accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Meufs: Gleichzeitige Heimreisen deutscher Segler. 
593 
gewonnen. ‘Dies ist neben dem geringeren Aufenthalt auf der ersten Wegstrecke 
dadurch zu erklären, dafs infolge. ihrer größeren Westlänge „Thalia“ vom 19; bis 
22. auf St. B.-Halsen mit westlichem Wind segeln konnte, während die östlicher 
stehende „Selene“ zumeist über B. B.-Halsen mit südlichem Wind. liegen mufste 
und ebenso bei den auf 50° S-Br angetroffenen östlichen Winden länger über 
B. B.-Halsen liegen mufste als die anderen beiden Schiffe. 
Auf der zweiten Hauptstrecke vom Kap Horn zur Linie erreichten: 
S-Br 
i0n 
Nas 
300 
100 
0° 
9° 
„Selene“ 
| 
W-Le TVauce 
49° | 4,7 
33° 66 | 
27,5° 3,5 ] 
26,8° | 4,5 
28 36 | 
28791 45 
„Thalia“ 
| W-Ler | "Fuge 
49° | 48 
33° | 5,6 
27,99 ° 4,4 
274° 44 
28,191 3,8 
986° 47 
„Esmeralda“ 
„Thekla“ 
W-Le| Tage | W-Lg) "Tage 
49° | 5,0 
36° 5,5 
29,4° | 45 
29,0° 5,0 
29.9° | 43 
278° 43 
47,1° 
37,7° 
26,8° 
26,8° 
27,5° | 
97,0° 
3,5 
3,3 
3,8 
9,8 
3,0 
26 
Kap Horn A ® ‘ & a 
np Tor [25x 27,7 [2 x. 97,7 [20. x.| 28,6 [9x] 26,0 
Der stürmische WNW, mit welchem „Selene“, „Thalia“ und „Esmeralda“ 
am 28. das Kap Horn umsegelten, liefßs bald nach und ging, allmählich über NW 
and Nord drehend, am 30. auf NO. Nach kurzer Stille drehte der Wind dann 
weiter über Ost, SO, SW auf NNW, schon am 1. Oktober mit Böen wehend, be- 
gleitet von hoher nordwestlicher bis westlicher Dünung. Vom 2. bis 5. befinden sich 
alle drei Schiffe im Bereich einer Depression, die plötzlich über dieSchiffe hereinbrach, 
nachdem in den vorigen Tagen das Barometer zwar niedrig, 742 mm, aber ziemlich 
stetig gewesen war und erst am 2. vormittags zu fallen begonnen hatte, Der 
Wind erreichte Sturmstärke erst nach dem niedrigsten Stand des Barometers, 
bei wieder steigendem Glase!) und ging über West auf SW, wo er auswehte, 
Am schwersten wurde „Selene“ durch den Sturm betroffen, sie stand am 2. mittags 
in 49,7° S-Br und 48,7° W-Lg und beobachtete um diese Zeit den niedrigsten 
Barometerstand mit 740,8 mm. „Um 1*30”"p kam eine dicke Wolkenbank auf 
aus SW, wie selbige das Schiff erreichte, fiel eine orkanartige Böe ein von 
WNW, verloren die Bramsegel, Aufsenklüver und Bramstagsegel; 
2% ebenfalls eine Böe aus derselben Richtung, jedoch nur mit Stärke 8, nachdem 
stetige steife Briese“, sagt Kapt, Israel in seinem Journal. Der Wind nahm 
stetig bis Stärke 11 am 3. vormittags zu, so dafs auf B. B.-Halsen beigedreht 
wurde. „Da bereits 2 Tage lang das Barometer niedrig, aber sozusagen stetig 
war, hätte ich nie gedacht, dafs es bei der wenigen Veränderung so hart werden 
würde, abhalten nach ONO und Ost wollte ich nicht, um nicht mit der Depression 
zu laufen.“ Orkanartige Böen fielen auch noch am 4. vormittags ein, so dafs erst 
gegen Mittag, nachdem der Wind bis Stärke 9 nachgelassen, wieder Kurs auf- 
genommen wurde. : Auch „Esmeralda“, welche am 2. mittags in 51,4° S-Br und 
19,7° W-Lg stand, hatte jetzt den niedrigsten Barometerstand mit 737,7 mm. Der 
Wind frischte mit Puffen unter steigendem Barometer allmählich auf, hatte 6*p 
Stärke 9 erreicht, um 8" Stärke 10 und wehte in dieser Stärke mit Böen von 
Windstärke 11 bis zum 4. nachmittags, dann allmählich auf 8 abflauend. Am 
2. 8hp mußte beigedreht werden, und erst am 4. morgens konnte wieder ab- 
gehalten werden, nachdem der Wind inzwischen auf West gegangen war. „Thalia“, 
am 2, mittags in 51° S-Br und 50,6° W-Lg, beobachtete um 2"p den niedrigsten 
Stand mit 736,3 mm bei NNW?7, kurz darauf sprang der Wind in einer schweren 
Böe auf WNW und wehte für einige Stunden mit Stärke 10, nahm um Mitter- 
nacht jedoch bis 9 und bald bis 8 ab, so dafs das Schiff seinen Kurs durchhalten 
konnte, wenn auch der Wind zeitweilig Stärke 9 und 10 erreichte. Alle drei 
Schiffe überschritten nach ziemlich gleicher Reisedauer vom Kap den 50. Breiten- 
‘ 4) Vgl. E. Knipping: „Zu den Stürmen des westlichen Theiles des Siüdatlantischen Ozeans“ 
Heft IL. S. 58 bis 63, des lanfenden Jahrgangs dieser Annalen,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.