall ankern. Land- und Seewind wehen in der ganzen 
Bai. Der beste Ankerplatz ist wahrscheinlich der dwars ab von dem Corral de 
las mulas gelegene, wo man auch Frischwasser aus einem Brunnen erhalten kann. 
Es befindet sich hier eine kleine ‚Werft, an. der.Schiffe anlegen können, um ihre 
Ladung für Puerto el Triunfo zu löschen. 
Gezeiten. Die Gezeiten sind halbtägige, die an der dortigen Küste 
vorherrschen. Der Gezeitenstrom ist regelmäfsig und läuft in der Richtung der 
verschiedenen Kanäle. Dwars-Strömungen kommen nicht.vor. Wenn der Ebbe- 
strom das Maximum seiner Geschwindigkeit hat, machen sich im ganzen Hafen 
schwache Kabbelungen bemerkbar. Die Gezeitenströmungen treffen in den engen 
Fahrwassern auf der Nordseite der Recodo-Insel, jedoch nicht immer an derselben 
Stelle, zusammen. Die Lage derselben hängt von der Stärke der Strömungen 
ab. Die gröfste Geschwindigkeit, zuweilen 3 oder 4 Knoten in der Stunde, er- 
reicht der Gezeitenstrom in dem engen Kanal, der von der Barre aufwärts führt. 
Aufserhalb der Barre und längs der Aufsenränder der Untiefen läuft gewöhnlich 
ein Strom mit einer Geschwindigkeit von einem Knoten, oder auch etwas mehr. 
rt 
Bei der Einfahrt in die Jiquilisco-Bai 
Bei E)] Triunfo . 
Zeit des Hoch- 
wassers bei Neu- 
und Vollmond 
2hı 383m 
ah 12m 
Das Wasser steigt über den der Karte 
zu Grunde gelegten Wasserstand 
Bei Springzeit | Bei Nippzeit. 
2,18 (7,16 ft) 1,4m (4,56 fO) 
2,34m (7,7 ft) 1,52 (5 ft) 
Puerto el Triunfo. Diese kleine Stadt liegt an dem Fahrwasser, das 
von der Tortuga-Insel nach dem Festlande führt. Der Hafen hat eine gute 
Regierungswerft, welche an die El Triunfo-Kompagnie verpachtet ist. 
In El Puerto sind verschiedene Kaufläden, Waarenhäuser und ein Markt, 
auf dem Früchte, frisches Fleisch und Fische zu haben sind. Die Anlage einer 
Telephonleitung nach Punta San Juan ist in Aussicht genommen, aber noch 
nicht ausgeführt worden. Mittelst derselben sollte die Ankunft von Dampf- 
schiffen an der Außenseite der Barre nach El Triunfo gemeldet werden. Aufser 
El Triunfo giebt es keine Stadt an der Bai. ; 
Hauptsächlich wird über El Triunfo Kaffee und Farbholz ausgeführt, 
Fast aller Kaffee wird in deutschen Dampfschiffen nach Hamburg und nur ein 
geringer Theil nach den Vereinigten Staaten geschickt, Die bisher ausgeführte 
geringe Quantität Farbehölzer wurde in Segelschiffen versandt. 
Eingeführt wird: Aus den Vereinigten Staaten: Mehl, Bauhölzer und 
Maschinerie für Kaffee- und Zuckerpflanzungen. Aus Europa: . Gezackter Zaun- 
draht, gewelltes Blech für Dächer und Konserven. Die meisten Gegenstände 
werden von den Pacific Mail-Dampfern eingeführt, 
Die Pacific Mail-Dampfschiffe der Acapulco—Panama-Zweiglinie laufen auf 
ihrer Hin- und Rückreise die. Barre einmal . im. Monat an. Auch die Dampfer
	        
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