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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1897, 
Strom hier fühlt, derselbe in der genannten Richtung läuft, gewöhnlich mit 
1 Knoten Geschwindigkeit in der Stunde. Die Fischer ankern an dieser Küste 
ungefähr 10 bis 12 Sm von Land auf etwa 30 Faden (55 m) Wasser; auch sie 
bestätigen die Richtung „parallel mit dem Lande nach ONO“, doch fügen sie 
hinzu, dafs nach anhaltenden Ostwinden die Richtung manchmal in ihr Gegen- 
theil umschlägt. Nahe dem Strande läuft das Wasser schneller als in einigem 
Abstande davon; westwärts gehend, nimmt man daher mit Vortheil einen gröfseren 
Landabsiand, als ostwärts bestimmt. 
Scholleneis, ungefähr 6 Fufs stark, erscheint auf der Höhe von Bonne Bay 
im Januar und Februar und bleibt dort bis März oder April; die Richtung, aus 
der es kommt, wird verschieden augegeben; Einige meinen, es sei im Golfe 
selbst gebildet, Andere, es stamme aus der Belle Isle - Strafse. Kisberge, die 
jedenfalls durch die Belle Isle- Strafse gekommen sind, hat man noch vor der 
Bonne Bay gesehen, und zwar waren sie grofs genug, um dort in 30 Faden (55 m) 
Wasser Grund zu fassen; aber im Ganzen ist ihr Vordringen über Rich Point 
nach Südwesten hin sehr selten. Das Scholleneis treibt manchmal direkt zur 
Belle Isle-Strafse hinaus; so wurden im März 1896 zwei Schoner vor der Bonne 
Bay vom Eise besetzt und trieben ostwärts bei Belle Isle vorbei in den Atlan- 
tischen Ozean, von wo sie schliefßslich in die Notre Dame Bay an der Nordost- 
küste Neufundlands gelangten. 
Belle Isle-Strafse. In dieser Straßse herrscht fast streng der Gezeiten- 
charakter der Wasserbewegung vor; nach einigen Gewährsleuten soll, zumal im 
Herbst und Frühling, die Strömung nach aufsen ein wenig länger dauern und 
stärker sein als die nach dem Golf gerichtete, doch wird auch das Gegentheil 
angegeben; grofs ist also jedenfalls der Ueberschufs nach der einen oder anderen 
Seite nicht. 
Auf Rundschreiben, die von der kanadischen Untersuchungskommission an 
die Kapitäne der transatlantischen Dampfer gesandt worden sind, gingen über 
die Strecke von Belle Isle- Insel bis zum westlichen Ende der Meerenge im 
Jahre 1895 Berichte über acht Reisen ein; hiernach setzte der Strom sechsmal 
nach aufsen (ostwärts) mit einer Schnelligkeit von 0,25 bis 1,50 Knoten in der 
Stunde, in zwei Fällen aber wurde kein Strom oder wurden schwache, einander 
entgegengesetzte Bewegungen konstatirt. Vom Jahre 1896 liegen 26 Berichte 
über die Zeit vom 27. Juni bis 30. Oktober vor; 15mal lief der Strom nach 
aufsen mit 0,25 bis 2,00 Knoten in der Stunde, 5mal setzte er nach innen mit 
0,75 bis 1,50 Knoten in der Stunde, 6mal war kein Strom vorhanden oder es 
hoben sich im Besteck die entgegengesetzten Richtungen auf, 
Die Nordküste (Saguenay County, Provinz Quebec). Auf der 
Strecke von den Esquimaux - Inseln entlang dem Festlandsufer bis Kap Whittle 
geht allem Anscheine nach die vorwiegende Wasserbewegung nach Westen, was 
sich besonders in den konstanten Unterströmungen zeigt. Daher kommt es auch, 
dafs auf dieser Seite Eisberge golfeinwärts im Durchschnitt viel weiter gelangen 
als auf der Neufundlandseite, wo ja, wie wir vorhin sahen, Rich Point in der 
Regel der westlichste Punkt für ihr Vordringen ist. Hier aber treiben die Eis- 
berge in der Regel bis zu den Mecattina-Inseln, selten bis Kap Whittle; einmal ist 
sogar ein kleiner Berg auf der Höhe von Natashquan (zwischen Anticosti und 
dem Festlande) gesehen worden. Aufler den Stationsbeobachtungen („D“, „C“ 
und „A“) ergeben auch die Erfahrungen eines Schonerkapitäns für den Frühling 1896, 
dafs die Strömung auf dieser Strecke unter Umständen wochenlang ununter- 
brochen nach Westen läuft, z. B. auf der Höhe der Mecattina- Inseln. Dazu 
kommen wieder die Berichte der Dampferkapitäne, und zwar für die Ueberfahrt 
von Heath Point nach Greenly-Insel (vor der Belle Isle-Strafse): 8 Berichte des 
Jahres 1895 lassen in 6 Fällen keine Versetzung von Bedeutung erkennen, in 
2 Fällen eine Versetzung nach Westen von !/2 Knoten in der Stunde. 24 Berichte 
aus der Saison 1896 enthälten 10 Fälle wiederum mit keinem Strom, 9 Fälle mit 
einer Versetzung nach Osten (!) von 0,20 bis 0,75 Knoten in der Stunde, 5 Fälle 
mit einer Versetzung nach Westen von 0,30 bis 0,75 Knoten. 
Diese Dampferberichte sind, wie man sieht, einem einigermafsen konstanten 
Weststrom nicht sehr günstig; aber es soll ja auch nur gesagt sein, dafs im All- 
gemeinen der Zug der ganzen Wassermasse auf dieser festländischen Seite nach 
Westen geht, während die Oberflächenströmung sehr leicht die verschiedensten
	        
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