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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1897 
starke Böen aus SW gehabt hatte, in den Bereich der stürmischen Winde 
dieser Depression, welche auch hier Stärke 10 erreichten und das Schiff zum 
Beidrehen über St. B.-Halsen zwangen, wobei ein guter Theil der gewonnenen 
Westlänge bis zum 15., wo wieder voll gehalten werden konnte, verloren ging. 
Die am weitesten nördlich stehende „Thalia“ hatte nur für 10 Stunden vom 
13. abends bis 14. vormittags Windstärken über 8 mit schweren Böen von 
Stärke 10 und kam mit zwölfstündigem Beiliegen davon, so daß sie ihre west- 
liche Stellung behaupten konnte und so aufserhalb des Gebietes der stürmischen 
Winde einer neuen Depression blieb, welche am 17. die in 825° W-Lg und 
40,5° S-Br stehenden Mitsegler ereilte. Trotzdem aber benöthigte sie bis zum 
Veberschreiten des 40. Breitenparallels 5,8 Tage gegen 5,5 Tage der „Selene“ 
und 5,4 Tage der „Esmeralda“, 
„Selene“ lief mit dem raumen Wind direkt Süd und stand am 19., als der 
abgeflaute Wind auf SSO ging, in 46,8° S-Br und 82,8 W-Lg, während die weiter 
Westlänge anholende „Thalia“ erst 43,3° S-Br in 85,2° W-Lg erreicht hatte. 
„Esmeralda“, welche ebenfalls einen Kurs westlich von Süden gesteuert hatte, 
überschritt am 19. den 45. Breitenparallel in 84,6° W-Lg, einer Position, welche 
„Thalia“ erst am folgenden Tage, dem 20. mittags, erreichte. 
„Selene“ war beim Einsetzen des mäßigen Südsüdostwindes am 19. wegen 
ihrer östlichen Stellung gezwungen über B. B.-Halsen an den Wind zu gehen 
und konnte erst am folgenden Tage, als der noch immer flaue Wind bis 
SSW holte, über St. B.-Halsen gehen, über welchem Bug sie am 22., nach 
fünf Tagen, als erste den 50. Breitenparallel in 82,3° W-Lg überschritt. „Thalia“ 
und „Esmeralda“ gelangten am selben Tage nach 5,3 bezw. 5,9 Tagen südlich 
von 50° S-Br in 822° bezw. 83° W-Lg, sie waren infolge ihrer westlichen 
Stellung über St. B.-Halsen an den Wind gegangen und hatten vom 21. in 
35,2° W-Lg ab einen fast südlichen Kurs mit dem raumenden Winde halten können, 
überdem hatten sie etwas frischeren Wind gefunden als „Selene“, 
Die am 11. von Iquique abgesegelte „Thekla“ hatte auf dem ersten Theil 
ihrer Reise sehr mit Stillen zu kämpfen, so dafs sie, als am 20. auf 25° S-Br die 
polare Grenze des Südostpassates überschritten wurde, erst in 80° W-Lg an- 
gekommen war. Der nun einsetzende Westwind war auch nur schwach, ging am 
folgenden Tage auf NW5, so dafs sie erst am 22. nachmittags nach 11,2 Tagen 
Reise den 30. Breitenparallel überschreiten konnte. Am 23. und 24. förderte 
stürmischer WSW, 8 bis 9, die Reise sehr, so dafs trotz folgenden flauen süd- 
lichen Winden der 40° S-Br in 85,8° W-Lg nach 4,6 Tagen am 27. geschnitten 
wurde, Auch die Strecke bis 50° S-Br in 84,2° W-Lg wurde in 4,2 Tagen mit 
frischen Winden von WSW bis SW zurückgelegt, wie denn auch auf der weitern 
Fahrt bis Kap Horn der raume Wind, obgleich er zeitweilig am 2, Oktober bis 
Stärke 11 aus SW wehte, voll ausgenutzt werden konnte — am 2. Oktober be- 
trug die Durchschnittsfahrt auf der Wache 40 Sm —, so dafs der Meridian dieses 
Kaps schon nach 4,0 Tagen in 57,5° S-Br passirt wurde. 
Die voraus befindlichen Mitsegler waren gleich nach Passiren von 50° S-Br 
durch östliche Winde gezwungen worden, über B. B.-Halsen an den Wind zu gehen, 
wodurch sie bis anf 85° W-Lg wieder zurückgedrängt wurden. Am 25. ging dann 
der Wind über Süd auf West als steife Briese und am 27, sogar stürmisch wehend 
und gestattete allen drei Schiffen mit raumer Schoot und guter Fahrt den Meridian 
des Kap Horn zu passiren. „Selene“, welche am nördlichsten stand und Wind- 
stärken bis 10 beobachtete, passirte am 27, in 56,4° S-Br nach 5,3 Tagen, „Thalia“ 
und „Esmeralda“ am 28. in 57,6° bezw. 57,5° S-Br nach 4,8 bezw. 4,9 Tagen 
den Meridian des Kaps. 
Auf diesem ersten Reiscabschnitt haben alle vier Schiffe weniger Zeit ge- 
braucht als das Mittel; bemerkenswerth ist, dafs alle wesentlich östlicher als die 
mittlere Route ihren Weg nahmen und dadurch namentlich auf der Strecke 
zwischen 30° bis 40° S-Br durchschnittlich zwei Tage weniger brauchten, als für die 
mittlere angegeben ist. 
Was die Stellung der einzelnen Schiffe gegeneinander anlangt, so hat 
„Esmeralda“ den Zeitverlust auf der Strecke zwischen Iquique und 30° S-Br 
nicht wieder gut zu machen vermocht und ist am Kap schon über zwei Tage 
hinter ihren Mitseglern zurück, während „Thekla“ den anfänglichen grofsen 
Aufenthalt bis auf einen Tag wieder eingeholt hat. . „Thalia“ hat gegen „Selene“
	        
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