Pshifü — Taku — Pei-tai-ho (Ho-tung-tshai) — Ninghai — Nu-tshwang,
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Am nächsten Morgen konstatirte ich eine geringe Stromversetzung nach Norden
von 0,5 Sm in der Stunde, . welche ich jedoch als Folge des starken aus SE
wehenden Windes betrachte.
3. Ankerplatz von Taku. Da sich die Tiefenverhältnisse der Rhede
von Taku bedeutend geändert haben, so berichte ich in Ergänzung der Angaben
einer Karte (siehe Tafel 28), welche ich auf Grund eingezogener Erkundigungen
habe anfertigen lassen und beifüge, das Folgende:
Die Barre hat sich weiter östlich verschoben, das Fenerschiff selbst ist
ungefähr 2 Kabllg. südlicher gelegt worden und liegt jetzt auf 38° 54‘ 50“ N-Br.
und 117° 50‘ 38“ O-Lg. Die genauen Tiefen auf der Barre, welche ungefähr 1 Sm
westlich vom Feuerschiff beginnt, habe ich nicht ermitteln können. Mit Sicher-
heit steht nur fest, dafs die Barre an gewissen Stellen im Fahrwasser nur Tiefen
von 0,3 m (1 Fufs) aufweist, so dafs selbst Dampfbooten das Passiren der Barre
zu Zeiten nicht ermöglicht ist.
An Bojen!) existiren nur die auf beiliegender Karte aufgezeichneten. Die
dem Feuerschiff am nächsten gelegene Boje bezeichnet das tiefste Fahrwasser
über die Barre. Die Fahrrinne hat sich nach Süden verschoben und wird die-
selbe durch 2 Baken bezeichnet, welche in der Nähe des New Fort stehen. Jede
Bake ist mit einem Viereck versehen, welches vertikal halb weifs, halb schwarz
gemalt ist. Eine weiß gemalte Bake am Nord-Fort bezeichnet die Nord-Bank
an der Mündung des Flusses.
Eine nördlich des Süd-Forts befindliche Bake mit weifßsem Viereck gehört
der „China Merchant Company“. ;
IL. Pei-tai-ho — Ninghai — Nu-tshwang.
1. Wind und Wetter. Der Wind war auf der Reise von Taku nach Pei-
tai-ho und von hier nach Ninghai südlich, während er auf der Reise von Ninghai
nach Nu-tshwang nordöstlich war. Das Wetter war stets klar.
2, Stromverhältnisse. Auf der Fahrt von Taku nach Pei-tai-ho setzte
zwischen Taku-Feuerschiff und Shalutien ein westlicher Strom von 1,5 Sm, von
Shalutien nach Pei-tai-ho ein südlicher Strom, welcher zwischen Shalutien und
der Lau-ma-ho-Mündung die Stärke von 1,5 Sm und von hier ab etwa 1 Sm er-
reichte. Auf der Rhede von Pei-tai-ho ist nur geringer Einflufs der Strömung
zu bemerken. Von Pei-tai-ho nach Ninghai und von hier nach Nu-tshwang habe
ich keinen Strom konstatirt. Auf letzterer Fahrt war diese Wahrnehmung mir
besonders auffallend, da die Segelanweisung (a. a. 0. S. 649) gerade auf den vom
Fort Head nach Nord setzenden Fluthstrom aufmerksam macht.
3. Sonstiges. a) Der fälschlicherweise mit Pei-tai-ho (s. a. a. 0. S. 625)
bezeichnete Badeort führt den Namen Ho-tung-tshai und liegt auf 39° 50,0‘ N-Br
und 119° 29,0' O-Lg in W3AN 2,7 Sm von Rocky Point. Der Name Pei-tai-ho
gebührt nur dem Flufs, an dessen Mündung der Badeort liegt, und der Bahn-
station. Ersterer findet sich auf der Seekarte unter dem Namen Taicho-ho.
Mit Tientsin ist der Badeort durch die Eisenbahn verbunden, und die Fahrt
zwischen beiden Stationen erfordert etwa 8 Stunden. Die Bahnstation liegt un-
gefähr °/4 Stunden von der See entfernt, jedoch bewirken Ueberfluthungen des
Flusses Pei-tai-ho, welche infolge starker Regengüsse eintreten, zeitweise gänZz-
liche Isolation des Badeortes von jeglichem Verkehr.
Kin Landungssteg ist noch nicht vorhanden, doch soll auch dieser für
nächste Zeit vorgesehen werden. Die Landung ist noch mit grofßen Schwierig-
keiten verknüpft, da der ganze Strand unmittelbar der hohen auflaufenden See
ausgesetzt ist und an keiner Stelle einen Schutz für landende Boote aufzu-
weisen hat.
Für Dampfer soll zum Löschen und Einnehmen von Ladung nördlich von
Rocky Point in der Shallow Bay eine Quaimauer erbaut werden, welche sich
so weit in die See erstrecken soll, dafs selbst tiefgehenden Dampfern das Anlegen
ermöglicht sein soll.
Die Ansegelung von Ho-tung-tshai bietet für Schiffe geringen und mittleren
Tiefganges keine Schwierigkeiten. Schiffe geringen Tiefganges finden auf etwa
X) Darch „Nachrichten für Scefahrer“ 1897, No. 2964, veröffentlicht. D. Red