Meufs: Gleichzeitige Heimreisen deutscher Segler,
durchzumachen; im zweiten: derselben fiel das Barometer am 5. 5*a auf.711 mm,
und „Atalanta“ verlor nicht nur sämmtliche Sturmsegel — die Untermars-
segel wurden. glatt. aus den Lieken geblasen —, sondern auch das dicht gegeite
Grofsobermars- und Bramsegel. „Atalanta“ hat also auf ihrer Route westlich
der. Azoren von der Linie bis Lizard im Ganzen 28,7 Tage gebraucht, noch
5 Tage weniger als „Thekla“, dagegen 8 bezw. 10,5 Tage weniger als „Thalia“
bezw. „Selene“ auf den. westlicheren Wegen. Die Gesammtreise von. Iquique
nach der Höhe von Lizard dauerte 84 Tage, . a
Betrachten wir.nun noch die, Luftdruckvertheilung nördlich. von. 25° N-Br
vom 13. November an, wie sie sich aus den Barometeraufzeichnungen der vier
Mitsegler und gleichzeitigen Dampferbeobachtungen ergiebt, so finden wir, dafs
das Hochdruckgebiet der Rofsbreiten mit Barometerständen über 765 mm ‘sich
zwischen 34° bis 40° N-Br von. den Azoren bis in etwa 52° W-Lg erstreckte.
Auf etwa. 33° W-Lg ist in 37° N-Br eine Einbuchtung der Isobare von 765 mm
nach Süden, während diese Isobare weiter westlich in etwa 39° N-Br verläuft.
Von den Azoren erstreckt ‚sich eine Zunge höchsten Druckes . — 775 mm in
27° N-Br und 32° W-Lgz _ — uach Süden bis 25° S-Br — 766 mm —, während
von den Azoren ostwärts bis zum Festlande und nordostwärts nach dem Kanal
zu der hohe Druck sich fortsetzt, auf 47° N-Br und 18° W-Lg noch am 23. mit
770,6 mın lagernd. Oestlich von den Azoren und der südlich sich streckenden
Hochdruckzunge tritt am 23. in 28° N-Br und 27° W-Lg ein Tiefdruckgebiet ‘auf,
welches sich nach dem Kanal hinzieht.
„Thekla“ durchschnitt dieses Hochdruckgebiet in seiner ganzen nord--
südlichen Ausdehnung, „Thalia“ und „Selene“ machten ihren Weg westlich der
von den: Azoren südwärts sich erstreckenden Hochdruckzunge und kamen erst
in 35° N-Br zwischen 35° und 40° W-Lg in das Höochdruckgebiet der Rofsbreiten
und blieben bei ihrem weiteren Vorschreiten in dem nach dem Kanal zu sich
erstreckenden Ausläufer desselben. .
Für „Esmeralda“ nahm zunächst der Luftdruck von 19,6° N-Br und 35,7° W-Lg
am 9. bis 26,2° N-Br und 43,6° W-Lg am 13. von 763 mm auf 762 mm ab, stieg
dann aber ständig bis 29,1° N-Br und 44,8° W-Lg am 16. bis auf 765,1 mm, so dafs
sie dem Hochdruckgebiet auf St. B.-Halsen immer mehr sich näherte, Zwar fiel am
17. in 30° N-Br und 47° W-Lg das Glas auf 764 mm, beim weiteren Fortschreiten
jedoch blieb es zunächst‘ unverändert und begann dann am 18. zu steigen, so
dafs es am 19. in 833,9° N-Br und 50,8° W-Lg 766,2 mm zeigte. „Esmeralda“
mufte dann den ganzen Weg bis zum Kanal im Hochdruckgebiet zurücklegen.
Bei dieser Lage des Hochdruckgebietes der Rofsbreiten, welche wesentlich
von der im Atlas zum „Segelhandbuch. für den Atlantischen Ozean“ auf Tafel 20
für November gegebenen Darstellung der mittleren Luftdruckvertheilung abweicht,
ist die Beantwortung der Frage, ob „Esmeralda“ nicht durch das Verhalten ihres
Barometers hätte veranlafst werden können, schon am 15. auf 28,6° N-Br. und
45,4° W-Lg über dem anderen Bug dem Hochdruckgebiete auszuweichen, sehr
schwierig. . . ;
Jedenfalls beweist das vorstehend Ausgeführte die Richtigkeit der wieder-
holt, namentlich mit Bezug auf das Durchstechen des Nordostpassates im Atlan-
tischen Ozean auf Heimreisen, in den Segelhandbüchern der Seewarte!) aus-
gesprochenen Mahnung, „dafs man bei der Wahl der Route immer .die
Luftdruckvertheilung berücksichtigen mufs.“ Meufs.
5929
vr ve" — LE
AI
Fa
ey
Taifun an der Küste Japans vom 8. bis 12. September 1896.
Nach dem Tagebuch des Vollschiffs „Carl“, Kapt. J. B. HASHAGEN, und den japanischen Wetterkarten.
Der „Carl“ war auf einer Reise von New York nach Yokohama „am
2. August 1896 bis zur Sunda-Strafse gelangt, am 25. durch den Bashi-Kanal in
den Stillen Ozean: er arbeitete sich bis zum 6. September .an der: Westseite: der
1‘) „Segelhandbuch für den Atlantischen Ozean“, S. 553; „Segelhandbuch’ für den Stillen
Ozean“, S. 842, Ma Ku
Ann, d. Hydr. ete.. 1897. Heft XIL.