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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1897 
diesem wichtigen Desiderate zu entsprechen, wird die wahre Gestalt des Geoides fest- 
zustellen sein. Wir erinnern nur daran, dafs die Frage der „ozeanischen Depressionen“ 
noch weit davon entfernt ist, beantwortet werden zu können, und demnach wird 
man erst durch zahlreiche Beobachtungen in allen Meeren und unter allen 
Breitegraden darüber ein entscheidendes Wort sprechen können. In richtiger Er- 
kenntnifs dieser wichtigsten geodätischen Frage hat die internationale Erdmessungs- 
Kommission auf ihrer Versammlung in Innsbruck (im Herbst 1894) auf die 
Erfindung eines für die Schiffe auf hoher See geeigneten Pendelapparates einen 
arheblichen Preis ausgesetzt. Nach Allem, was aber darüber bisher verlautet, ist 
man mit der Konstruktion eines solchen Apparates noch nicht erheblich weiter- 
gekommen. Die Schwierigkeiten, die sich der Lösung dieser Frage entgegen- 
stellen, sind allzu erheblicher Art. Selbst über das Prinzip, welches man der 
Konstruktion zu Grunde legen kann, ist man noch zu keiner Uebereinstimmung 
gelangt, wenn auch nicht zu zweifeln ist, dafs diese schwierige Aufgabe gelöst 
werden wird, Die von Baron Wüllerdorff-Urbair und Professor Mascart, 
dem Ersteren durch Vergleich des Aneroid-Barometers mit dem Quecksilber- 
Barometer und dem Letzteren durch sein Baromötre & gravite, eingeleiteten 
Versuche können durch die dabei in Anwendung gebrachten Grundsätze zu einer 
Lösung erwünschte Fingerzeige gewähren. Die Beobachtung der erdmagnetischen 
Elemente an Bord und auf hoher See ist zu einer solchen Vervollkommnung 
entwickelt, daß hier bei gediegener Anwendung der Apparate das Vorzüglichste 
geleistet werden kann. In Verbindung mit Schwerebestimmungen müfsten solche 
Bestimmungen auf hoher See von der gröfsten Bedeutung für die Entwickelung 
einer Theorie der in Rede stehenden Wissenschaft führen. 
Den Bemühungen der Staatsmarinen fällt hier, wie zur Genüge gezeigt 
wurde, eine grofse Aufgabe zu, wo immer die Anordnungen korrekt und mit 
tieferem Verständnifs getroffen werden. Bereits haben auch schon die Schiffe 
der Kriegsmarine der verschiedenen Kulturstaaten höchst Beachtenswerthes ge- 
leistet; dafs auch innerhalb der deutschen Kriegsmarine nach der bezeichneten 
Richtung ein die Wissenschaft förderndes Streben sich bethätigen werde, ist um 
so mehr zu erwarten, als dies schon bei früheren Gelegenheiten der Fall war.) 
P.S. Die ausführliche Abhandlung über diese Pendelbeobachtungen hofft 
man in den „Abhandlungen der Königlich bayrischen Akademie der Wissenschaften“ 
zum Abdruck gebracht zu erhalten, 
Nach einem kürzlich eingetroffenen Schreiben des K. u. K. Oberst Frei- 
herrn von Sterneck ist der Mittelwerth der von den Herren Müller Ritter 
von Elblein und Guberth erhaltenen Werthe von g gleich 9,80016 m. 
Dritter”) Beitrag zur Hydrographie des St. Lorenz-Golfes. 
Im Auftrage der Direktion der Seewarte nach den kanadischen Berichten bearbeitet 
von Dr. GERHARD SCHOTT. 
(Hierzu Tafel 27.) 
Ein neuer, wiederum von W, Bell Dawson abgefafster und für das 
„Department of Marine and Fisheries“ von Canada bestimmter Bericht 
mit dem Datum des 26. Januar 1897, betrifft die Fortschritte, die in hydro- 
graphischer Beziehung hinsichtlich der Gezeiten- und der Strombeobachtungen 
im Sommer 1896 gemacht worden sind. Ueber die früheren kanadischen Anuf- 
nahmen im St. Lorenz-Golf, welche 1890 begonnen sind, ist das Wichtigste 
bereits mitgetheilt worden; !) sie betrafen die Belle Isle-Strafse nur nebenbei, haupt- 
sächlich dagegen die Gewässer von der Mündung des eigentlichen St. Lorenz-Stromes 
an der Gaspe-Küste bis zur Cabot-Strafse einschliefslich. In den Monaten Juli, 
1) Bestimmungen der (iravitationskonstante durch Offiziere der Kaiserlichen Marine auf 
Kerguelen- und den Auckland-Inseln in den Jahren 187475. 
2) I. Bericht siehe diese Zeitschrift, 18%6. S. 221 bis 230; Il Bericht ebenda. 1897. 
VW 116 bis 1929
	        
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