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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Meuf[(s: Gleichzeitige Heimreisen deutscher Segler. 
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West ein, welche . erst in 9° N-Br. und 27° W-Lg in den Nordostpassat über: 
gingen. Der 10. Breitengrad wurde in 27,5° W-Lg nach 5,9 Tagen überschritten; 
in gleicher Zeitdauer wie „Thalia“ und „Esmeralda“, . Der Passat war aus Ost, 
3 bis 4, am 10. wurde 20° N-Br in 31,6° W-Lg geschnitten, und hier wurden 
Mallungen gefunden. „Thekla“ hatte infolge des kürzeren Weges und des 
stärkeren Windes von 10° bis 20° nur 5 Tage gebraucht und ihren Mitseglern 
2 bis 5.Tage abgewonnen. Nach Ueberschreiten des 20, Parallelkreises ging 
der Wind südlich, zeitweilig sogar bis SW holend, am 13. auf Ost, die Stärke 
schwankte. zwischen 2 und 4. Am 13. mittags stand „Thekla“ in 24,9° N-Br 
und 31,1° W-Lg und hatte somit ihre Mitsegler in Breite fast erreicht — „Selene“ 
stand 2,5°, „Thalia“ 0,8°, „Esmeralda“ 1,2° nördlicher —, während diese in 
Länge bedeutend westlicher standen: — „Selene“ 8,5°, „Thalia 7° und „Esme- 
ralda“ 12,2°. 
Auf diesen Stellungen scheiden sich nun auch die Wege‘ von „Selene“ 
and „Thalia“, Wir hatten beide am 8. verlassen, als der Nordostpassat wieder 
schral nördlich durchkam, „Selene“ in 21,3° N-Br und 33,3° W-Lg, „Thalia“ in 
20° N-Br und 33° W-Lg stand, beim Winde fast den gleichen Weg machend. 
Am 13. geht für beide Schiffe der Wind östlicher, so dafs sie recht Nord auf- 
steuern können und „Thalia“, welche etwas raumeren Wind hat, an dem einen 
Tag mehr in Breite und Länge gewinnt als „Selene“ an beiden vorhergehenden. 
Am 14. kreuzen beide Schiffe 30° N-Br, „Selene“ in 39,5° W-Lg nach 7,0 Tagen, 
„Thalia“ in 38,0° W-Lg nach 6,3 Tagen. Dadurch, dafs „Selene“ voller steuert, 
kommt sie noch weiter nach Westen, so dafs sie am 17, auf der Breite der 
Azoren in 37,1° W-Lg steht, 3,2° westlicher als die in gleicher Höhe stehende 
„Thalia“. Mit der westlicheren Stellung ist auch der Nachtheil verbunden, dafs 
sie schon vom 16. an. bis zum 19. gegen Nordost- bis Ostwinde kreuzen mulfs 
und erst an letzterem Tage in 36,2° W-Lgy den 40. Breitenparallel überschreitet 
nach 4,8 Tagen, während „Thalia“, welche den Wind zwar mäfsiger, aber aus 
0S0 bis SSO gehabt hatte, schon am 18, in 33,5° W-Lg nach 3,3 Tagen den- 
selben Parallel nordwärts passirt. Hiermit ist der Sieg der „Thalia“ entschieden. 
Denn wenn auch „Selene“ vom 19. ab bis zum 22., von stürmischen Südsüdost- 
bis Südsüdwestwinden in Stärke 8, am 23. Stärke 6, gefördert, in fliegender 
Fahrt dem Kaual zueilt .— die Etmale betragen am 20. 180 Sm, 21. und 22. je 
260 Sm, 23. 240 Sm und 24, 195 Sm —, so gelingt es ihr nicht mehr, den von 
„Thalia“ gewonnenen Vorsprung wieder einzubringen. Diese hat zwar geringere 
Windstärken, am 20, und 21. 6 ({), am 22. und 23. nur 4, aber erstere ergeben 
doch Etmale von 260 und 240 Sm und geben ihr, als am 25. in 49,3° N-Br für 
beide Schiffe das Aufkreuzen gegen östliche Winde beginnt, einen Vorsprung 
zu luward von 20 Sm gegen „Selene“. Dieser Vorsprung erweist sich auch 
weiterhin noch als grofser Vortheil dadurch, dafs „Thalia“ erst am 27. stürmischen 
ONO hat, während „Selene“ schon am 26. Windstärke 8 beobachtet und auch 
im weiteren Verlauf des Oststurmes höheren Windstärken ausgesetzt ist als 
„Thalia“. Letztere steht beim Umspringen des Windes auf WNW am 2. XM. 
schon so östlich, dafs sie am selben Tage die Höhe von Lizard nach 13,9 Tagen 
erreicht, während dies „Selene“ erst am 3. nach 14,4 Tagen gelingt. 
. „Thekla“, welche wir am 13. XI. in 24,9° N-Br und 31,1° W-Lg verliefen, 
hat inzwischen bei Ostwind, der am 14. und 15. Stärke 7 erreicht, ihre Reise 
recht nach Nord fortgesetzt und am 17. mittags „Thalia“ und „Selene“ eben 
südlich der Azoren eingeholt mit dem grofsen Vortheil, dafs sie auf 30,2° W-Lg 
steht, die anderen 3° bezw. sogar 7° westlicher. Hier flaut der bereits am .16. 
auf SSO 5. gegangene Wind bis auf Stärke 2 ab, so dafs „Thekla“ am 18. mittags 
erst 40° N-Br in 30,3° W-Lg nach 3,5 Tagen überschreitet, während „Thalia“ 
bis hierher nur 3,3 Tage brauchte. Auch die Tage vom 19. bis 22. bringen 
„Thekla“ nur Windstärken 4 und 5, während die weiter westlich stehenden Mit- 
segler 8 und 6 verzeichnen; dennoch steht sie am 24, mittags auf demselben 
Punkt 49,3° N-Br und 11,2° W-Lg, den „Thalia“ erst am 25. mittags erreicht. 
Dieser Vorsprung in dem nun folgenden Oststurm bringt es mit sich, dafs „Thekla“ 
am 26. und 27. noch Windstärken 7 hat, während „Thalia“ am 27. schon 8, 
„Selene“ sogar schon am 26. Windstärke 8 verzeichnet. Ebenso wie bei „Thalia“ 
erreicht bei „Thekla“ der Stürm‘ nur vorübergehend an einem Tage Stärke 10, 
in orkanartiger Böe 11. Am 3. XII. erreicht sie die Höhe von Lizard nach
	        
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