Taifum an der Küste Japans vom 8. bis 12, September 1896,
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nichts zu. sehen... Der. Wind wehte in Böen bei strömendem Regen; man mu(ste
sich auf dem Hinterdeck festbinden. Dieses Unwetter hielt bis zum 11/9. 4’ a
an. Der Wind hatte sich sehr langsam nach WNW gedreht, und als das Wetter
besser wurde, war der Wind NW.“
„Blitzen und Donnern ist während der ganzen Zeit nicht bemerkt worden.“
„Das Centrum mulste sich sehr langsam vom Schiff entfernen, denn sonst
hätte der Sturm wohl nicht so lange angehalten. Das Schiff lag während der
ganzen Zeit über B, B.-Hals.“
„Als das Wetter besser wurde, fanden wir, dafs bis 7 Fufls Wasser im
Schiff waren. Glücklicherweise war unsere Dampfmaschine gut geblieben, so
dafs wir mit Dampf lenz pumpen konnten, denn die Mannschaft war ganz er-
schöpft.“
„Es war an der St. B.-Seite Alles vom Deck geschlagen und zertrümmert,
zwei Boote, eine grofse Spiere u. s. w., und dazu hatte das Schiff eine starke
Schlagseite nach St. B. bekommen. Wäre das Schiff nicht so stark gewesen,
dann hätte es. dies wohl nicht Alles ausgehalten. Ich habe in meiner lang-
jährigen Fahrt so was noch nicht erlebt und gesehen, dafs ein Schiff mit Leenocken
von Grofs- und Fockraa im Wasser lag.“
„Am 12. September hatten wir Alles so weit wiederhergestellt, dafs wir
einige Segel beisetzen und unsere Reise mit nordwestlicher und nördlicher Briese
verfolgen konnten. Den 17/9. sichteten wir Kap Omai; hier holte der Wind
auf ONO, womit wir bis zum 22, bis nach Vries Island aufkreuzten. Damn
setzten südwestliche Winde ein, womit an demselben Tage abends Yedo-Bai ein-
gesegelt wurde. Da es aber am 23, 4b a sillle wurde, mufsten wir, um das
Zurücktreiben zu verhüten, unten in der Bai den Anker fallen lassen. Um 3"p
sprang mäfsige südwestliche Briese auf, lichteten Anker und segelten nach
Yokohama-Hafen, wo um 5'/a" p nach einer Reise .von 143 Tagen Anker ge-
worfen wurde.“
„Am nördlichen Stillen Ozean wurde keine Strömung bemerkt, aber in der
Nähe der Inseln, welche vor Yedo-Bai liegen, fanden wir sehr starke nördliche
und südliche Strömung, die sehr regelmäfsig alle sechs Stunden wechselte.“
Die täglichen (6* a, 2 und 10" p) Wetterkarten des Meteorologischen
Central-Observatoriums in Tokio ergänzen diese lebendige Schilderung Kapt:
Hashagens in folgender Weise.
6. September. Im ganzen Südwesten Japans ist der Luftdruck nahe. bei
755 mm, 2 bis 3 mm unter dem Mittel, er ändert sich wenig im Laufe des Tages;
Das Wetter ist wechselnd, der Wind abends meist nördlich. Schwerer Regen
fällt in Mitteljapan auf einem Streifen, der von Shikoku und Kii nach Nord-
osten läuft.
7. September. Im ganzen Südwesten liegt der Luftdruck unter 755 mm
und fällt langsam weiter; Süd-Kiushu meldet den niedrigsten, 751 mm. Im
Westen bleibt das Wetter meist klar bei Nordwest- und Nordwinden; in der
Mitte sind die Winde N bis O0, im Osten O bis S. Der Streifen mit schwerem
Regen ist noch an derselben Stelle, er ist nur wenig breiter geworden und dehnt
sich längs der Nordwestküste aus. Gifu, in diesem Streifen, meldet 344 mm
Regen in 16 Stunden (etwa die Hälfte der Jahresmenge in Deutschland) während
auf Kiushu nicht, 1 mm fällt.
8. September. Die Iuftdruckänderungen sind im Südwesten nicht grofs,
Süd-Kiushu meldet 749 mm, aber die Isobaren liegen gedrängter. Der Regen-
streifen hat sich etwas nach Osten, mehr nach Norden ausgedehnt; im Westen,
in Kiushu, fällt auch heute keiner.-
9. September. Die Aenderungen im Luftdruck sind wiederum nicht
grofs, der Südosten Kiushus, Miyazaki, meldet 748 mm. Nagoya in dem Regen-
gebiet meldet 312 mm in 24 Stunden; der Westen bleibt noch ohne viel Regen.
Miyasaki, die dem „Carl“ nächste Landstation, hat am 8/9. 10° p 751,2, am 9/9.
61 a 750,3 mm, der „Carl“ um 4" a 717,4 mm. Der.Unterschied‘ im Luftdruck
beträgt also von Miyasaki bis zum „Carl“ (150 bis 160 Sm) 33 mm oder 12
bis 13 mm auf 60 Sm. Die Figur 1 gilt für 10*p am 9., als auf dem „Carl“
der Taifun sehon von Süden wehte.