Schott: ‚Dritter Beitrag ‚zur. Hydrographie des St. Lorenz-Golfes,
doch besteht ein kleiner Ueberschuß zu Gunsteh der Bewegung nach WSW, die
zur. Nordostströmung sich. etwa wie 116: 100 verhält, Es scheint also, dafs das
Wasser um die Ost- und Südspitze Anticostis schließlich herumströmt, um für
das an der Gaspe-Seite nach Süden abfliefsende Wasser Ersatz zu bringen oder
doch zu diesem Ersatz mit beizutragen. ;
Es bleiben auf der Seite des Festlandes noch die zwei ebenfalls in der
Nähe der Postdampferroute. gelegenen Stationen „D“ und „E“; bei „E“ lag der
Expeditionsdampfer zu kurze Zeit, als dafs sich Positives sagen ließe; bei „D“,
15 Sm im SzW von Grofs-Mecattina-Insel, war der Oberflächenstrom unregel-
mäfsig, vorwiegend landabwärts (nach Süden), die Unterströmung dagegen in
sehr bemerkenswerther Weise konstant nach WSW und SW, also parallel mit
der Küste, gerichtet. .
Die Stationen „F“ und „G“ liegen ein wenig aufserhalb des meist einge-
haltenen Dampferkurses, an. der Westküste Neufundlands; die nördlichere, „F“,
10 Sm im NNW von Rich Point, liegt dem Einflufs der Gezeitenbewegungen in der
Belle Isle-Strafßse nahe, sie zeigt Ebbe- und Fluthstrom in nahezu entgegengesetzter
Richtung. Anders bei „G“, welches 12 Sm in WNW von Cow Head ist: hier
setzte. der ‚Strom fast immer nach NO, sehr selten schwankte er mehr als in den
Richtungen zwischen NNW und Ost. Es ist dies die einzige Station von allen im
Sommer 1896 eingenommenen, welche einen so bestimmten, gleichmäfsigen Strom
ergab; dieser Umstand, in Verbindung mit der entgegengesetzten Richtung der
Unterströme. auf der kanadischen Seite, läfst schon die allgemeine Cirkulation im
Golfe. ziemlich deutlich errathen.
In diesem nordöstlichen Theil des St. Lorenz-Golfes ist das specifische
Gewicht höher und viel gleichmäfsiger als in dem Reste des Gebietes, zumal in
dem westlichen Theil; die Sun schwankten nur zwischen 1,0243 und 1,0250,
obwohl in den drei Monaten Juli bis September etwa 230 einzelne Bestimmungen
gemacht wurden. Dies Resultat ist in der Beziehung wichtig, weil es zeigt,
dafs der Abflufs des St. Lorenz-Stromes lediglich in der Richtung nach SO 'ent-
lang der Gaspe-Küste bis zum westlichen Theil der Cabot-Strafse hin- erfolgt,
dort ist ja, wie der II. Bericht ergab,!) das Seewasser ganz ungewöhnlich leicht,
angesülßlst. Dagegen sind die oben genannten Werthe ungefähr dieselben wie im
benachbarten Atlantischen Ozean, so dafs schon-von diesem Gesichtspunkte aus
das Eindringen atlantischen Wassers durch die östliche Hälfte der Cabot-Strafse
und entlang der Westküste Neufundlands in den nordöstlichen Golftheil hinein
wahrscheinlich wird. (Siehe die Karte, Tafel 27.)
Südküste Neufundlands. Sicher ist, dafs unter der Südküste Neu-
fundlands zwischen St. Pierre I. und Kap Ray die Strömung westwärts geht und
um Kap Ray herum: in den Golf tritt; man hat beobachtet, dafs Eisberge auf
der Höhe von St. Pierre mit diesem Strom selbst gegen einen starken Nordwest-
wind getrieben sind. Immerhin ist dieser Strom der Neufundland-Seite nicht in
dem Grade konstant wie der entgegengesetzt fließende auf der Seite von Kap
Breton-Insel, den man „Cabotströmung“ nennen kann. ;
. Diese Cabotströmung führt das Wasser des St; Lorenz-Stromes nach dem
Ozean hinaus und wird nur selten durch besondere Bedingungen unterbrochen,
während die Strömung der Neufundlandseite zeitweise auch nach aufsen läuft, im
Winter Eis mit sich führend. Im Allgemeinen aber ist, weil die einwärts gehende
Bewegung aus relativ warmem atlantischen Wasser besteht, die Südküste Neu-
fundlands auch im Winter eisfrei. ;
Was aus der Strömung wird, die Kap Ray passirt hat, ist nicht ganz
sicher; sie breitet sich, wie aus den Bestimmungen des specifischen Gewichtes
geschlossen werden: darf, im nordöstlichen Theil des Golfes aus; auf der Höhe
von St. George-Bucht und von Kap St. George bis zur Bay of Islands ist jeden-
falls: kein bemerkenswerther Strom. -
Westküste Neufundlands. Erst von der Bay of Islands an bis nach
Rich Point wird der Strom deutlich, er läuft nach Nordosten, wie Station „G“*
zeigte. Es wird durch Lieutenant Margesson von H. M. S. „Buzzard“- und
Lieutenant Betty von H. M. S. „Pelican“ bestätigt, dafs, wenn man überhaupt
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1) Siehe Annalen, 1897, S. 118,
Ann. d. Hydr. ete., 1897, Heft XI