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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Ann. d. Hydr. etc, XXYV. Jahrg. (1897), Heft XIL 
Ab 
Segelanweisung für Berlin-Hafen. ©) 
Bericht S. M. S. „Möwe“, Kommandant Korv.-Kapt. MERTEN. 
Der eigentliche Berlin-Hafen wird durch die drei Inseln Seleo im Osten, 
Aly im Norden und NW und Angaiel im SO gebildet; man liegt in demselben 
auf 20 bis 30 m Wasser und gutem Ankergrund geschützt gegen den Nordwest- 
und Südostmonsun, Zwischen diesen drei Inseln und der Insel Tamara dehnt 
sich die Rhede von Berlin-Hafen aus, die bei Wassertiefen von 10 bis 40 m bis 
dicht unter der Küste ebenfalls Ankergrund gewährt. Schutz gegen Wind und 
See ist jedoch nicht vorhanden, so daß hier während des ganzen Jahres stets 
mehr oder weniger Dünung steht. . 
In Berlin-Hafen befindet sich auf der Insel Seleo eine Station der Neu- 
Guinea-Kompagnie, deren Handel sich hauptsächlich auf den Kintausch von 
Kopra von den Eingeborenen erstreckt. ; 
‚In Tamara haben sich seit Ende des Jahres 1896 Missionare der katholi- 
schen Mission niedergelassen. . 
Berlin-Hafen wird von dem Reichspostdampfer auf der Hin- und Rückreise 
nach Stephansort bezw. Singapore regelmäfsig angelaufen. a 
Ansteuerung. Für die Ansteuerung von Berlin-Hafen ist das beste Mark 
der etwa 80 m hohe Hügel auf Tamara, der sich sowohl nach Osten als nach 
Westen sehr gut als alleinstehende runde Kuppe markirt, ehe noch die sonst 
ganz flachen Inseln in Sicht gekommen sind. Auf der Ostseite dieses Hügels 
steht auf halber Höhe eine Wand aus Wellblech, die weithin sichtbar ist und ein 
gutes Mark bildet. . 
Einfahrten. Schiffe, die von Osten kommen, halten auf den Hügel 
von Tamara zu, bis die Inseln Seleo und Angaiel gut auszumachen sind, und nehmen 
dann Kurs auf die Durchfahrt zwischen beiden. Diese Durchfahrt ist an der 
schmalsten Stelle noch 400 m breit. Sie ist vollkommen klar mit Tiefen bis zu 70 m 
and unbedingt zu empfehlen. Die Strandriffe beider Inseln fallen steil ab und sind 
ihren Umrissen nach für gewöhnlich leicht an der Brandung zu erkennen. Nur 
bei ganz ruhigem Wetter steht keine Brandung, die Riffgrenzen sind dann gut 
an der Färbung auszumachen; der Kurs WzS durch die Mitte der Durchfahrt 
führt vollkommen frei von diesen Strandriffen, . 
Die Babelsberg-Strafse zwischen Angaiel und Festland ist, entgegen 
den Angaben des Segelhandbuches für die Nordostküste von Neu-Guinea, 5. 84, 
nicht rifffrei, es liegen vielmehr in derselben Stellen mit nur 3 m Wasser, 
Schiffe, die von Norden kommen, können zwischen dem Strandriff 
an der Westseite von Seleo und östlich des Mittelriffes hindurchgehen.‘‘ Diese 
Passage ist ebenfalls frei, aber nur bei günstiger Beleuchtung zu benutzen, da 
sie sehr schmal ist. Will man durch diese Einfahrt gehen, so halte man sich 
dicht an das Strandriff von Seleo, da unter der Ostseite von Aly Korallen mit 
4 und 5m’ Wasser liegen. . 
Die Durchfahrt zwischen Aly und dem Mittelriff ist nicht zu benutzen, da 
sich in derselben eine 3 m-Stelle findet. . 
Schiffe, die zwischen Aly und Tamara einlaufen, müssen sich vor 
einer 4 m-Stelle hüten, die in folgender Peilung liegt: 
Südecke von Aly SSO'40. 
Hügel auf Tamara W'/2S. 
Dieses Riff ist jedenfalls identisch mit demjenigen, das von dem Dampfer 
„Ysabel“ in den „Nachrichten für Seefahrer“, 1894, No. 551, angegeben ist, doch 
muß es in der dort angegebenen Peilung statt Nordwest- „Südwest“-Licke der 
Insel Farraguet heifsen, 
i) „Segelhandbuch für die Nordostküste von Neu-Guinea.“ 
Ann. d. Hyär. ete., 1897. Heft XII.
	        
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