Schott: Drister Beitrag zur Hydrographie des St, Lorenz-Golfes,
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August und September 1896 sind nun die Wasserbewegungen in dem nordöst-
lichen Theil des Golfes, also in der Gegend zwischen Anticosti (Heath Point)
und der Strafse von Belle Isle, möglichst genau erforscht worden, worüber die
folgenden Zeilen aufklären sollen. -
Vorher jedoch möge, im Anschlufs an Dawsons Bericht, einiges Allgemeine
speciell über die Gezeiten und die sie betreffenden Veröffentlichungen gesagt sein.
I. Pegelstationen und Gezeitentafeln. Es sind jetzt sieben selbst-
registrirende Fluthmesser in Thätigkeit, und zwar zu St. John N. B., Halifax,
auf der St. Paul-Insel in der Cabot-Strafse, in der Forteau Bay (Belle Isle-Strafse),
bei SW-Point auf Anticosti, in Father Point und schliefslich in Quebec; alle haben
im Jahre 1896 gut und andauernd funktionirt.*)
Auf Grund dieser neuen und der früheren Beobachtungen liegen nun für
Quebec neue Gezeitentafeln vor, die viel besser sind als, die bisher üblichen,
welche nicht aus kontinuirlichen Ablesungen abgeleitet waren; für St. John sind
auf Grund ebenfalls der neuen Registrirungen Gezeitentafeln für 1898 in Vor-
bereitung, sie werden die Zeiten des Hoch- und Niedrigwassers und auch die
Fluthhöhe enthalten, eine Größe, die ja in der Fundy Bay von besonderer Be-
deutung ist, zumal da bei besonderen Witterungsverhältnissen die an sich schon
sehr grofsen Tiden eine gefährliche Vergröfserung erfahren, wie im Oktober 1896,
An geeigneten Plätzen der Südwestseite des Golfes, z. B. in Carleton
(Chaleur Bay), in Lower Neguac (Miramichi Bay), in Charlottetown und Picetou
(beide an der Northumberland-Strafse gelegen) wurden zeitweise Fluthmesser auf-
gestellt, um die Gezeitendifferenzen dieser Plätze gegen Plätze mit ständiger
Registrirung, wie St. Paul oder Anticosti, zu erhalten, und dann, unter An-
wendung der gefundenen Differenzen, für alle die genannten Häfen bessere
Gezeitentafeln geben zu können als die bisher vorliegenden, welche aus Diffe-
renzen gegen Halifax oder andere am Atlantischen Ozean gelegene Orte ab-
geleitet sind.
; Die neuen Gezeitentafeln sind in den wichtigsten britischen und kanadischen
Jahrbüchern und Kalendern abgedruckt, so z. B. im „Canadian Almanac“, der
von Copp, Clark Co. in Toronto herausgegeben wird, so auch im „Greenwoods
Almanac“, der bei Mr. W. N. Greenwood zu Lancaster (England) erscheint.
Il. Strombeobachtungen (siehe Kartenskizze 27) wurden in ähnlicher
Weise, wie früher,?) vom verankerten Schiffe aus an den in der Skizze mit den
Buchstaben A bis H bezeichneten Stellen durchgeführt. Es erwies sich als
nothwendig, in diesem Theile des Golfes auf die Unterströmungen bis zu 30 und
40 Faden (54,8 bis 73 m) Tiefe ganz besondere Rücksicht zu nehmen, um einen
Einblick in die allgemeinen, grofßsen Zirkulationszüge des Golfes zu gewinnen,
die in dem ewigen Wechsel der Verhältnisse an der Oberfläche nicht klar zum
Ausdruck gelangen; man mufste ferner bedenken, dafs die durch Oberflächen-
schwimmer festgestellten Bewegungen noch durchaus nicht für die Richtung und
Schnelligkeit mafsgebend zu sein brauchen, in welcher 15 bis 20 Fufs tief gehende
Schiffe vom Strom versetzt werden, die Richtung der Strömung in 18 Fufs (5,5 m)
Tiefe wich von der des Oberflächenwassers off um 2 Strich ab, und es wurde
daher überall, wo angängig, das Mittel beider Richtungen bestimmt
und dies auch in den Karten und Tabellen benutzt, weil diese mittlere
Richtung der Richtung etwaiger Stromversetzungen tiefgehender Fahrzeuge am
nächsten kommen dürfte. Es galt sodann, die eigentlichen Küstenströmungen,
wie sie besonders in der Nähe von gröfseren Buchten oder Kaps in abweichender
Weise oft ganz lokal auftreten, zunächst zu vermeiden; um den unmittelbaren
Einfluß des temporären Windes zu eliminiren, wurden an Bord fortlaufende
meteorologische Beobachtungen angestellt, ferner standen die Aufzeichnungen der
Station von Belle Isle und von Anticostis Südwestspitze zur Verfügung; von den
speciell hydrographischen Elementen kamen die Aufzeichnungen der Fluthmesser
in Forteau Bay®) und in SW-Point (Anticosti) in Betracht, endlich sind auch
zahlreiche Messungen der Temperatur und Dichtigkeit des Secwassers an der
Oberfläche und in verschiedenen Tiefen ausgeführt.
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Siehe X. Bericht in dieser Zeitschrift, 1896, S. 222.
Kbenda S. 223 ff,
Khenda S 9929
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