Meufs: Gleichzeitige Heimreisen deutscher Segler.
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ihn ihre zwischen 27° bis 29° nördlich steuernden Mitsegler fanden, verdankte
sie es, daß sie gegen diese nicht mehr verlor. .
„Thekla“, welche wir am Kap Horn verlassen haben, war inzwischen den
voraufgegangenen Schiffen flott nachgekommen. Der starke NW, mit welchem
sie in den Atlantischen Ozean eintrat, ging bei steigendem Barometer in etwa
50° S-Br und 48° W-Lg am 8., an dem auch die anderen Schiffe 10° nördlicher
einen schweren Sturm zu bestehen hatten, auf SSO, und um 11* 30” a setzte
plötzlich der Wind orkanartig von Süd ein mit sehr hoher wilder See. Das
Schiff legte sich derartig über, daß die B. B.-Reeling total unter Wasser war.
Das Barometer hatte um Sa seinen tiefsten Stand mit 746 mm erreicht und
begann’ zu steigen. Der Wind hielt in Stärke 11 bis 4"p bei ständig steigendem
Barometer an und flaute dann allmählich von Stärke 9 bis 7 ab. Auch „Thekla“
hatte auf 40° S-Br einen Barometerstand von 772 mm. Der kräftige Wind hatte
aber ihre Reise so gefördert, dafs sie zwischen 50° bis 40° Breite nur 3,3 Tage
brauchte, 2,2 Tage weniger als „Thalia“ und „Esmeralda“ und 3,3 Tage weniger
als „Selene“. Auch bis 30° S-Br brauchte sie weniger Zeit als in dem Durchschnitt
ihre Mitsegler, stets mit südlichem Winde segelnd. Die Erreichung des 20. Breiten-
parallels machte ihr aber bedeutende Mühe. Der bis 27° S-Br ihr treu gebliebene
südwestliche Wind geht auf Nord, wird sehr flau und wechselt mit Stillen, und
sie verliert 7 Tage, um gegen ihn bis an die polare Grenze des Südostpassates
aufzukreuzen, die sie am 24. in 22° S-Br und 26,2° W-Lg überschreitet, sie
gebraucht deswegen für die Strecke 30° bis 20° S-Br 9,8 Tage, doppelt soviel,
als die anderen, Schiffe, Im Passat, den sie im Allgemeinen raumer fand als
die anderen, ging es um so schneller vorwärts, so dafs 20° bis 10° in 3,0, 10° bis 0°
in 2,6 Tagen zurückgelegt werden. Der vorgeschilderte Aufenthalt hat jedoch den
Erfolg, dafs sie vom Kap bis zur Linie den Vorseglern trotz ihrer überlegenen
Geschwindigkeit nur um 2 Tage aufgekommen ist, indem sie 26 Tage brauchte.
Alle vier Schiffe haben auf diesem zweiten Reiseabschnitt weniger Zeit
gebraucht als das Mittel, „Thekla“ kommt: mit 26 Tagen sogar nahe an die im
Segelhandbuch für den Stillen Ozean, Seite 844, gegebene kürzeste Reisedauer
von 23 Tagen heran.
In der gegenseitigen Stellung der Schiffe sind Aenderungen nicht ein-
getreten: : „Esmeralda“ .ist auch hier wieder zurückgeblieben, „Thalia“ hat sich
gegen „Selene“ und „Thekla“ gegen die beiden Letzteren gehalten. „Selene“ hat
durch ihr weites Heraushalten nach West zwischen 47° und 40° Breite sich
„Thalia“. gegenüber in Nachtheil gesetzt. Die Reisedauer von Iquique bis zur
Linie beträgt für „Esmeralda“ 54,2, „Selene“ 51,0, „Thalia“ 50,6 und „Thekla“
50,0 Tage,
Auf der letzten Hauptstrecke, Linie bis zur Höhe von Lizard,
erreichten:
NV-Pr
10°
209
30°
40°
Höhe von Lizard
„Selene“
„Thalia“
W-Le | Tage
W-Le | Tage
29,2
34,2
39,5
26.92
62 29,2
63 32,7
| 70 38,0
48 | 33,5
144
5,9
7,2
6,3 |
38
15.9
„Esmeralda“
W-Lg | Tage
29,0 5,9
35,7 7,8
47,0 | 8,0
360 ! 13,0
10,0
„Thekla“
W-Le | Tage
27,5
31,6
310
202
5,9
5,0
4,2
3,ö
15.0
Linie—Höhe von Lizard | 3. xır. | 390 | a. xmn. | 366 |20. xır.| 44,7 |3.x0. | 33,6.
„Selene“, welche von 5° S-Br an zwischen 28° bis 29° W-Ig Nord
gesteuert hatte, behielt nach Ueberschreiten der Linie SSO 1 bis 2, am 26. auf
2,2° N-Br und 28,5° W-Lg hatte sie SSW 2. Dieser drehte an den folgenden
Tagen allmählich über Süd auf Ost und ging am 30. X, in 7° N-Br und 28,6° W-Lg
mit einer starken Böe in den Nordostpassat über. „Thalia“, welche denselben
Weg mit Winden zwischen SO und Ost von Stärke 3 bis 2 mit nur leichten