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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1897, 
Kontinents, und diese Strömung wurde noch verstärkt, als ein tiefes Minimum 
am 14. südlich von England her nach der Mitte des Kontinents vordrang. Als 
das Minimum sich nach Süden hin weiter ausbreitete und ostwärts nach Nord- 
österreich fortschritt, wurden die oceanischen Winde ausgeschlossen; es trat 
kältere Witterung ein. Am 16. sanken die Morgentemperaturen unter die 
normalen Werthe und blieben darunter, als bei dem weiteren Fortschreiten des 
genannten Minimums über Polen nach der mittleren Ostsee und seiner Ausbreitung 
über die südliche Ostsee der am 15. aus NE wehernde Wind am 16. und 17. von 
NW und West nach SW drehte; die Zufuhr von oceanischer Luft aus mittleren 
Breiten war abgeschnitten durch eine über der Biscaya-See lagernde. Depression. 
[ndem diese am 18. bis 19. durch Südfrankreich nach dem Mittelmeer fortschritt 
and dabei ihr Gebiet über den Kontinent ausbreitete, während über Nordeuropa 
wieder ein: Hochdruckgebiet erschien, drehten die Winde wieder von SW über 
Süd und Ost nach NE, so dafs, zumal ausgeprägt an der Ostseeküste, die Wind- 
fahne in den Tagen vom 15. bis 19. eine volle Drehung gegen die Sonne, von 
NE über NW, SW, SE nach NE vollführt hatte, 
Bei hohem Luftdruck über Nordeuropa und einer Depression im Süden, 
die sich vom Mittelmeer aus über den Süden des Kontinents erstreckte, hielten 
Winde aus östlichen Richtungen vom 19. bis 23. an und mit ihnen dauerte die 
kalte Witterung fort. Langsam verlagerte sich das Maximum von Skandinavien 
südostwärts nach Westrussland. Hier trat es durch einen Rücken hohen Druckes, 
WSW-—ENE über die Mitte Europas gerichtet, in Verbindung mit einem Maximum 
über der Biscaya-See, so dafs längs der auf dem Nordabfall des Rückens liegenden 
Küste die Winde an der Nordsee am 24., an der Ostsee am 25. südwestliche 
wurden. An der Ostsee überstiegen die Morgentemperaturen die Normalen am 
24., an der Nordsee erst am 26., nachdem am 25. die Zufuhr milder 
oceanischer Luft eingetreten war. Während ein tiefes Minimum im hohen Norden 
ostwärts über Lappland vorüberschritt und seinen Einflufs bis Norddeutschland 
ausdehnte, hielten die südwestlichen bis westlichen Winde und das milde Wetter 
bis zum 28, an; wie angegeben wehten diese Winde an der Nordsee und der 
westlichen Ostsee in der Nacht vom 26. zum 27. vielfach stürmisch, 
Ein am 28. über der Irischen See erschienenes Minimum drang durch die 
Nordsee nach Westdeutschland vor und füllte sich hier rasch aus, unter seinem 
Einfluß wehten am 28, und 29. an der Küste, ausgenommen am 29. an der 
Nordsee, schwache südöstliche Winde. 
Dann dehnte wieder eine über dem Ocean im Nordwesten erschienene 
neue Depression ihren Wirkungskreis über unser Gebiet aus; es traten zunächst 
an der Nordsee südwestliche Winde ein, die hier am 30. vielfach steif und längs 
der schleswig-hölsteinischen Küste stürmisch wehten und für das ganze Gebiet 
am Monatsschlufs wieder mildes Wetter herbeiführten. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
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