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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

BEA 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1897, 
Das Aussehen der Lempa-Bänke, der Barre und Kanäle ist schwer zu be- 
schreiben, weil sowohl eine Aenderung des Windes als auch das Kentern der 
Gezeitenströme oft plötzlich eine glatte Wasserfläche in eine brandende ver- 
wandeln kann. Die radial von der Barre seewärts bis zu 1 Sm Abstand ge- 
machten Lothungen ergaben eine allmähliche Zunahme der Tiefe von 9,1 oder 
11m (5 oder 6 Faden) bis zu 14,6 m (8 Faden). Gewöhnlich, selbst bei schönem 
Wetter, ist zu gewissen Gezeitenphasen Brandung links und rechts von der 
Barre. Meistens bemerkt man an beiden Seiten nur leichte Kabbelungslinien. 
Bei mäfsigem Winde läuft zuweilen eine brandende Woge über die Barre. Ist 
keine Brandung, oder brandet es ohne Unterbrechung auf der Barre, was zuweilen 
geschieht, so mufs die Einfahrt durch Tonnen kenntlich gemacht werden. Schiffe, 
deren Tiefgang wenig oder nicht von der Tiefe des Wassers auf der Barre ver- 
schieden ist, müssen auch die Dünung in Rechnung ziehen. Die Entfernung der 
5,5 m- (3 Faden-) Kurve innerhalb der Barre von der gleichwerthigen Kurve 
außerhalb derselben beträgt 182,9 m (200 Yards), und die Breite desjenigen Theils 
der Barre, auf dem 4,3 m (14 ft) Wasser bei mittlerem Niedrigwasser sind, nicht 
ganz 274,3 m (300 Yards). 
Nachdem man die Barre passirt hat, erblickt man voraus eine breite 
Wasserfläche, in welcher der nordwärts führende Kanal liegt, aber weiterhin, 
1'/s Sm von der Barre, gestaltet sich der Kanal zu einer engen, unangenehmen 
Durchfahrt zwischen zwei aufeinander folgenden heftig brandenden Stellen. Inner- 
halb der Barre, !/s Sm von ihr entfernt, liegt eine Untiefle, 4,9 m (16 ft) unter 
Wasser. Zwei Meilen von der Barre ist der Kanal !/s Sm breit und ziemlich 
tief, doch liegen rechts und links von demselben verschiedene flache Stellen. 
Der Gezeitenstrom ist hier stark und verursacht eine heftige kurze See, die 
Booten gefährlich werden kann. Die 8 Sm lange Strecke des Kanals von der 
erwähnten, 4,9 m unter Wasser liegenden Untiefe bis zur Huk der Recodo-Insel 
hat hinreichende Tiefe für schwer beladene Lastfahrzeuge. Fahrzeuge mit 5,5 m 
(18 ft) Tiefgang können bei jeder Gezeit über El Triunfo hinausfahren. 
Ist man beim Einlaufen in die Bai dwars ab von Punta Sebastian, so 
würde man sich, falls man Süd von Pajarito-Insel segelt, der Untiefe nähern, 
die jedoch, ausgenommen bei Hochwasser, jeder Zeit an der auf ihr stehenden 
Brandung zu erkennen ist. Befindet man sich erst innerhalb der Linie Punta 
San Juan — Pajarito-Insel, so hat man ruhiges Wasser, einen geschützten Anker- 
platz, und das innerhalb der 5,5 m- (5 Faden-) Kurve liegende Fahrwasser ist auf 
einer Strecke von 5 Sm an keiner Stelle weniger als 2 Sm breit. 
Der den San Miguel-Flufs hinaufführende Kanal ist enger und läuft 
dicht an dem westlichen Ufer der San Sebastian-Insel entlang. Der Grund be- 
steht bei der Einfahrt aus feinem grauen oder schwarzen Sande, ebenso der des 
Fahrwassers, soweit als der vermessene Theil der Bai reicht. Jenseits dieser 
Grenze hat die Bai eine Ausdehnung von ungefähr 15 Sm, und ihre Ufer werden 
von Bachmündungen und schmalen, mit Mangroven bewachsenen Einfahrten durch- 
schnitten. Innerhalb der Bai sind alle Ufer niedrig, und auf 3 Sm hin breitet 
sich ein sandiger Strand aus, eingefafst von dichtem Gebüsche und Wäldern, die 
sich von der Hochwassermarke nach dem Innern des Landes hinstrecken. Jenseits 
der Grenze des vermessenen Theils sind die Ufer der Bai sumpfig und mit un- 
durchdringlichem Mangrovedickicht bedeckt. Der aus weichem Schlamme be- 
stehende Grund ist bei fallendem Wasser vielfach der Luft ausgesetzt, und es 
entwickeln sich dann, namentlich aus den faulenden Pflanzenresten, übelriechende 
Miasmen, die bekanntlich bösartige Fieber erzeugen. Da die Ufer näher an der 
Einfahrt der Bai sandig und trocken sind, ist dieser Theil derselben gesunder. 
Im Norden der Bai wird das Land einige Meilen hinter dem Ufer höher und er- 
hebt sich allmählich nach den Gebirgen hin. Die Gipfel San Miguel und 
Usulutan sind die hervorragendsten Landmarken. Die einzige Marke für die 
Einfahrt in die Bai, die auch Fremden genügend in die Augen fällt, ist das 
Wrack der „Brockley Castle“, das dwars ab von Punta San Sebastian liegt. 
Segelanweisung. Da keine Tonnen vorhanden sind, ist es nicht möglich, 
Segelanweisungen für die Barre oder den Kanal zu geben, doch gewährt die 
Karte „Hydrographie Office“ No. 1677 hinreichende Anleitung. Die Schiffe, 
welche einlaufen wollen, sollten von Libertad oder La Union aus an die El 
Triunfo-Kompagnie telegraphiren und die Zeit ihrer voraussichtlichen Ankunft
	        
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