536 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1897.
Mallungen verfolgt hatte, überschritt in 1° N-Br den 29, Meridian etwas nach
Westen und kam ebenfalls am 30. X. in 6,4° N-Br und 29,2° W-Lg in den Nord-
ostpassat, welcher mit einer starken Regenböe (6) böig einsetzte; in den Böen
lief die See wild durcheinander.
„Esmeralda“ hatte der raumer werdende Südostpassat gestattet, den
28. Meridian in 1° S-Br nach Osten zu überschreiten, sie steuerte nun zwischen
27° bis 28° nördlich, hatte hier aber sehr leichten Südostwind, Stärke 1, und
gelangte daher erst am 31, X, in 7° N-Br und 27,8° W-Lg in den Nordostpassat,
der ebenfalls mit einer steifen Böe (6) einsetzte,
Bis 10° N-Br, welchen Parallel beide Schiffe am 31. X. schnitten, hatte
„Selene“ infolge des angetroffenen leichteren Windes etwas gegen „Thalia“ ver-
loren. Im Nordostpassat kam sie wieder voran, so dafs sie schon am 2. XI, die
Breite der Kap Verdeschen Inseln erreicht hatte, während „Thalia“ erst am
3, XI. dort war,
Vom 5. ab ging der schon von 15° N-Br ab flaue Passat in südlichen Wind
über, der, vielfach von Stillen unterbrochen, sogar bis SW holte. „Selene“, welche
bis 34,5° W-Lg gedrängt war, fand so Gelegenheit, wieder Ostlänge anzuholen, so
dafs sie 20° N-Br in 34,2° W-Lg nach 6,8 Tagen am 7. schnitt, während „Thalia“,
welche sich stets nur eben westlich von 32° W-Lg gehalten hatte, diesen Parallel
in 32,7° W-Lg nach 7,2 "Tagen am 8. erreichte. „Esmeralda“ hatte vom 1. XI,
ab wieder westlicher halten müssen und hier nur Windstärke 1 getroffen, sie war
beim Umgehen des Windes auf Süd—SW 50 weit zurück, dafs sie, nunmehr nördlich
steuernd, am 8. erst 18,7° N-Br in 34° W-Lg erreicht hatte. Am 8. setzte für alle
Jrei Schiffe der Passat wieder ein, aber sehr schral, aus Nord — NNO, dafs sie
wieder nach Westen gedrängt wurden. ;
„Esmeralda“ überschritt am 9. in 35,7° W-Lg nach 7,8 Tagen den
20. Breitenparallel und scheidet von hier aus dem Mitbewerb aus, da sie immer
weiter mit St. B.-Halsen segelnd bis auf 51,5° W-Lg in 34,5° N-Br gelangt, hier
geht der Wind, der sich bis dahin zwischen NO und Nord gehalten und nur
gelegentlich höhere Stärken als 2 gehabt hatte, auf NNW und ermöglicht ihr,
über den anderen Bug den Kurs nach dem Kanal aufzunehmen. Am 23, macht
sie in 36,5° N-Br und 45,5° W-Lg einen schweren Nordsturm mit Windstärke 10
durch. Vom 27. bis 29. mufs sie auf der Höhe der Azoren zwischen 39° bis
37° W-Lg beigedreht einen Sturm abwettern, in welchem der von NNW all.
mählich auf NNO übergehende Wind Orkanstärke erreicht; am 27. und 28, sind
im Journal Stärken 11 bezw. 12 eingetragen. Der niedrigste Barometerstand
war 730,5 mm am 28, 8%a. Beim Beiliegen wurde Oel zur Beruhigung der
Wellen mit gutem Erfolg gebraucht. Der Wind blieb auch an den folgenden
Tagen bei steigendem Barometer noch stürmisch aus Nord und wuchs am 3. XII.
mittags in 45,7° N-Br und 26,3° W-Lg nach einem starken Barometerfall von
6 mm in vier Stunden wieder zum Orkan, NNW 11, an, der ebenfalls zum Bei-
drehen zwang. Den niedrigsten Stand erreichte das Glas um 2"p mit 740,8 mm,
stieg dann bis 756,5 mm am 4. 8a, wo der auf West zurückgedrehte Wind bis
Stärke 5 abgeflaut hatte, Mit fallendem Barometer krimpte der Wind dann in
Stärke 2 und war beim tiefsten Stand am 5. 4"a 733,3 nm NzW 1. Um 5*807 2
frischte der Wind mit einer schweren Gewitterböe aus NNO wieder stürmisch
auf und erreichte aus NNW um 5*" 30” p wieder Orkanstärke, „Beide Unter-
marssegel flogen fort, dabei hohe Kreuzsee, gebrauchten Oel zur Beruhigung der
Wellen, bekamen trotzdem mehrere schwere Sturzseen an Deck, zertrümmerten
ein Lifeboat, Ventilatoren und Skylight, auch wurde mehreres '"’eakholz los-
gerissen“, meldet das Journal. Gegen Mittag des 6, lief der Wind bis Stärke 7
nach bei schnell steigendem Barometer. „Esmeralda“ hatte sich im Centrum einer
Depression befunden. Der nun folgende Wind aus SW—NW, welcher zeitweilig
bis Sturmesstärke anwuchs, förderte, nachdem die fortgeflogenen besten Mars-
segel durch die überholten Passatsegel ersetzt waren, die Weiterreise, so dafs
am 10. die Höhe von Lizard erreicht wurde. „Esmeralda“ hatte von der Linie
44,7 "Tage gebraucht,
Während „Esmeralda“ aus der Betrachtung ausscheidet, ist inzwischen
„Thekla“ stark aufgekommen. Sie hatte am 31. X. die Linie am weitesten öst-
lich in 27° W-Lg geschnitten und war dann nördlich mit mäfßsigem SO weiter
gesegelt. In 5° N-Br stellten sich Mallungen und leichte Winde aus NW bis